Facebook soll Telefonnummern für Werbezwecke nutzen

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Allzu lange ist es nicht her, seit der Facebook-Cambridge-Analytica-Skandal weltweit für Schlagzeilen gesorgt hat – mit mehr als 87 Millionen betroffenen Nutzern. Es folgten zwar umfangreiche Änderungen der Sicherheitseinstellungen, eine wirkliche Besserung scheint jedoch weiterhin nicht in Sicht. Die neusten Vorwürfe: Facebook nutzt Telefonnummern für Werbezwecke, selbst wenn keine Nummern in die eigenen Profilinformationen eingetragen wurden.
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FacebookBildquelle: Facebook

In der digitalen Welt ist es durchaus üblich, die Sicherheit von Profilen mit einer sogenannten Zwei-Faktor-Authentifizierung zu gewährleisten. Dabei wird neben einem Passwort auch beispielsweise eine Telefonnummer zu einem Konto hinzugefügt. Beim Einloggen erhält der Nutzer einen Code per SMS, den er im weiteren Verlauf zur Bestätigung seiner Identität nutzt. Bei Facebook dient die Telefonnummer anscheinend jedoch nicht nur zur Authentifizierung, sondern auch für gezielte Werbung. Wer eine andere Methode als zweiten Faktor gewählt hat, ist allerdings auch keineswegs geschützt.

Wie Forscher zweier US-Universitäten sowie das Technikportal Gizmodo herausgefunden haben wollen, nutzt Facebook nämlich auch sogenannte „Schattenkontakte“. Dabei soll das Unternehmen unbekannte Telefonnummern, die lediglich über einen Adressbuchabgleich hinzugefügt wurden, konkreten Profilen zuzuweisen – ohne die Kenntnisnahme oder die Zustimmung der betroffenen Personen. Diese Daten werden wohl für Werbezwecke genutzt, wobei man als Nutzer auch nachträglich keinen Einfluss darauf nehmen kann. Facebook selbst dementierte die Existenz von „Schatten-Profilen“ gegenüber Spiegel.

WhatsApp-Mitgründer kritisiert Facebook

Noch vor Kurzem kritisierte WhatsApp-Mitgründer Brian Acton die Vorgehensweise des sozialen Netzwerks gegenüber dem Wirtschaftsmagazin Forbes. So habe Facebook beispielsweise bei der Übernahme von WhatsApp zugesagt, fünf Jahre Lang keinen Druck auf Facebook bezüglich des Verdienens von Geld auszuüben. Bereits nach wenigen Jahren wollte das Unternehmen jedoch Werbung in die Statusanzeige integrieren. Allerdings zeigt sich Acton auch selbstkritisch: „Letztendlich ist es so, dass ich mein Unternehmen verkauft habe. Ich habe die Privatsphäre meiner Nutzer für einen größeren Gewinn verkauft.“ Im aktuellen Fall ist die Existenz von Schattenkontakten noch fraglich. Es bleibt also abzuwarten, wie sich die Angelegenheit entwickelt.

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