Regierungspläne: Darum sollen Kassenpatienten bald draufzahlen

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Seit über zehn Jahren kämpfen Apotheken in Deutschland für mehr Geld pro abgegebener Packung. Jetzt hat Gesundheitsministerin Nina Warken im Bundestag ein klares Versprechen an alle Apotheken gemacht.
Mehrkosten für Kassenpatienten
Mehrkosten für KassenpatientenBildquelle: inside digital / KI-generiert / Thomas Kern

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) steckt in einer tiefen Finanzkrise. Und die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben wird laut Warken „immer größer“. Wer am Ende für all das zahlt, dürfte vielen Versicherten noch nicht klar sein. Gut möglich, dass es die Beitragszahler sind.

Das hat es mit der neuen Reform auf sich

Streitthema ist das sogenannte Fixum. Dabei handelt es sich um eine Pauschale, die Apotheken für jede abgegebene verschreibungspflichtige Packung bekommen. Seit 2013 liegt sie bei 8,35 Euro. Seitdem sind Mieten, Personalkosten und Energiepreise massiv gestiegen, das Honorar aber nicht. Das Ergebnis: In Deutschland schließen immer mehr Apotheken. Vor allem auf dem Land wird die Versorgung mit Medikamenten dadurch zum echten Problem.

Im Bundestag hat Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) nun klargestellt, dass die Erhöhung des Fixums über eine Verordnung geregelt wird. Somit nicht über ein aufwendiges Gesetzgebungsverfahren, sondern schneller und direkter. „Wenn wir das Maßnahmenpaket im Frühjahr vorlegen, werden wir auch dazu eine Regelung vorlegen“, versprach Warken. Für Apotheken wäre das eine längst überfällige Entlastung. Für die Krankenkassen bedeutet es gleichzeitig mehr Ausgaben und damit potenziell steigende Beiträge für alle Versicherten.

Gleichzeitig kommt die Apothekenreform in die erste Lesung im Bundestag. Ziel ist es, Apotheken von Bürokratie zu entlasten und ihnen neue Kompetenzen zu geben. Zum Beispiel beim Impfen. Apotheken sollen künftig ein stärkerer Teil der medizinischen Grundversorgung werden, der sogenannten Primärversorgung. Damit würden sie nicht mehr nur Medikamente ausgeben, sondern wären aktiver in die Patientenbetreuung eingebunden.

GKV-Krise: Was kommt noch auf uns zu?

Das eigentlich große Thema der Regierungsbefragung war jedoch die finanzielle Lage der gesetzlichen Krankenversicherung. Warken machte kein Hehl daraus, dass das System unter Druck steht: mehr ältere Menschen, mehr Pflegebedürftige und steigende Kosten auf allen Seiten. Um die Beitragssätze stabil zu halten, plant das Bundesgesundheitsministerium (BMG) ein umfangreiches Sparpaket, das im Sommer dem Kabinett vorgelegt werden soll. Eine unabhängige GKV-Finanzkommission soll dafür Vorschläge erarbeiten.

Im Endeffekt soll ein neues Primärversorgungssystem entstehen, das Patienten zielgenauer in die richtige Versorgungsebene leitet, ohne dass Hausärzte zum Flaschenhals werden. Ergänzt werden soll das durch digitale Ersteinschätzungen und eine elektronische Patientenakte (ePA), die endlich praxistauglich gemacht wird.

Mitreden

3 KOMMENTARE

  1. Nutzerbild Mainzer

    In allen Belangen sind immer die Endverbraucher, diejenigen die für alles gerade stehen sollen. Wie weit sollen wir noch gestreckt werden. Ob Spritpreise oder sonstige Steuern, immer der Endverbraucher. Versicherungen Lebenshaltungskosten steigen ins unerlässliche. Wersoll das denn alles noch bezahlen? Selbst die Sozialstruktur wird angegriffen. Warum nicht mal die Reichen zu Tisch und die Politiker sowie die Beamten richtig zu besteuern, da geht man nicht ran. Aber auf Steuerzahler alles abwelzen. Wie konnte man nur Friedrich Merz und Söder wählen, die CDU wird unsunser Untergang sein. Deutschland wieder der Demokratie!!!!!

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  2. Nutzerbild Jo Belt

    Das mit der Digitalisierung im Gesundheitswesen ist mittlerweile der absolute Schwindel und Terror: die AOK hat gestern mitgeteilt, dass der Zugang zum „persönlichen Bereich“ „Meine AOK“ in Zukunft durch eine weitere app „abgesichert“ werden soll (bisher muss man sowohl seinen Nutzernamen als auch das Passwort kennen und bekommt dann noch vor dem Einloggen 6 oder 8 Ziffern übers Handy zum Abtippen)!!! Ich habe der AOK mitgeteilt, dass icch keine apps laden kann, da ich nur ein feature phone, aber kein Schmarrnphone habe. Antwort der AOK: KEINE!
    Derselbe Schwindel mittlerweile im Supermarkt: viele Sonderangebote gibt’s nur für die, die eine app von dort haben!
    Das sperrt bei Krankenkasse und Supermarkt die aus, die ein smartphone nicht wollen oder es sich nicht leisten können. Ist doch genial: so kann man überall Leute ausschliessen, die man nicht dabei haben will: einfach eine app verlanden! Nach dem Motto: entweder bist digital oder uns scheissegal!

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  3. Nutzerbild Robert

    Einerseits sind wir selbst Schuld, weil wir uns alles Bieten lassen! Kassieren Die Krankenkassen nicht schon genug von uns? Selbst verdiene ich ca. 4900€ Brutto, mehr als die Hälfte gehen ab und Rest bleibt mir, zum Glück keine Kinder und nicht verheiratet, warum geht man nicht an die Reichen und Politiker?

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