Laifen P3 im Test: Hält die Rasur, was das Design verspricht?

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Ein Rasierer, der aussieht wie ein Designobjekt und in jeden Kulturbeutel passt: So präsentiert Laifen den P3. Ich habe ihn im Alltag auf die Probe gestellt. Die spannende Frage: Steckt hinter der schicken Hülle auch eine gründliche Rasur?
Schwarzer Elektrorasierer Laifen P3 mit transparenter Schutzkappe auf dem Scherkopf steht auf einem hellen Tisch. Durch ein Sichtfenster in der Front ist der Linearmotor mit Kupferspule zu sehen.
Hinter der transparenten Front des Laifen P3 sieht man den Linearmotor L2 mit 12.000 Schwingungen pro Minute.Bildquelle: inside digital

Laifen kennt man vor allem für seine Hochgeschwindigkeits-Föhne. Seit einiger Zeit mischt der Hersteller aber auch bei Elektrorasierern mit. Einem Markt, den Braun, Philips und Panasonic seit Jahrzehnten unter sich aufteilen und dominieren. Der P3 soll die Technik des Topmodells in eine günstigere Preisklasse bringen. Statt Aluminium-Unibody gibt es dabei eine keramikartige Monocoat-Oberfläche.


Ich habe den P3 für einige Wochen im Alltag genutzt, bei der täglichen Rasur ebenso wie beim Drei-Tage-Bart. Die Leitfrage: Reicht der günstigere Ableger für eine gründliche Rasur – oder spart Laifen an der falschen Stelle?


Schlichter Auftritt mit Blick ins Innere

Schon die Verpackung ist schlicht und aufgeräumt, sie erinnert eher an ein Lifestyle-Gadget als an einen klassischen Rasierer. Beim Zubehör hält sich Laifen allerdings zurück. In der Standardversion liegt neben dem Rasierer nur ein USB-C-Kabel. Reisetasche und rutschfeste Unterlage gibt es lediglich im Bundle. Ich hatte nur die Standardversion, die aber völlig ausreicht.

Draufsicht auf den Lieferumfang des Laifen P3: Verpackungskarton, schwarzer Rasierer, Anleitung mit der Aufschrift „P3“ und ein weißes, aufgerolltes USB-C-Kabel auf einem grauen Tisch.
Im Karton liegen neben dem Laifen P3 ein geflochtenes USB-C-Kabel und eine Kurzanleitung. Ein Netzteil gehört nicht zum Lieferumfang. Bildquelle: inside digital


Den P3 gibt es in Schwarz, Weiß, Blau und Grau. Chrom-Akzente oder gummierte Griffzonen sucht man vergebens. So bleibt der Stil clean und liegt super in der Hand. Die matte Monocoat-Oberfläche fühlt sich angenehm warm an und bietet auch mit feuchten Händen sicheren Halt. An der Verarbeitung habe ich nichts auszusetzen. Es gibt keine scharfen Kanten oder unsauberen Spaltmaße.


Ein Blickfang ist das transparente Fenster im Gehäuse, durch das man die Antriebstechnik sieht. Laifen nennt Supersportwagen mit sichtbarem Motor als Vorbild.
Die Bedienung kommt mit einem einzigen Knopf aus, Rasurmodi gibt es nicht. Hältst du ihn zwei Sekunden gedrückt, aktiviert sich die Reisesperre. Ein Leuchtring zeigt Betrieb, Ladevorgang und niedrigen Akkustand an.


Auf den Wangen gründlich, am Hals mit Nacharbeit

Angetrieben wird der P3 von zwei Linearmotoren, die laut Laifen 12.000 × 2 Schnitte pro Minute schaffen. Der gewölbte ArcBlade-Scherkopf deckt einen Winkel von 146,2 Grad ab und soll die Effizienz um bis zu 54 Prozent steigern. Die Scherfolie aus Edelstahl ist 0,55 Millimeter dünn und gibt laut Hersteller nur wenig Nickel ab.


Auf ebenen Flächen wie den Wangen arbeitet der P3 zügig und gründlich, Ziepen kam bei mir nur selten vor. Eine komplette Rasur dauert meist zwei bis drei Minuten. Will ich es besonders glatt haben und arbeite noch einmal nach, bin ich auch mal vier Minuten beschäftigt.

Lieferumfang des Laifen P3 Elektrorasierers
Der Scherkopf des Laifen P3 lässt sich mit wenigen Handgriffen abnehmen. Das erleichtert die Reinigung und den späteren Austausch. Bildquelle: inside digital


Schwieriger wird es an Hals und Kinn. Der Scherkopf ist starr, nur die Klingen sind gefedert gelagert. Den Winkel musst du deshalb selbst nachführen. Einzelne flach anliegende Haare blieben mitunter stehen und brauchten einen zweiten Zug. Das war trotzdem kein Problem bei der Rasur.


Hautschonend und angenehm leise

In den ersten Tagen zeigten sich an meinem Hals leichte Rötungen, die nach der Eingewöhnung verschwanden. Das ist bei einem Rasiererwechsel nicht ungewöhnlich. Rasurbrand oder Pickel hatte ich im gesamten Testzeitraum nicht. Auch bei längerem Einsatz wird das Gerät nur leicht warm. Statt eines hochfrequenten Surrens gibt der Linearmotor ein Brummen von sich, das spürbar leiser ist als bei vielen herkömmlichen Rasierern. Lautlos ist der P3 nicht, aber unaufdringlich, auch früh morgens im Bad.


Dank IPX7 ist der P3 wasserdicht und eignet sich auch für die Rasur mit Schaum oder Gel. Das klappt problemlos. Für eine echte Nassrasur greife ich trotzdem lieber zum klassischen Systemrasierer mit einer oder drei Klingen. Die Stärke des P3 ist die schnelle Trockenrasur. Gereinigt ist er schnell: Scherkopf abnehmen, unter warmem Wasser ausspülen, fertig. Eine Reinigungsbürste oder -station legt Laifen allerdings nicht bei.


Ein USB-C-Kabel für die ganze Reise

Der Akku hielt ca. 95 min. Je nach Bartdichte reicht eine Ladung damit für mehrere Wochen. Geladen wird per USB-C, ein eigenes Netzteil musst du also nicht einpacken. Drei Minuten am Kabel lieferten mir ca. 5 min Akku. Das reichte für eine schnelle Rasur am Morgen. Ein kleiner Nachteil: Während des Ladens lässt sich der P3 nicht benutzen.
Im Kulturbeutel fällt der P3 kaum auf. Er ist kompakt und leicht und dank Reisesperre gegen versehentliches Einschalten geschützt.

Fazit zum Laifen P3

Der Laifen P3 ist ein gut verarbeiteter, schicker Reiserasierer, der auf den Wangen gründlich, leise und hautschonend arbeitet. An Hals und Kinn kostet der starre Scherkopf etwas Gründlichkeit, beim Zubehör spart Laifen. Dafür bekommst du USB-C-Schnellladung, Reisesperre und IPX7-Schutz in einem Gehäuse, das sich nicht im Badschrank verstecken muss.
Wer viel unterwegs ist und Wert auf Design legt, macht mit dem P3 wenig falsch. Wer an Hals und Kinn maximale Gründlichkeit erwartet, ist mit einem Modell mit beweglichem Scherkopf besser bedient. Den Laifen P3 gibt es für 159,99 Euro im Laifen Store, bei Amazon und im ausgewählten Handel. Das Bundle mit Reisetasche und rutschfester Unterlage kostet 189,99 Euro.

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