Anfang April landet dieser 33 Jahre alte Streifen in den Top10 – und das in 67 Ländern. Auch in Deutschland erfreut sich der Film großer Beliebtheit und thront auf Platz 8 (Stand 14. April). Der Titel mit Bruce Willis in der Hauptrolle wurde neu bei Netflix hinzugefügt und erlebt gerade sein Comeback. Dabei wurde er zu seiner Zeit von Kritikern zerrissen. Und nicht nur von ihnen, auch Bruce Willis selbst und der leitende Regisseur ließen kein gutes Haar daran. Ein interessantes Phänomen.
Film-Flop plötzlich in den Netflix-Charts
Mit „Tödliche Nähe“ (Originaltitel: „Striking Distance“) kam 1993 ein Actionthriller ins Kino, der eigentlich alle hätte umhauen müssen. Fünf Jahre nach Bruce Willis großem Durchbruch mit „Stirb langsam“ war der Schauspieler in aller Munde. Als Detektiv Tom Hardy jagt er im Film einen Serienkiller, der schon seinen Vater auf dem Gewissen hat und es jetzt auf seine Ex-Freundinnen abgesehen hat. So rückt Hardy selbst ins Zentrum der Ermittlungen. Als verdeckte Ermittlerin bekommt er Jo Christman (gespielt von Sarah Jessica Parker) an die Seite gestellt. Die Schauspielerin hatte bereits 1991 mit „L.A. Story“ Bekanntheit erlangt, bevor 1998 der große Durchbruch mit „Sex and the City“ folgen sollte. Und so verstricken sich die zwei immer tiefer in ein Netz aus Intrigen und geraten dabei in Lebensgefahr.
Mord, Verfolgungsjagden, die ein oder andere Liebschaft: Das klingt doch eigentlich vielversprechend und nach einem Action-Erfolgskonzept. Doch warum ist „Tödliche Nähe“ damals vor über 30 Jahren so hart gefloppt?
Harte Kritiken für „Tödliche Nähe“
Als der Film rauskam, wurde er regelrecht zerrissen. Zu viele Klischees, zu vorhersehbar, einfallslos und unzusammenhängend – harte Worte, die einen Erfolg an den Kinokassen schnell zu Nichte machten. Bruce Willis selbst bezeichnete ihn als „mies“ und entschuldigte sich 2004 bei seinen Fans. „Dieser Film war wirklich schlecht, er war wirklich erbärmlich“, sagte der Schauspieler damals. Funfact: Ursprünglich sollte Tom Hardy übrigens von Ed Harris („Apollo 13“) und dann von Robert De Niro („Der Pate“) gespielt werden, bevor schlussendlich Bruce Willis die Rolle bekam. Eine Entscheidung, die er bis heute bereut.
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Auch Regisseur Howard Herrington, der 1989 seinen größten Hit mit „Road House“ und Patrick Swayze („Dirty Dancing“) in der Hauptrolle feiern durfte, möchte von all seinen Filmen „Tödliche Nähe“ am wenigsten. Als Grund gibt er eigenes Versagen an. Er habe es schlichtweg nicht geschafft, das ernste Thema der Vertuschung von Polizeigewalt mit der Jagd nach dem Serienmörder passend zu verbinden. Zudem habe er zwischen den Stühlen gesessen. Auf der einen Seite die Columbia Picture Studios, die sich einen Actionfilm mit Humor gewünscht hätten, auf der anderen Hauptdarsteller Bruce Willis mit eigenen Änderungswünschen. Die Arbeit an dem Film sei daher für Herrington sehr „schwierig“ gewesen und hätte ihm überhaupt keinen Spaß gemacht, wie er gegenüber UPROXX mitteilen ließ.
„Tödliche Nähe“ feiert Comeback auf Netflix
Auch bei IMDb und Rotten Tomatoes bekam „Tödliche Nähe“ sein Fett weg: 5,9 von 10 Punkten und nur 20 Prozent positive Bewertungen. In den Kommentaren wägen die Fans allerdings gute gegen negative Aspekte ab. Der Film sei zwar unterhaltsam, Cop Hardy allerdings sehr cartoonhaft. Ein vorhersehbarer Plot, gemischt mit fantastischer Action, einer störenden Romanze und einem im Nachhinein interessanten Support-Cast. Zum Beispiel spielt hier Andre Braugher mit, der dir sicherlich als Captain Ramond Holt in „Brooklyn Nine-Nine“ bekannt sein dürfte. Viele Zuschauer geben den Tipp: Einfach nicht zu ernst nehmen und sich unterhalten lassen. Dann sei „Tödliche Nähe“ ein ganz netter Zeitvertreib.
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Doch erklärt all das bisher noch nicht, wieso der Film jetzt so beliebt auf Netflix ist. Ist es nur, weil er neu zur Mediathek hinzugefügt wurde, oder weil die Nutzer Lust auf ein wenig 90er-Nostalgie haben? Oder liegt es am Interesse an Bruce Willis, der zuletzt mit einer Demenzerkrankung für Schlagzeilen sorgte? Womöglich ist es auch einfach nur die Sensationsneugierde über einen Film, der so schlechte Kritiken bekommen hat, dass man ihn einfach mal sehen muss. Auf jeden Fall erlebt „Tödliche Nähe“ auf Netflix gerade sein großes Revival.
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