Ein Mähteller mit nur drei Klingen und mit GPS-Antenne, damit ein Begrenzungskabel obsolet ist. Der RockNeo Q105 von Roborock greift die Mittelklasse an. Wie gut gelingt dem Saugroboter-Riesen das Debüt in der günstigeren Preisklasse?
Einrichtung und Verarbeitung des Roborock RockNeo Q105
Beim RockNeo Q105 handelt es sich um einen kompakten Mähroboter (Kaufberatung), der 12,2 kg wiegt. Darüber hinaus ist er nach IPX6 zertifiziert. Somit kannst du den Mähroboter problemlos im Regen stehen lassen. Auf einen Allradantrieb verzichtet Roborock, was angesichts des Preises von 799 Euro aber keinesfalls verwundert. An der Vorderseite gibt’s die ganze Navigationstechnologie. Roborock setzt auf Real Time Kinematik (RTK) und VSLAM, eine kamerabasierte Kartierung und Erkennung der Umgebung. Auf der Oberseite findest du wie üblich ein Display sowie die obligatorische Stopp-Taste. Gut gefällt mir, dass die Informationen auch bei direktem Sonnenlicht gut ablesbar sind.

Die Inbetriebnahme ist Roborock-typisch simpel. Du scannst den QR-Code am Gerät und folgst den Schritten in der Roborock-App. Dazu gehört auch das Aufstellen der RTK-Antenne. Die gesamte Einrichtung dauert im Test etwa zehn Minuten. Was die anschließenden Kartierungsmöglichkeiten angeht, kannst du zwischen einem manuellen und einem automatischen Mapping wählen. Jedoch empfehle ich dir, deinen Garten selbstständig zu scannen, da die automatische Kartierung beim RockNeo Q105, wie bei allen anderen Mährobotern (Bestenliste) auch, nicht gut funktioniert.
Die App ist überraschenderweise recht funktionsarm. Natürlich kannst du die Mährichtung einstellen und auch Mähpläne festlegen. Die Schnitthöhe kannst du derweil nur am Gerät selbst einstellen. Zumindest die Anpassung der Schnittrichtung ist vorhanden und auch Einstellungen für die Navigation des Roboters. Aber dazu mehr im Laufe des Testberichts.
Mähleistung des Roborock RockNeo Q105: Das Kantenschnittmodul macht den Unterschied
Roborock setzt auf einen rotierenden Mähteller mit nur drei Klingen. Die Schnittbreite wird mit 22 cm angegeben, während die Schnitthöhe in 5-mm-Schritten von 2 bis 6 cm eingestellt wird. Jedoch nur am Gerät selbst. Zur Mähleistung kann ich nichts Schlechtes sagen. Der Roboter häckselt die Grashalme in feine Stücke, die auf dem Rasen liegen bleiben und als natürlicher Dünger dienen. Was Anstiege angeht, verspricht Roborock, dass der RockNeo Q105 Steigungen von 45 Prozent meistert.
Laut Herstellerangabe schafft der Q105 bis zu 1.000 m² pro Tag, ausgelegt ist er jedoch für Rasenflächen bis 500 m². Der Unterschied erklärt sich durch die Ladezyklen: Mit einer Akkuladung mäht der Roboter rund 100 Minuten, bevor er zur Station zurückkehrt. Die vollständige Ladung dauert etwa 95 Minuten. An einem langen Mähtag sind also zwei Durchgänge möglich.

Besonders ist zudem, dass Roborock ein schwebendes Mähdeck verbaut. Bereits im Test des RockMow Z120 Lidar hat der Hersteller gezeigt, was für einen Vorteil der Einsatz auf unebenen Flächen bietet. Auf diese Weise passt sich das Mähdeck an den Untergrund an. Dass Roborock dieses Deck bei einem 799 Euro teuren Gerät verbaut, ist alles andere als selbstverständlich. Was ansonsten gut gefällt, ist, wie schnell der Roboter die Arbeit abbricht, wenn er angehoben wird oder wenn die Stopp-Taste gedrückt wird.

