Neuartige Brille: Kurz- oder weitsichtig? Egal!

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Das finnische Start-up IXI setzt auf eine smarte Brille der anderen Art: Flüssigkristalle sorgen für den perfekten Durchblick. Interessenten müssen sich jedoch noch etwas gedulden. Der Nachfolger der Gleitsichtbrille kommt erst 2027 auf den Markt.
IXI Smart Glass Autofokus
IXI: Brille für nah und fern, aber ohne GleitsichtgläserBildquelle: IXI

Menschen, die sowohl unter Kurz- als auch unter Weitsichtigkeit leiden, greifen zumeist zu Gleitsichtbrillen. Mit ihren sogenannten bifokalen Linsen können sie in beiden Situationen den Blick des sehgeschwächten Auges korrigieren. Allerdings fühlt sich damit nicht jeder Brillenträger wohl.

Die entsprechenden Brillengläser verfügen jeweils über einen Bereich, der eine der beiden Sehschwächen korrigiert. Im Alltag stört das insbesondere in Situationen, in denen der Blick schnell zwischen Ferne und Nähe wechselt. Gerade bei der Eingewöhnung kann es aufgrund eines begrenzten Sichtfelds, einer fehlerhaften Messung der Augenbewegung, einer schlechten Zentrierung oder auch nur minderwertiger Gläser zu Schwindelgefühlen, Kopfschmerzen, verzerrtem Sehen oder einer unscharfen Nahsicht kommen.

IXI nutzt Flüssigkristalle für Autofokus

Diesen Problemen will IXI mit einer besonderen Brille entgegentreten, bei der in die Gläser keine verschiedenen Zonen eingeschliffen werden. Vielmehr setzt das Start-up, das für die Entwicklung mehr als 31 Millionen Euro von Investoren einwerben konnte, auf eine Linse, die – ähnlich wie LCDs – auf Flüssigkristallen basiert.

Um den Blick des jeweiligen Nutzers zu analysieren, wird vorwiegend auf Infrarotsensoren gesetzt, die im Gestell der Brille stecken. Mit ihnen wird das Auge des Trägers permanent abgetastet und mithilfe der dabei gemessenen Reflektionen die Blickrichtung bestimmt. Mit diesen Daten wird schließlich der Fokus der LCD-Linse automatisch und in Echtzeit an die Bedürfnisse des Nutzers angepasst.

Optisch ist der erste Prototyp der IXI-Brille kaum von einer klassischen Brille zu unterscheiden. Mit einem Gewicht von nur 22 Gramm wiegen sie nur die Hälfte dessen, was moderne Smart Glasses, wie die Modelle der Kooperation zwischen Ray-Ban und Meta, auf die Waage bringen.

IXI Eyewear LC-Lense
IXI: Bei dieser Brille sorgen Flüssigkristalle für den Fokus

Linse reicht nicht bis zum Rand und braucht Strom

Allerdings verweist der Hersteller gegenüber CNN darauf, dass auch diese neuartige Brille nicht gänzlich frei von Nachteilen ist. Die Flüssigkristalllinse reicht nicht bis zu den Rändern der Gläser. In diesem Bereich muss der Nutzer dementsprechend mit Einschränkungen, etwa kleinen Verzerrungen, rechnen. Allerdings unterstreicht IXI, dass das zur Verfügung stehende Sichtfeld immer noch größer ist als bei zonal unterteilten Gleitsichtgläsern. Die Linsenfläche soll groß genug ausfallen, sodass es auch beim Lesen zu keinen Einschränkungen kommt.

Hinzu kommt, dass für die Sensorik und die Elektronik zur Einstellung der Flüssigkristalle Energie benötigt wird. Diese kommt aus einem kompakten Akku, der täglich geladen werden muss. Interessenten müssen sich allerdings noch gedulden. Die IXI-Brille soll 2027 auf den Markt kommen. Und sie dürfte nicht ganz billig werden.

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