Lufthansa City Airlines stellt Flugbetrieb ein

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Lufthansa vollzieht einen harten Schnitt: Die Regionaltochter Lufthansa Cityline wird komplett eingestellt. Mit sofortiger Wirkung! Offiziell begründet der Konzern den Schritt mit steigenden Kosten und strategischem Umbau – doch die aktuelle Streikwelle dürfte die Entscheidung beschleunigt haben.
Lufthansa Cityline Flugzeug
Luifthansa macht mit CityLine Schluss - auch wegen massiven Streiks.Bildquelle: ShutterStock.com / Minh K Tran

Seit Wochen wird der Flugbetrieb der Lufthansa Cityline massiv durch Arbeitskämpfe belastet. Piloten und Kabinenpersonal legten immer wieder die Arbeit nieder, zuletzt mit erheblichen Auswirkungen auf den gesamten Konzernbetrieb. Allein an großen Drehkreuzen wie Frankfurt und München fielen Hunderte Flüge aus. Hier operierte Cityline nicht nur, um direkte Stadtverbindungen in ganz Europa für Lufthansa abzuwickeln, sondern auch, um Zubringerflüge für Interkontinentalverbindungen zu den Drehkreuzen anzubieten.

Lufthansa Cityline fliegt aus dem Flugplan

Im Kontext der eskalierenden Streikwelle wirkt die Entscheidung zur Stilllegung der Cityline weniger wie ein isolierter Strategiewechsel, sondern vielmehr wie ein kalkulierter Schnitt in einer ohnehin angespannten Lage. Und Lufthansa macht in einer aktuellen Mitteilung auch keinen Hehl daraus, dass die Streiks bei der nun gefällten Entscheidung, das Angebot der Cityline aus dem Flugplan zu nehmen, ausdrücklich eine Rolle spielten: Die Arbeitskämpfe erhöhten den Druck und machten den Betrieb der Tochtergesellschaft zunehmend unattraktiv.

Auch wirtschaftliche Faktoren kommen hinzu. Steigende Kerosinpreise und höhere Betriebskosten setzen den Konzern gegenwärtig massiv unter Zugzwang. In Kombination mit den wiederkehrenden Streiks ergibt sich ein Szenario, in dem Lufthansa offenbar keinen nachhaltigen Weiterbetrieb für die Cityline mehr sieht.

Regionaltochter muss schneller weichen als geplant

Bemerkenswert ist dabei das Timing: Schon länger plant Lufthansa, die Regionalflüge neu aufzustellen und mittelfristig durch andere Strukturen zu ersetzen. So fliegt Lufthansa bereits seit einigen Monaten zusätzlich mit der Lufthansa City Airlines zu vielen deutschen und europäischen Zielen. Hier kommt Personal zum Einsatz, das günstiger ist als jenes bei Lufthansa Cityline. Dass die Cityline nun umgehend vom Markt verschwindet und nicht erst wie bisher geplant im Jahr 2028, deutet darauf hin, dass die aktuellen Arbeitskämpfe als willkommener Anlass genutzt werden, diesen Umbau zu beschleunigen.

Für die Beschäftigten ist die Entscheidung ein harter Einschnitt. Während die Gewerkschaften für bessere Bedingungen im Cockpit und in der Kabine kämpfen, steht nun die Existenz der gesamten Einheit auf dem Spiel. Genau hier liegt die Brisanz: Der Konflikt eskaliert nicht nur tarifpolitisch, sondern führt letztlich zur vollständigen, unmittelbaren Abwicklung eines Unternehmensbereichs. Fast alle Piloten und Flugbegleiter seien widerruflich freigestellt worden. Ziel sei es aber weiter, „Crews der Lufthansa Cityline Optionen für eine berufliche Perspektive in der Lufthansa-Gruppe ermöglichen zu können“, heißt es von Lufthansa.

Andere Gesellschaften müssen einspringen, um Lücken im Flugplan zu schließen

Letztlich entsteht das Bild eines strategischen Moves unter Druck: Die Streiks bei CityLine sind nicht allein der Grund für das Aus – aber sie liefern Lufthansa den entscheidenden Hebel, um den Flugbetrieb dort endgültig einzustellen. Teile der für die kommenden Wochen von Lufthansa Cityline geplanten Flüge – die Airline betreibt rund 30 Flugzeuge, die über Wetlease-Verträge für Lufthansa fliegen – dürften ab Samstag von Lufthansa City Airlines und anderen Lufthansa-Gesellschaften wie Air Dolomiti oder der Kernmarke selbst übernommen werden. Inwiefern es auch zu Annullierungen von einzelnen Flügen kommen wird, ist noch unklar.

Schon jetzt steht darüber hinaus fest, dass Lufthansa sechs ältere Langstreckenflugzeuge – vier A340-600 und zwei Boeing 747-400 – zum Ende des aktuell laufenden Sommerflugplans ausflottet. Im Winterflugplan 2026/2027 reduziert sich das Kurz- und Mittelstreckenprogramm der Lufthansa-Kernmarke um weitere fünf Flugzeuge. Im Gegenzug erhält die Ferienfluggesellschaft Discover Airlines neun weitere Airbus A350-900-Maschinen schneller als bisher geplant. Auch diese Fluggesellschaft operiert zu günstigeren Konditionen als Lufthansa selbst.

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