Das Konto ist seit Jahren da. Niemand denkt darüber nach. Es funktioniert einfach. Einmal Geld einzahlen, später wieder abheben, vielleicht ein paar Zinsen kassieren. Jetzt ändern zwei Termine das: der 30. September 2026, der gerade verstrichen ist, und der 11. Januar 2027. An beiden Tagen geht es um Daten und Konten von Hunderttausenden Deutschen. Denn die EU stellt eine entscheidende Frage: Wo genau liegt dieses Konto eigentlich?
Bankkonten: Das Finanzamt liest längst mit
Bis zum 30. September mussten 118 Staaten Kontodaten an das deutsche Bundeszentralamt für Steuern liefern. Die Türkei ist seit 2021 dabei, ebenso die Schweiz, Großbritannien, Singapur und Panama. Gemeldet werden unter anderem Name, Adresse, Steuer-ID, der Kontostand zum Jahresende sowie Zinsen und Dividenden.
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Das Bundeszentralamt reicht diese Daten jetzt an die zuständigen Finanzämter weiter. Für den Kontoinhaber bedeutet das: absolute Transparenz. Passen die Angaben aus dem Ausland nicht zur heimischen Steuererklärung, folgt schnell Post vom Finanzamt. Dabei geht es oft um mehr als nur ein paar Euro nachzuzahlende Zinsen – die Behörde wird sich im Zweifel auch dafür interessieren, woher das Geld auf dem ausländischen Konto überhaupt stammt.
Und das Konto in Deutschland?
Wer nur ein Girokonto bei der Sparkasse um die Ecke hat, kommt in diesem Datenaustausch nicht vor. Den Kontostand eines deutschen Kontos meldet die Bank nicht automatisch ans Finanzamt, die Abgeltungsteuer auf Zinsen zieht sie ohnehin direkt ab. Ahnungslos ist der Staat trotzdem nicht. Über das Bundeszentralamt für Steuern können Behörden abfragen, wer bei welcher Bank Konten und Depots führt. Kontostand und Umsätze erfahren sie dabei nicht, und die Bank erfährt nichts von der Abfrage. 2023 gab es rund 1,4 Millionen solcher Kontenabrufe, 169.901 davon für Finanzämter. Am fleißigsten fragten Gerichtsvollzieher mit 844.427 Abrufen. Der Staat kennt also nicht den Kontostand, aber sehr genau die Adresse der Bank.
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Die neue EU-Regel: Eine Mautstation vor der Bank
Während der Datenaustausch bereits Routine ist, wird eine zweite Neuerung leiser daherkommen, für viele Kunden aber deutlich spürbarer sein. Ab dem 11. Januar 2027 greift ein neues EU-Gesetz (die sogenannte CRD-VI-Richtlinie), das für mehr Kontrolle auf dem Finanzmarkt sorgen soll. Banken aus Nicht-EU-Ländern dürfen Kunden in Deutschland dann grundsätzlich nur noch Konten oder Kredite anbieten, wenn sie hierzulande eine offiziell zugelassene Zweigstelle haben. Die Regel gilt in der gesamten EU, für Kunden in Österreich also genauso.
Eine kleine Niederlassung im benachbarten Wien oder Paris reicht für deutsche Kunden nicht mehr. Für die Banken bedeutet diese Vorgabe massiven Aufwand: Sie brauchen Genehmigungen, Personal vor Ort und viel eigenes Kapital. Lohnt sich dieser Aufwand für eine kleine Privatbank am Zürichsee wegen einer Handvoll Kunden aus München oder Stuttgart nicht, spürt das der Kontoinhaber direkt: Die Bank wird diese Kunden künftig schlicht nicht mehr bedienen und bestehende Konten womöglich kündigen. Die EU stellt also keine Schranke vor den Kunden – sie baut eine teure Mautstation vor die Bank.
