Rentenerhöhung kommt: Deshalb gehen eine Million Rentner leer aus

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Die Renten steigen ab Juli 2026. Und das deutlich stärker, als im Vorfeld gedacht. Berechnungen zeigen, dass die meisten Rentner von der Rentenerhöhung profitieren dürften. Aber: eine Million Rentner gehen leer aus.
Rente: Große Nachzahlung für 10 Millionen Rentner kommt
Rentenerhöhung 2026: Deshalb bekommen eine Million Rentner nichtsBildquelle: Immo Wegmann / Unsplash

Seit dem vergangenen Juli erhalten alle Rentner mehr Geld. Wer vor der Rentenerhöhung rund 1.500 Euro Rente bekam, sieht seitdem etwa 50 Euro mehr im Monat. Und auch 2026 wird es eine Rentenerhöhung geben. Und die fällt größer aus, als gedacht. Der Grund: Steigende Löhne führen 2026 zu einem deutlichen Rentenplus. Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas jedenfalls zeigt sich zufrieden. Die gesetzliche Rente, sagt sie, bleibe verlässlich. Aber: Viele Rentner gehen trotzdem leer aus.

So hoch fällt die Rentenerhöhung 2026 aus

Der Rentenversicherungsbericht schätzte für 2026 eine Rentenerhöhung von 3,37 Prozent. Doch: Die Prognose war zu tief gegriffen. Die Renten steigen deutlich höher. Um genau zu sein: um 4,24 Prozent. Wirksam zum 1. Juli. Kleines Rechenbeispiel: Bekommt jemand 1.500 Euro Rente pro Monat, sind es nach der Rentenerhöhung 2026 rund 64 Euro mehr. Die Politik verweist darauf, dass die Renten damit sogar stärker steigen als die Inflation. Die wird für dieses Jahr auf etwa 2,1 Prozent geschätzt. In der Theorie wächst also die Kaufkraft der Rentner. In der Praxis dürfte ein Teil des Plus wieder dort landen, wo er herkam: bei steigenden Mieten, Energiekosten und Lebensmitteln.

Rente: Große Nachzahlung für 10 Millionen Rentner kommt

Und das Bild hat noch eine andere Schattenseite. Etwa 1,3 Millionen Rentner haben von der Rentenerhöhung nichts. Und es sind die Ärmsten. Die, die ihre Rente aufstocken müssen und zusätzlich Grundsicherung beziehen. Die Grundsicherung im Alter ist eine Sozialleistung, die das Existenzminimum sichern soll. Sie ist nachrangig. Das bedeutet: Zuerst muss das eigene Einkommen – also die Rente – aufgebraucht werden. Wenn die Rente zum 1. Juli steigt, erhöht sich das anrechenbare Einkommen. Die Folge: Das Sozialamt zieht das Plus bei der Rente eins zu eins von der Grundsicherung ab. Das Ergebnis: Der Gesamtbetrag (Rente + Grundsicherung), den der Rentner am Monatsende zur Verfügung hat, bleibt exakt gleich. Die Rentenerhöhung entlastet also lediglich die Staatskasse, nicht den Geldbeutel des Betroffenen.

So geht es weiter

Vergangenes Jahr stieg die Rente um 3,74 Prozent. 2026 sind es 4,24 Prozent. Nicht viel, aber ein wenig mehr. Das bedeutet aber nicht, dass die Rentenerhöhung 2027 erneut höher ausfallen wird. Geht man von der mittleren Lohnvariante aus, dürfte es 2027 rund 3,5 Prozent mehr geben. Aber auch das ist, wie die Prognosen für dieses Jahr gezeigt haben, nicht in Stein gemeißelt.

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