Beschlossen: Diese ARD-Sender werden abgeschaltet

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Dein Radioprogramm bleibt nicht so, wie es ist: Die ARD streicht in den kommenden Jahren mehrere Sender – darunter bekannte Schlager-, Klassik- und junge Wellen. Was genau wegfällt und wo du bald nur noch digital einschalten kannst, zeichnet sich jetzt ab.
Ein Fernseher auf dem das Logo der Tagesschau zu sehen ist
Dort, wo früher "Das Erste" sendete, ist bald ein anderer Sender zu sehenBildquelle: Mike Philipp / Unsplash

Am 1. Dezember 2025 tritt der Reformstaatsvertrag für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Kraft. Er schreibt der ARD vor, die Zahl ihrer terrestrisch verbreiteten Radiowellen bis 2027 auf höchstens 53 zu senken. Aus den politischen Vorgaben hat die ARD nach eigenen Angaben rund 40 konkrete Aufträge abgeleitet, viele davon betreffen direkt das Hörfunkangebot. Die einzelnen Landesrundfunkanstalten müssen nun Programme streichen oder zusammenlegen. Die Pläne sind zwischen den Sendern und der Landespolitik abgestimmt, endgültig umgesetzt werden sie ab 2026. Vorausgesetzt, die Bundesländer passen die jeweiligen Hörfunkaufträge entsprechend an.

Diese ARD-Radioprogramme sollen wegfallen

Klar ist bereits, welche konkreten Wellen die ARD streichen will. Laut ARD-Mitteilung sollen aus der terrestrischen Verbreitung unter anderem folgende Programme verschwinden:

PULS, BR24live, BR Verkehr, BR Schlager, MDR Klassik, MDR Tweens, MDR Schlagerwelt, NDR Schlager, NDR Blue, NDR Info Spezial, WDR Event und WDR Die Maus

Teilweise handelt es sich um Spezialangebote wie Verkehrs- oder Eventkanäle, teilweise um Schlager- oder Klassikprogramme, aber auch ein junges Angebot wie PULS ist betroffen. Für Klassik- und Schlagerfans kündigt die ARD parallel neue digitale Angebote in der ARD Audiothek an, in denen Streams, Podcasts und weitere Inhalte gebündelt werden sollen.

Im Südwesten sollen junge Programme und Informationswellen von HR, SWR und SR enger kooperieren. Hier sind gemeinsame Konzepte geplant, die ebenfalls auf eine Konzentration der Angebote hinauslaufen. Für dich kann das bedeuten, dass du bekannte Marken zwar noch hörst, sie aber in anderer Form oder auf anderen Verbreitungswegen wieder auftauchen.

Auch TV-Sender verschwinden

Beim Fernsehen geraten vor allem die Spartenkanäle ins Wackeln.  Im Bereich Information, Bildung und Dokumentation darf es künftig zwei gemeinsame Angebote geben. Auf der Liste stehen damit die Informations- und Bildungssender tagesschau24, ARD alpha, Phoenix und ZDFinfo, außerdem die jungen Programme One und ZDFneo, die perspektivisch in einem gemeinsamen Angebot aufgehen sollen. Auch Arte, 3sat und der Kinderkanal KiKA werden in den Reformpapieren ausdrücklich erwähnt. Ihre Inhalte sollen schrittweise stärker in die Hauptprogramme und die Mediatheken von ARD und ZDF verschoben werden. ARD und ZDF seien „in konstruktiven Gesprächen über ein gemeinsames Konzept und werden zu gegebener Zeit über die Ergebnisse berichten“, heißt es von der ARD dazu.

Was sich online bei der tagesschau ändert

Der Reformstaatsvertrag beschränkt nicht nur Radioprogramme, sondern greift auch direkt in das Onlineangebot der ARD ein. Für tagesschau.de und die Tagesschau-App gilt künftig: Zuerst muss in der Regel ein Audio- oder Videoformat veröffentlicht werden, erst danach darf ein begleitender Text erscheinen. Ausnahmen sind im Vertrag nur für einige klar definierte Fälle vorgesehen.

Die ARD geht selbst davon aus, dass sie dadurch langsamer wird, in Suchmaschinen schlechter sichtbar ist und insgesamt weniger Reichweite mit Texten erzielt. Gleichzeitig soll die Tagesschau Links zu Angeboten privater Online-Medien stärker ausbauen. Die Hoffnung der ARD: Wenn sie stärker auf audiovisuelle Inhalte setzt, könnten die Medien einzelne Geschichten dafür inhaltlich tiefer erzählen.

Kurzfristig ändert sich für dich nichts: Die wichtigsten Einschnitte im Radio sollen erst ab 2026 greifen. Mittelfristig musst du dich aber darauf einstellen, dass einige Spezialprogramme vom UKW- oder DAB+-Empfang verschwinden. Die werden nur noch digital oder gar nicht mehr verfügbar sein. Wenn du bestimmte Nischenangebote nutzt, lohnt sich ein Blick auf die ARD Audiothek.

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