Joyn schraubt an seinem Bezahlmodell. Der zu ProSiebenSat.1 gehörende Streamingdienst will künftig mehr Geld von dir und haut dir mehr Werbung um die Ohren – selbst wenn du zahlst. Bisher kostete Joyn+ 6,99 Euro pro Monat. Jetzt verlangt der Streamingdienst 8,99 Euro. Das ist ein Aufschlag von rund 29 Prozent. Damit wird ausgerechnet das Abo teurer, das sich viele wegen seiner Flexibilität ausgesucht haben. Wer nur für einzelne Monate buchen will, zahlt künftig deutlich mehr.
Mehr zahlen und trotzdem nicht komplett werbefrei
Neu ist außerdem ein Jahresabo. Hier bleibt der Preis rechnerisch bei 6,99 Euro pro Monat. Der Haken liegt auf der Hand. Du bindest dich direkt für zwölf Monate, zahlst also auch in Sommermonaten, in denen du möglicherweise weniger oder gar nicht streamst. Heißt: Wer flexibel bleiben will, zahlt drauf. Das ist im Streamingmarkt längst kein Einzelfall mehr.
Noch kritischer ist ein anderer Punkt. Bisher warb Joyn beim Plus-Angebot damit, Inhalte ohne Werbung zu zeigen. Diese Formulierung ist nun von der Website verschwunden. Stattdessen ist nur noch von kaum Werbung die Rede. Statt „Alle PLUS+ Inhalte ohne Werbung“ heißt es nun „Kaum Werbung – Mehr Zeit fürs Wesentliche dank deutlich weniger Werbeunterbrechungen“. Damit reiht sich Joyn in die Reihe der Dienste ein, die ihren Kunden selbst dann Werbung um die Ohren hauen, wenn sie für ein Abo zahlen. Unterm Strich zahlen Nutzer also im schlechtesten Fall mehr Geld für weniger werbefreie Inhalte.
Joyn wächst weiter
Die Preisanpassung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Dienst nach eigenen Angaben weiter wächst. Im März erreichte Joyn 12,1 Millionen Nutzer. Damit lag die Plattform bereits zum sechsten Mal in Folge über der Marke von zehn Millionen. Ein großer Teil davon dürfte Joyn aber kostenlos genutzt haben. Denn die meisten Inhalte sind auch ohne kostenpflichtiges Abo nutzbar – dann aber mit noch mehr Werbung.
Zu den gefragten Inhalten zählen laut Joyn unter anderem „Germany’s Next Topmodel“, „Wer stiehlt mir die Show?“, „Promis unter Palmen“ und „Die Landarztpraxis“. Auch Creator-Formate wie „Love Hunter“ und „The Race“ sollen für zusätzliche Reichweite sorgen.
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