Rente steigt um 4,24 Prozent: Warum eine Million Rentner trotzdem leer ausgehen

2 Minuten
Die Renten steigen ab Juli 2026. Und mit 4,24 Prozent deutlich stärker, als im Vorfeld gedacht. Berechnungen zeigen, dass die meisten Rentner von der Rentenerhöhung profitieren dürften. Aber: eine Million Rentner gehen leer aus.
Rente steigt um 4,24 Prozent: Warum eine Million Rentner trotzdem leer ausgehen
Rentenerhöhung 2026: Deshalb bekommen eine Million Rentner nichtsBildquelle: Wolfgang Eckert / Pixabay

Seit dem vergangenen Juli erhalten alle Rentner mehr Geld. Wer vor der Rentenerhöhung rund 1.500 Euro Rente bekam, sieht seitdem etwa 50 Euro mehr im Monat. Und auch 2026 wird es eine Rentenerhöhung geben. Und die fällt größer aus, als gedacht. Der Grund: Steigende Löhne führen 2026 zu einem deutlichen Rentenplus. Und so gibt es ab dem 1. Juli 2026 für alle Rentner 4,24 Prozent mehr. Stopp, nicht für alle Rentner.

Rente steigt stärker als Inflation

Der Rentenversicherungsbericht schätzte für 2026 eine Rentenerhöhung von 3,37 Prozent. Doch: Die Prognose war zu tief gegriffen. Die Renten steigen deutlich höher. Um genau zu sein: um 4,24 Prozent. Wirksam zum 1. Juli. Kleines Rechenbeispiel: Bekommt jemand 1.500 Euro Rente pro Monat, sind es nach der Rentenerhöhung 2026 rund 64 Euro mehr. Die Politik verweist darauf, dass die Renten damit sogar stärker steigen als die Inflation. Die wird für dieses Jahr auf etwa 2,1 Prozent geschätzt. In der Theorie wächst also die Kaufkraft der Rentner. In der Praxis dürfte ein Teil des Plus wieder dort landen, wo er herkam: bei steigenden Mieten, Energiekosten und Lebensmitteln.

Rente: Große Nachzahlung für 10 Millionen Rentner kommt

Und das Bild hat noch eine andere Schattenseite. Etwa 1,3 Millionen Rentner haben von der Rentenerhöhung rein gar nichts. Und es sind die Ärmsten. Die, die ihre Rente aufstocken müssen und zusätzlich Grundsicherung beziehen. Die Grundsicherung im Alter ist eine Sozialleistung, die das Existenzminimum sichern soll. Sie ist nachrangig. Das bedeutet: Zuerst muss das eigene Einkommen – also die Rente – aufgebraucht werden. Wenn die Rente zum 1. Juli steigt, erhöht sich das anrechenbare Einkommen. Die Folge: Das Sozialamt zieht das Plus bei der Rente eins zu eins von der Grundsicherung ab. Das Ergebnis: Der Gesamtbetrag (Rente + Grundsicherung), den der Rentner am Monatsende zur Verfügung hat, bleibt exakt gleich. Die Rentenerhöhung entlastet also lediglich die Staatskasse, nicht den Geldbeutel des Betroffenen.

So geht es 2027 weiter

Vergangenes Jahr stieg die Rente um 3,74 Prozent. 2026 sind es 4,24 Prozent. Nicht viel, aber ein wenig mehr. Das bedeutet aber nicht, dass die Rentenerhöhung 2027 erneut höher ausfallen wird. Geht man von der mittleren Lohnvariante aus, dürfte es 2027 rund 3,5 Prozent mehr geben. Aber auch das ist, wie die Prognosen für dieses Jahr gezeigt haben, nicht in Stein gemeißelt.

Mitreden

3 KOMMENTARE

  1. Nutzerbild Frank Reichart

    Das ist eine sehr merkwürdige Logik in dem Kommentar zur Anrechnung der Rentenerhöhung bei der Grundsicherung. Es ist doch gut, wenn der Anteil der Grundsicherung an Rentenzahlungen sinkt. Keiner liegt dem Staat gerne auf der Tasche. Was auch ausgeblendet wird: da die Rentenkassen von Steuergeldern teilweise subventioniert werden, geht der Staat keinesfalls leer aus. Die Zuschüsse steigen bei steigenden Renten.

    Antwort
  2. Nutzerbild F. Feierabend

    Kaum ein Rentner wird durch die Rentenerhöhung mehr Geld in seiner Geldbörse haben, eher weniger bei den steigenden Preisen und städtischen Gebühren und der nochmaligen Erhöhung der Grundsteuer B. Die Schweinerei ist die, dass Oberbürgermeister und Kämmerer mit den Steuereinnahmen nicht verantwortungsvoll umgehen. Viele Steuergelder gehen für Prestigeobjekte drauf, von denen ich als Rentner gar keinen Nutzen habe. Die Unterbringung von Wirtschaftsflüchtlingen geschieht mittler Weile in 4 Sterne Hotels. In den Großstädten im Ruhrgebiet fühlt man sich inzwischen als Fremder im eigenen Land und wird dafür noch anständig zur Kasse gebeten. Auch unsere Kommunalpolitiker haben kein Hirn im Kopf. Das Geld, welches man durch Steuererhöhungen den Menschen stiehlt , können sie im Einzelhandel nicht mehr ausgeben. Dann wundern sich die Oberbürgermeister, wenn die Geschäfte schließen müssen und die Innenstädte verkommen.

    Antwort
  3. Nutzerbild Thomas

    Es wird reformiert um Geld zu sparen.Gerecht wird es nicht.Das ist nicht der Deal gewesen.Aufgeteilt wird doch eh bei einer Scheidung,wenn man zusammenbleibt ist es doch auch gut für den Hinterbliebenen 55% zu bekommen,hier wird unter dem Deckmantel der Selbstbestimmung der Frau etwas fabriziert was wir nicht brauchen, es wird nur komplizierter deswegen haben haben wir auch diese riesige Rentenbehörde.Bin verheiratet, habe das auch nicht vor zu ändern.Bin allerdings 10 Jahre älter und in diesem Falle würde ich persönlich enteignet werden,

    Antwort

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein