Ernster Grund: Deshalb warnen Behörden vor Fahrrädern und Kellern bei Unwetter

3 Minuten
Bei Unwetter raten Behörden zu Verhaltensregeln, die vielen überraschend erscheinen. Warum ausgerechnet Orte, die jahrzehntelang als vermeintlich sicher galten, problematisch werden, zeigt erst ein genauer Blick.
Ernster Grund: Deshalb warnen Behörden vor Fahrrädern und Kellern bei Unwetter
Ernster Grund: Deshalb warnen Behörden vor Fahrrädern und Kellern bei UnwetterBildquelle: Max LaRochelle / Unsplash

Manche Warnungen klingen so harmlos, dass man kurz lächelt und weitermacht. Gerade die vielen Tipps, was man bei Unwetter machen oder lassen soll, sind zahlreich. Doch das Klima verändert sich. Und Starkregen oder Orkane sind plötzlich auch in Deutschland ein Thema. Wie man da in so mancher Situation reagiert, wissen viele nicht. Und genau deshalb lohnt es sich, bei der nächsten Unwetterwarnung genauer hinzuhören. Denn die Behörden warnen ausdrücklich und nicht ohne Grund.

Unwetter: Nur nass geworden oder schwer verletzt?

Unwetter gehören längst zum neuen Normalzustand. Orkane, Starkregen, Gewitter mit Hagel, manchmal sogar Tornados: Was früher als Ausnahme galt, taucht heute regelmäßig in den Warn-Apps auf. Der Klimawandel erledigt den Rest. Die Schäden steigen, die Überraschung sinkt. Getroffen werden kann jeder, unabhängig von Wohnort, Vorsorge oder Glücksgefühl.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) mahnt deshalb zu etwas, das in Deutschland nicht immer leichtfällt: Verhalten anpassen. Wer draußen unterwegs ist, soll Orte meiden, an denen lose Gegenstände zur Gefahr werden. Wälder, Hausfassaden, freie Flächen: Alles keine guten Ideen bei Sturm oder Gewitter. Schutz bietet ein stabiles Gebäude, notfalls auch das Auto. Klingt banal, ist aber oft die entscheidende Differenz zwischen „nass geworden“ und „schwer verletzt“.

Warum der Keller nicht mehr sicher ist

Und dann sind da diese zwei Dinge, die immer wieder unterschätzt werden. Fahrräder zum Beispiel. Sie stehen vor Häusern, an Zäunen, an Laternen. Praktisch, bis das Unwetter kommt, der Wind sie hebt und umher schleudert. Wenn sie Menschen treffen oder auf Autos fallen. Was leicht ist, fliegt zuerst. Deshalb rät das BBK, Fahrräder und andere bewegliche Gegenstände rechtzeitig zu sichern. Nicht aus Ordnungsliebe, sondern aus Rücksicht auf sich selbst und andere.

Behörde warnt: So viel Bargeld sollte man zu Hause haben – am besten, in kleinen Scheinen und Münzen

Noch trügerischer sind Keller. Jahrzehntelang galten sie als der sichere Ort bei Sturm, Unwetter und Gewitter. Dicke Wände, wenig Fenster, alles gut. Nur: Das war vor dem Starkregen. Heute können sich Kellerräume binnen Minuten mit Wasser füllen. Aus dem vermeintlichen Schutzraum wird eine Falle. Wer dann unten ist, kommt oft nicht mehr rechtzeitig raus. Strom, Wasser, Dunkelheit: eine Kombination, die lebensgefährlich werden kann. Deshalb lautet die klare Empfehlung: Keller meiden, vor allem bei angekündigtem Starkregen.

Drinnen gilt ansonsten: Fenster schließen, Rollläden runter, empfindliche Geräte vom Netz trennen. Nach dem Unwetter zuerst helfen, dann dokumentieren. Überflutete Keller nur mit äußerster Vorsicht betreten. Beschädigte Häuser gar nicht. Und lieber einmal zu oft die Feuerwehr rufen als einmal zu wenig.

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein