Gigaset: Katastrophale Smartphone-Bilanz

3 Minuten
Die weltweite Corona-Krise hat auch beim deutschen Smartphone- und Festnetztelefon-Hersteller Gigaset für einen satten wirtschaftlichen Schaden gesorgt. Vor allem im (ohnehin schon nicht sonderlich erfolgreichen) Smartphone-Segment riss die Pandemie einen hohen Fehlbetrag in die Kassen des Unternehmens.
Gigaset GS195, gehalten von einer lächelnden Frau
Gigaset GS195Bildquelle: Gigaset

Der jüngst von Gigaset vorgelegte Quartalsbericht macht schon auf den ersten Blick deutlich, dass die Geschäfte in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres alles andere als rosig liefen. Zwischen Januar und März ging der Umsatz im Vergleich mit dem gleichen Zeitraum des Vorjahres von 45,8 auf 32,4 Millionen Euro zurück. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verschlechterte sich ebenfalls deutlich. Aus einem Minus von 1,9 Millionen Euro im Vorjahr wurde jetzt ein Fehlbetrag in Höhe von 7,4 Millionen Euro. Unter dem Strich stand ein Quartalsverlust in Höhe von 8,06 Millionen Euro – nach 4,09 Millionen vor einem Jahr.

Gigaset: Smart-Home-Geschäft läuft rund

Während Gigaset mit Smart-Home-Produkten zwischen Januar und März sogar mehr Umsatz generieren konnte als vor einem Jahr (1,2 Millionen zu 0,6 Millionen Euro), lief es im Geschäft mit Business-Festnetztelefonen schlechter. Hier ging der Umsatz um 7,7 Prozent auf 9,6 Millionen Euro zurück. Die Ereignisse beschäftigen Unternehmen derart, dass vielfach Projekte und Aufträge im Professional-Bereich zunächst verschoben oder hinten angestellt wurden, teilte Gigaset mit. Noch schlechter lief es im Segment klassischer DECT-Festnetz-Telefone für den Heimgebrauch. Hier sackte der Umsatz von Gigaset sogar um satte 23,3 Prozent auf 25,3 Millionen Euro ein.

So richtig desaströs war die Performance von Gigaset aber im Smartphone-Segment. Machte Gigaset im ersten Quartal 2019 noch 1,8 Millionen Euro Umsatz mit seinen zum Teil in Deutschland gefertigten Mobiltelefonen, steht für das erste Quartal 2020 gar ein negativer Umsatz in Höhe von 3,7 Millionen Euro in den Bilanzen. Als primären Grund führt der Hersteller hier die mit der Corona-Krise verbundenen Ladenschließungen im Einzelhandel an.

PoS-Schließungen sorgen für Probleme bei Herstellern

Die erzwungene Schließung des stationären Handels in einer Größenordnung von rund 30.000 Point of Sales in Europa führte zu Rückgaben von Geräten seitens der Distributoren. Das habe zu dem negativen Quartalsumsatz geführt. Distributoren handeln in aller Regel vertragliche Möglichkeiten aus, nicht absatzfähige Waren an Hersteller zurückzusenden. Und das wurde für Gigaset nun im ersten Quartal bei Smartphones zum Problem. Getrieben von der durch die Corona-Krise bedingten Unsicherheit nutzen viele Distributoren in großem Umfang die vertraglich möglichen Rückführungen von Smartphones aus, wie es seitens Gigaset heißt.

Die für das laufende Geschäftsjahr aufgestellte Umsatz- und Ergebnisprognose ist für den Gigaset-Vorstand aufgrund der aktuell nicht abschätzbaren Auswirkungen der Corona-Pandemie hinfällig. Als Konsequenz geht man bei Gigaset (wie in weiten Teilen der Wirtschaft) aber schon jetzt von einer allgemeinen Reduktion relevanter Kennzahlen gegenüber dem Vorjahr aus.

Bildquellen

  • Gigaset GS195: Gigaset
Aus Saturn wird MediaMarkt - aber nur in Österreich
Saturn wird MediaMarkt: Der Anfang vom Ende?
Eine bekannte Marke verschwindet: Saturn fusioniert mit MediaMarkt. Welche Konsequenzen das für den deutschen Markt hat? Vorerst gar keine. Denn die Fusion betrifft zunächst einmal nur ein Nachbarland Deutschlands. Wir haben bei der Media-Saturn-Holding weitere Einzelheiten erfragt.

Deine Technik. Deine Meinung.

2 KOMMENTARE

  1. Das mit diesen Smartphones überhaupt Geld zu verdienen ist, ist mehr als fraglich. Das es so schlimm aussieht ist daher keine Überraschung. Wenn die da nicht mal etwas nachrüsten wird das auch nicht besser werden.

    • Was soll denn „nachgerüstet“ werden?
      Das ein Verlust im eingefahren wird scheint als realistisch in der aktuellen Situation. Und anderen Unternehmen wird es nicht anders ergehen.

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein

geschützt durch reCAPTCHA Datenschutzerklärung - Nutzungsbedingungen

VERWANDTE ARTIKEL