Bisher können Autofahrer die Assistenzsysteme in Modellen von Toyota wie bei anderen Herstellern nach Belieben deaktivieren. Nicht nur in der Stadt, sondern auch auf Landstraßen oder auf der Autobahn. Doch künftig könnte ein „AUS‑Button“ nur noch auf Rennstrecken oder in speziell sicheren Situationen erlaubt sein. Sarada betont laut eines Berichts des australischen Portals Chasing Cars, dass Toyota untersucht, ob vernetzte Fahrzeugtechnologien – die andere Autos, Fußgänger und Straßenbedingungen automatisiert erkennen – temporär mehr Freiheit für sportliches Fahren zulassen könnten, solange die Risiken minimal sind. „In Bereichen, in denen Autofahrer Spaß am Fahren haben können, wollen wir ihnen die Freiheit geben, selbst zu entscheiden, wie sie ihre Autos fahren“, so Sarada.
Toyota reagiert auf immer strengere Standards
Die Balance zwischen maximaler Sicherheit und Fahrspaß ist für Toyota eine Herausforderung. Während die Software-Abteilung die Unfallprävention vorantreibt, muss die Performance-Sparte des Konzerns sicherstellen, dass sportliche Modelle wie der GR Corolla weiterhin Käufer ansprechen. Die Entscheidung über die Deaktivierung von Sicherheitsfunktionen wird also nicht allein vom Autohersteller getroffen, sondern auch von Behörden und gesetzlichen Regelungen, die in Australien, aber auch in Europa und weltweit zunehmend strengere Standards einführen.
Seit über 20 Jahren setzt Toyota bereits auf vorbeugende Sicherheitsmaßnahmen: In Toyota- und Lexus-Fahrzeugen können Navigationsziele während der Fahrt nicht eingegeben werden. Auch Touchscreen-Interaktionen sind durch Software eingeschränkt. Eine Praxis, die mittlerweile viele andere Hersteller übernommen haben. Europäische Vorschriften verschärfen diese Regeln weiter: Ab Juli 2026 müssen alle Neuwagen in der EU Ablenkungswarnungen an Bord haben.
Ziel: Verkehrsunfälle reduzieren
Mit der möglichen Abschaffung des „AUS‑Knopfs“ will Toyota die Kontrolle über die Nutzung seiner Assistenzsysteme verschärfen und die Zahl der Verkehrsunfälle weiter reduzieren. Kritiker warnen, dass dies den Fahrkomfort einschränkt und die Freiheit der Fahrer begrenzt. Toyota bleibt jedoch entschlossen, durch die Kombination aus autonomen Technologien und vernetzter Fahrzeugintelligenz eine sicherere Straßenumgebung zu schaffen, ohne dabei den Fahrspaß völlig zu opfern.
