Roboter statt Menschen: Sieht so der Supermarkt der Zukunft aus?

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Auf der CES in Las Vegas durfte ich den Supermarkt der Zukunft anschauen: 24 Stunden geöffnet und mit Robotern als Mitarbeiter. Würde das auch in Deutschland funktionieren? Ich nehme dich beim Einkaufen mit.
Ein Supermarkt mit Robotern von VenHub auf der CES in Las Vegas
Roboter statt Menschen: Sieht so der Supermarkt der Zukunft aus?Bildquelle: Timo Brauer / inside digital

Der amerikanische Anbieter VenHub hat auf der CES einen kompletten Supermarkt aufgebaut. Obwohl „Supermarkt“ bei der Größe vermutlich etwas übertrieben wäre. Der Laden ist von der Größe her eher mit einem Späti oder Kiosk vergleichbar als mit einem kompletten Supermarkt.

Mein erster Einkauf im Roboter-Supermarkt

Um in dem Store von VenHub einzukaufen, braucht man nur sein Smartphone. Über eine App stelle ich mir meinen Einkauf zusammen. Gefrorene Produkte, kühle Getränke und verpackte Lebensmittel befinden sich im Sortiment. Frische Produkte wie Obst oder Gemüse standen nicht zur Auswahl, doch war das dem Showcase auf der Messe geschuldet.

So betreibt VenHub die Stores eigentlich nicht selbst, sondern verkauft diese „schlüsselfertig“ an die jeweiligen Händler. Diese können das Sortiment selbst bestimmen und kümmern sich auch um den Nachschub der angebotenen Produkte.

Während ich die Produkte auswähle, stehe ich vor der Glasfront des kleinen Ladens. So kann ich mir die Produkte bereits vor dem Einkauf anschauen. Theoretisch kann ich meinen Einkauf aber auch schon auf dem Weg zum Supermarkt zusammenstellen und muss das nicht erst vor Ort tun.

VenHub Supermarkt in Las Vegas
Einer der Roboter nimmt meinen bestellten Eistee aus dem Kühlregal

Ist der Einkauf zusammengestellt und bezahlt, beginnen die Roboter mit ihrer Arbeit. In dem Store sind zwei große Roboterarme mit Schienen auf dem Boden befestigt. Die Roboter erinnern an die Greifarme, die zum Montieren von Produkten in Fabriken genutzt werden. Beide Roboter arbeiten parallel und stellen mit verschiedenen Greif-Werkzeugen meinen Einkauf zusammen.

Den ganzen Prozess kann ich durch die, wie die Mitarbeiterin vor Ort mehrfach betont, bruchfeste und kugelsichere Glasscheibe verfolgen. In rund 2 Minuten ist mein Einkauf zusammengestellt und bereit zur Abholung. Mit einem Klick auf dem Smartphone öffnet sich die Tür und ich kann meine Produkte entnehmen.

VenHub Supermarkt in Las Vegas
Aus einer dieser Klappen lässt sich der Einkauf entnehmen

Auch ein Konzept für Deutschland?

Der Supermarkt von VenHub ist bereits an ein paar Standorten im Einsatz. Etwa am Flughafen von Los Angeles oder dem Campus einer Universität. Einen Supermarkt mit seinem deutlich größeren Sortiment kann VenHub nicht ersetzen, eignet sich der Store doch eher für kleinere Einkäufe als für den kompletten Wocheneinkauf.

Doch auch dafür gäbe es an vielen Stellen Bedarf. Ein perfektes Beispiel sind Tankstellen. Hier kann man nicht nur seinen Treibstoff bezahlen, sondern auch ausgewählte Produkte und Lebensmittel kaufen. Tagsüber im Geschäft und nach den regulären Öffnungszeiten aus Sicherheitsgründen über einen Nachtschalter.

Mit dem Umstieg auf Elektroautos fällt die Hauptaufgabe der Tankstelle weg. Schließlich bezahlt man den Strom direkt an der Ladesäule und muss dafür nicht in die Tankstelle. Hier könnte so ein robotergesteuerter Store rund um die Uhr Getränke, Snacks und weitere Produkte neben einem Ladepark anbieten. Doch auch Flughäfen, Bahnhöfe oder Stadtzentren kleinerer Orte bieten sich als Standorte für solche rund um die Uhr geöffneten Stores an.

Würdest du in so einem Store einkaufen?

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