Wer beruflich oder privat öfter in den USA unterwegs ist, dem wird es zum Beispiel beim Essen gehen bereits aufgefallen sein. Im Restaurant nehmen die Kellnerinnen und Kellner oft die Bankkarte mit zur Kasse und du bekommst sie nach dem Zahlungsvorgang wieder. In Deutschland oder Europa ist das eher ungewöhnlich. Meist werden hier mobile Kartenlesegeräte genutzt und du kannst deine Karte selbst auflegen, durchziehen oder in den dafür vorgesehenen Schlitz stecken. Gibt es nur ein stationäres Gerät, dann kommst du halt mit zur Kasse – kein Problem. Die Bankkarte musst du in der Regel hierzulande nicht aus der Hand geben. Und das solltest du auch sonst unter allen Umständen vermeiden, wenn dir deine Daten und dein Geld lieb sind.
Bankkarte nie aus den Augen lassen
Wo Geld fließt, da sind auch Betrüger nicht weit. Ob beim Wocheneinkauf im Supermarkt, im Café oder beim Shoppen – auf deine Bankkarte solltest du stets gut Acht geben. Immer wieder kann es zu Situationen kommen, in denen Unbefugte deine Bankkarte abfotografieren oder sogar den darin enthaltenen NFC-Chip auslesen könnten, um an deine Zahlungsdaten zu kommen. Zwar bieten dir das kontaktlose Bezahlen, deine PIN (die du niemals an niemanden weitergeben solltest) oder auch mobile Wallets eine gewisse Sicherheit, doch ein Restrisiko bleibt.
Denn in manchen Situationen kann es notwendig sein, dass du deine Bankkarte kurz aus der Hand geben musst. Zum Beispiel, wenn es kein Terminal auf der Kundenseite gibt und ein Mitarbeiter die Karte kurz entgegennehmen muss. Solange du einsehen kannst, was mit deiner Bankkarte passiert – gut. Doch sollte die Person damit etwa in ein Hinterzimmer gehen wollen oder versteckt unterm Tresen damit herumhantieren, solltest du umgehend eingreifen.
Was passiert, wenn’s passiert ist?
Bei einer Debit- oder Kreditkarte etwa von Visa oder Mastercard steht neben Kartennummer und Ablaufdatum auch der Prüfcode drauf. Mit dem können problemlos Onlinezahlungen getätigt werden, solltest du nicht zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen wie die Freigabe für Zahlungen per App getroffen haben. Betrüger können aber auch kleinere Beträge per NFC abbuchen. Bis 50 Euro geht das in Deutschland oft ohne die PIN. Allerdings muss dazu der Chip ganz nah ans Kartenlesegerät gehalten werden.
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Darum ist Selbstschutz umso wichtiger: Bestehe höflich darauf, deine Karte in der Hand zu behalten. Lass dir nach Möglichkeit ein Kartenlesegerät bringen oder gehe mit zur Kasse. So behältst du die Kontrolle über deine Bankkarte.
Bist du dennoch in eine undurchsichtige Situation geraten und vermutest, dass du Opfer von Betrügern geworden bist, dann solltest du sofort deine Kontoauszüge überprüfen. Tauchen dort unbekannte Abbuchungen auf, ist deine nächste Anlaufstelle die Polizei. Zudem solltest du deine Karte umgehend sperren lassen. Das geht über den kostenlosen Sperr-Notruf unter der Nummer 116 116 (im Ausland mit der Deutschland-Vorwahl +49). Die Anzeige bei der Polizei (ob bei Verlust oder Betrug) ist wichtig, damit diese eine KUNO-Sperre veranlassen kann. Ist diese Sperre aktiviert, werden auch Einkäufe per Lastschrift verhindert (>>mehr dazu erfährst du hier). Wurde bereits unrechtmäßig Geld abgebucht, solltest du dich an deine Bank wenden und etwaige Lastschriften zurückbuchen lassen. Sollte es dabei zu Problemen mit Inkasso-Büros oder Zahlungsabwicklern kommen, steht dir auch die Verbraucherzentrale zur Seite.