Der größte Kritikpunkt ist der Kantenschnitt. Denn wie schon der große RockMow Z120 Lidar, lässt auch der RockNeo Q105 einen ziemlich großen Sicherheitsabstand zur Kante. Eine Lösung ist das für weitere 150 Euro separat erhältliche Kantenschnittmodul. Im Prinzip ist es ein zweiter Mähteller, durch den der Roboter nur noch einen Abstand von drei Zentimetern zur Kante lässt. Falls du viel Wert auf den Kantenschnitt legst, findest du hier in dieser Liste die Mähroboter mit dem besten Kantenschnitt.
Navigation und Hindernisvermeidung im Test
Bezüglich der Navigation und Hinderniserkennung zeigt der RockNeo Q105 Licht und Schatten. Zwar erkennt der Roboter im Testlauf die meisten Hindernisse, darunter auch flache Gegenstände. Jedoch erkennt er Büsche oder Sträucher in den meisten Fällen zu spät. Kurioserweise hatte der große Bruder, der RockMow Z120 Lidar, eine ähnliche Schwäche.

Was gut funktioniert, ist die Umgebungswahrnehmung, die Roborock „Sentisphere“ nennt. Damit weiß der Roboter, was sich um ihn herum befindet. Erkennt der Roboter etwas in seiner unmittelbaren Umgebung, dreht er um, anstatt das Hindernis zu umkurven.
Igelschutz ist auch an Bord. Genauer gesagt, gibt es in der App einen Wildtiermodus, den du aktivieren kannst. Damit legst du Zeiten fest, in denen der Mähroboter nicht mähen soll. Zum Thema findest du in diesem Beitrag alle Orte und Gemeinden, in denen es bereits Nachtfahrverbote für Mähroboter gibt. An Diebstahlschutz wurde natürlich auch gedacht. Hierzu gehören eine PIN-Sperre und ein Anhebealarm.
Fazit: Roborock legt klare Prioritäten fest
Im Test des RockNeo Q105 wird deutlich, wo Roborock gespart hat und welche Punkte bei der Entwicklung Priorität hatten. Gut gefällt mir, dass Roborock auf ein schwebendes Mähdeck setzt, was den RockNeo Q105 geländetauglicher macht als andere Roboter aus der gleichen Preisklasse. Darüber hinaus leistet sich der Roboter bei der Hinderniserkennung nur selten Patzer.
Was mir nicht gefällt, ist, dass Roborock bei der Software spart. Schade, denn für gewöhnlich ist das, bekannt aus Saugrobotern, eigentlich die Stärke des Unternehmens. Sogar Funktionen wie die Einstellung der Schnitthöhe sind in der App nicht enthalten. Meiner Meinung nach wäre das für einen Preis von 799 Euro angebracht gewesen.
Schließlich ist der Kantenschnitt erst mit dem Kantenschnittmodul solide. Allerdings verlangt Roborock für das Zubehör weitere 150 Euro. Fairerweise muss man aber auch sagen, dass die einzige echte Alternative in dieser Preisklasse der Ecovacs Goat O1200 Lidar Pro (Test) ist. Hier sparst du dir die Antenne, bekommst einen Trimmer ab Werk und damit auch einen besseren Kantenschnitt. Der Ecovacs kostet mit einer UVP von 999 Euro zwar 200 Euro mehr als der RockNeo Q105. Rechnest du aber das Kantenschnittmodul für 150 Euro drauf, schrumpft der Unterschied auf 50 Euro und der Ecovacs hat den Trimmer bereits integriert.

Vorteile:
- Einfache Einrichtung
- Schwebendes Mähdeck
- Solide Navigation
- Geringer Abstand zur Kante mit Kantenschnittmodul
- Starke Geländetauglichkeit, auch ohne Allrad
Nachteile:
- Schnitthöhe nicht in der App einstellbar
- Nicht viele Funktionen in der App
- Büsche und Sträucher werden zu spät erkannt
- Kantenschnittmodul separat erhältlich
Für 799 Euro ist der Roborock RockNeo Q105 in meinen Augen ein fairer Deal. Noch besser wird der Mähroboter mit dem separat erhältlichen Kantenschnittmodul für weitere 150 Euro. Als Gesamtpaket ist das einer der besten Rasenmäherroboter für unter 1.000 Euro.