Entwarnung für Bankkonten in Izmir
Trotz der strengeren Regeln müssen nicht alle Besitzer von Auslandskonten nervös werden. Wer bereits ein Konto außerhalb der EU hat, darf es grundsätzlich behalten. Verträge, die vor dem 11. Juli 2026 geschlossen wurden, stehen ausdrücklich unter Bestandsschutz. Wer erst danach unterschrieben hat, genießt diesen Schutz nicht. Ihm bleibt die Ausnahme für Kunden, die von sich aus kamen, oder die Kulanz seiner Bank.
Das ist besonders wichtig für die rund 1,5 Millionen Menschen in Deutschland, die aus der Türkei eingewandert sind. Wer im Urlaub in Izmir oder Istanbul zur Bank geht und aus eigener Initiative ein Konto eröffnet, darf das auch weiterhin tun. Die EU verbietet Auslandskonten für Privatleute nicht. Auch wer sein Konto bei der deutschen Tochter einer türkischen Bank führt – etwa bei der Isbank oder der Ziraat Bank – wird von der Neuerung nichts bemerken. Diese Institute haben bereits eine deutsche Zulassung.
Eng wird es am Zürichsee
Heikel wird es für den Endkunden vor allem dort, wo Banken aktiv um ihn werben. Bislang gab es für ausländische Banken einen bequemen deutschen Sonderweg: Sie konnten hiesige Kunden über eine simple Ausnahmegenehmigung der Finanzaufsicht betreuen, ganz ohne echte Zweigstelle. Diese Abkürzung fällt ab dem 11. Januar 2027 weg.
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Künftig gilt: Eine Bank ohne deutsche Zweigstelle darf einen Kunden nur dann aufnehmen, wenn der Kunde ausschließlich aus eigener Initiative anklopft. Hat die Bank vorher geworben, angerufen oder einen Vermittler geschickt, greift diese Ausnahme nicht mehr. Das trifft vor allem Institute in der Schweiz, die bislang sehr offen mit speziellen Angeboten um die rund 67.000 Grenzgänger aus Deutschland werben. Wenn den Schweizer Banken die neuen Vorgaben zu heikel oder zu teuer werden, könnte der Rausschmiss für deutsche Kunden die bequemste Lösung sein. Kein Gesetz zwingt eine Bank in Zürich, einen Bestandskunden aus Deutschland für immer zu behalten.
Postleitzahl bei neuem Konto
Offiziell geht es bei den neuen Regeln um Aufsicht: Wer in Europa Bankgeschäfte macht, soll sich an europäische Spielregeln halten. Für den Besitzer eines Auslandskontos bleibt am Ende eine einfache Rechnung: Das alte Konto in Izmir bleibt. Das bestehende Depot in Zürich auch. Aber das Finanzamt sieht in jedem Fall, was darauf liegt. Und wer künftig bei einer Bank außerhalb der EU ein ganz neues Konto eröffnen möchte, könnte erleben, dass das Institut zuerst kritisch auf die deutsche Postleitzahl schaut, bevor es freundlich „Grüezi“ sagt.
Das Finanzamt bekommt seine Kontodaten automatisch aus 118 Ländern. Wer wenigstens so gut informiert sein will wie das Finanzamt, folgt unserem WhatsApp-Kanal life & money: neue Regeln zu Konto, Rente, Steuern und Gebühren, oft bevor die Bank den Brief schickt. Kostenlos und ohne Kleingedrucktes. Oder vielleicht mit. Schau selbst vorbei.

Ja die EU … sie will nur wie immer unser Bestes. Fällt denn niemandem auf, daß diese Institution uns und unsere Rechte im Grunde genommen immer weiter einschränkt? Inzwischen ist doch nichts mehr sicher. Es sollen unsere Chats gelesen werden, unser Konto wird überwacht und wir gleich mit.
Als Ausrede wird immer unsere Sicherheit, Freiheit und Demokratie vorgeschoben. Privatsphäre ist schon lange weg und der sogenannte Datenschutz kostet Unternehmen viel Geld und bringt nur Hürden. „Staatliche Behörden“ können uns aber trotzdem ausspionieren, da es ja Sonderregelungen gibt – der Beitragsservice ist so ein Beispiel.
Das Konstrukt EU kann meiner Meinung nach weg.