Packstation bald verboten? Verbraucherzentrale verklagt DHL

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Die Verbraucherzentrale geht in Deutschland gegen unfaire Geschäftspraktiken von Unternehmen vor und klagt notfalls auch vor Gericht. Jetzt trifft es DHL und deren Packstationen. Welche Folgen hat das für DHL-Kunden?
Eine Packstation von DHL
Packstation bald verboten? Verbraucherzentrale verklagt DHLBildquelle: Maxim via Unsplash

Eigentlich sind die Packstationen von DHL eine praktische Sache: Ist man nicht zu Hause, bringt der Paketbote das Paket in die Packstation, wo man es unabhängig von Öffnungszeiten abholen kann. Die meisten Packstationen besitzen ein Display und einen Scanner. Dort scannt der Kunde die Abholkarte, Mail oder App und kann sein Paket entgegennehmen. Doch das funktioniert nicht überall.

Packstation mit App-Zwang

So gibt es auch Packstationen, die kein Display mehr besitzen. Die Steuerung funktioniert ausschließlich per App. Und genau darin sieht die Verbraucherzentrale ein Problem. Wird ein Paket an eine dieser Packstationen zugestellt, hat der Empfänger nämlich keine andere Wahl, als sich die DHL-App zu installieren. Anders kommt man nicht an sein Paket.

Das schließt nicht nur Nutzer ohne Smartphone aus, sondern zwingt auch dazu, die Nutzungsbedingungen der App zu akzeptieren, um an seine Bestellung zu kommen. Die Verbraucherzentrale schreibt dazu: „Pakete dürften nicht so zugestellt werden, dass der Zugriff darauf technisch an eine Softwareinstallation gebunden sei.“

Liegt das Paket einmal in der Packstation, hat man keine andere Wahl. Denn holt man das Paket nicht innerhalb der Frist von 7 bis 9 Tagen ab, wird es an den Absender zurückgeschickt. Alternativ kann der Kundenservice weiterhelfen und das Paket umleiten lassen.

Verbraucherzentrale klagt gegen DHL

Das Postgesetz erlaubt in der Theorie bereits, die Zustellung an solche Automaten zu unterbinden. Die Verbraucherzentrale will nun durchsetzen, dass DHL keine an Hausadressen adressierten Pakete mehr an Packstationen ohne Display weiterleitet und die Nutzer somit zur Installation der eigenen App zwingt.

Gewinnt die Verbraucherzentrale vor Gericht, sind das gute Nachrichten für Kunden ohne Smartphone oder DHL-App. Pakete dürften dann nur noch an Packstationen mit Display oder Filialen weitergeleitet werden. Diese sind jedoch möglicherweise weiter entfernt oder haben Öffnungszeiten.

Doch Besserung für alle Kunden ist in Sicht: DHL stattet auch neue Packstationen weiterhin mit Display aus, damit diese ohne App-Zwang nutzbar sind. Die neuesten Packstationen sollen dabei sogar Postfilialen ersetzen können. Hier kann man nicht nur Pakete empfangen und versenden, sondern auch Labels und Briefmarken kaufen, Briefe einwerfen und sogar mit einem Postmitarbeiter per Videochat sprechen. 24 Stunden geöffnet und ganz ohne Registrierung oder Smartphone.

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