Bereits Ende des vergangenen Jahres sickerte durch, dass sich beim Führerschein viele grundlegende Dinge ändern sollen. Vor allem aber: Der Lappen soll günstiger werden. Verkehrsminister Patrick Schnieder versprach: billiger, moderner, aber genauso sicher. Und: Der Führerschein soll aufs Handy kommen. Nun haben sich die Minister geeinigt. Schon bald soll alles besser werden. Vor allem für jene, die sich den Führerschein inzwischen kaum noch leisten können.
Führerschein soll einfacher und günstiger werden
Wer in Deutschland einen Führerschein macht, muss in etwa 4.000 Euro dafür einkalkulieren. In anderen europäischen Ländern wie Polen oder Spanien kostet er weniger als 1.000 Euro. Wie kann das sein? Das erklären wir an anderer Stelle. Doch nun tut sich auch hierzulande etwas. Die Pläne lesen sich wie eine Mischung aus Digitalisierungsversprechen und Sparprogramm. Weniger Pflichtfahrten, deutlich weniger Theoriefragen, Unterricht auch mal vom Sofa aus. Sogar die Familie darf künftig wieder mitmischen, wenn es ums Fahrenlernen geht. Eltern als Fahrlehrer? Das soll ab 2027 möglich sein.
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Das Ziel ist klar: runter mit den Kosten. Oder zumindest mit dem, was sie antreibt. Weniger Stunden, weniger Prüfungsstoff, mehr Flexibilität. Parallel dazu wandert der Führerschein dorthin, wo ohnehin schon alles liegt: ins Smartphone. Plastikkarte war gestern, App ist morgen. Wer kontrolliert wird, hält künftig das Display hoch statt ein Dokument. Vorausgesetzt, man bleibt im Inland. Denn digital endet vorerst an der Grenze.
Was sich 2027 ändert
Seit der Ankündigung der Reform Ende 2025 verzögern viele potenzielle Fahrschüler aus Kostengründen ihre Ausbildung und warten mit dem Führerschein. Die folgenden Punkte sollen dazu führen, dass der Lappen bald deutlich günstiger wird:
- Die Zahl der vorgeschriebenen Sonderfahrten soll von derzeit zwölf auf mindestens drei reduziert werden. Wie viele nötig sind, liegt im Ermessen der Fahrschule.
- Der Theorieunterricht soll sowohl in Präsenz als auch im hybriden Unterricht und auch rein digital stattfinden können.
- Der Fragenkatalog für die Theorie soll um etwa 30 Prozent schrumpfen.
- In Planung: Eine sogenannte Experimentierklausel für die Laienausbildung. Heißt: Begleitetes Fahren mit erfahrenen Privatpersonen wie Eltern außerhalb der Fahrschule während der Ausbildung.
Kritik vom TÜV
Am Ende bleibt die große Frage: Wird der Führerschein wirklich günstiger oder nur anders teuer? Und wie sicher sind Neulinge dann auf den Straßen unterwegs, wenn sie den Führerschein light haben? Der TÜV-Verband ist davon wenig begeistert. Digitalisierung ja, sagt er. Aber weniger Fragen und kürzere Prüfungen seien der falsche Weg. „Eine Fahrprüfung light darf es nicht geben“, warnte TÜV-Experte Richard Goebelt kürzlich. Sonst werde die Verkehrssicherheit geopfert. „Es ist der falsche Weg, die Anforderungen an den Führerscheinerwerb zu senken.“
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder hält dagegen. Die künftige Fahrerlaubnis solle „digitaler, bürokratiearmer und am Ende auch günstiger“ sein, ohne dass Abstriche bei der Sicherheit gemacht würden.
