Die neue FritzBox 7630 ist seit dem 1. Juni erhältlich. Sie richtet sich an Haushalte mit DSL-Anschluss und bringt Wi-Fi 7 ins Heimnetz. Am Internetanschluss unterstützt sie bis zu 300 MBit/s. Für das WLAN nennt Fritz bis zu 3,5 GBit/s brutto. Das macht den DSL-Anschluss nicht schneller, kann aber die Datenübertragung zwischen Geräten im Heimnetz verbessern. Zur Ausstattung gehören ein 2,5-GBit/s-Anschluss, drei Gigabit-LAN-Buchsen und eine DECT-Basis für Telefone sowie Smart-Home-Geräte. Fritz gibt für den neuen Router eine UVP von 299 Euro an.
Das stärkere Modell kostet aktuell weniger
Gerade wegen dieses Preises fällt die FritzBox 7630 auf. Denn die FritzBox 7690 ist bei Amazon aktuell für 254 Euro erhältlich. Damit kostet das von Fritz als DSL-Flaggschiff eingeordnete Modell rund 45 Euro weniger als die neue FritzBox 7630.
Dabei bietet die FritzBox 7690 mehr Ausstattung. Der Hersteller positioniert sie für große Haushalte und umfangreichere Smart-Home-Anwendungen. Dazu gehört auch Zigbee. Über diesen Funkstandard lassen sich etwa Lampen, Schalter oder Sensoren direkt mit dem Router verbinden. Bei der FritzBox 7630 nennt Fritz dagegen Smart Home über DECT ULE. Auch das WLAN leistet mehr und bringt bis zu 7,1 GBit/s brutto in die Luft. Zudem bietet die FritzBox 7690 neben einem 2,5-GBit/s-LAN-Anschluss auch einen 2,5-GBit/s-WAN-Port. Einzig beim USB-Port ist das Flaggschiff mit USB 2.0 langsamer unterwegs als die neue 7630 mit USB 3.0.
Für Käufer wirkt die Lage zunächst widersprüchlich: Der neu vorgestellte Router startet teurer als das Modell, das innerhalb der Baureihe darüber steht. Der Vergleich hat allerdings einen Haken. Die 299 Euro für die FritzBox 7630 entsprechen der unverbindlichen Preisempfehlung. Bei den 254 Euro für die FritzBox 7690 handelt es sich um einen aktuellen Handelspreis. Händler können ältere oder schon länger verfügbare Modelle deutlich unter der UVP anbieten.
Fritz erhöht die UVP der FritzBox 7690 deutlich
Dass die FritzBox 7690 aktuell günstiger erhältlich ist, bedeutet deshalb nicht, dass Fritz sie künftig preiswerter verkaufen will. Auf Nachfrage von inside digital teilt das Unternehmen mit, dass es die UVP der FritzBox 7690 zum 1. Juni auf 379 Euro angepasst habe. Die FritzBox 7630 startet mit einer UVP von 299 Euro.
Fritz begründet die Anpassung mit gestiegenen Kosten für Speicherbauteile. Das Unternehmen verweist auf eine weltweite Speicherknappheit und deutlich höhere Komponentenpreise, insbesondere bei Arbeitsspeichern. Nach Darstellung von Fritz treibt vor allem die hohe Nachfrage durch KI-Anwendungen die Preise. Zudem würden Hersteller verstärkt Speicherlösungen für Rechenzentren priorisieren.
Damit bestätigt Fritz für die eigenen Router eine Entwicklung, über die wir bereits vor Kurzem berichtet haben. In unserer Recherche zur Speicherkrise warnte ein Insider davor, den Kauf eines WLAN-Routers zu lange aufzuschieben. Seine Begründung: Engpässe bei Speicherbauteilen könnten zu höheren Preisen und schlechterer Verfügbarkeit führen.
Was der Preisunterschied für dich bedeutet
Für dich zählt beim Kauf zunächst nicht die UVP. Entscheidend ist der Preis, den Händler tatsächlich verlangen. Solange die FritzBox 7690 für rund 254 Euro verfügbar ist, bekommst du nach der Einordnung von Fritz das leistungsstärkere DSL-Modell günstiger als die neue FritzBox 7630. Sofern du nicht auf USB 3.0 angewiesen bist, dürfte die 7690 für dich das bessere Modell sein. Durch den schnellen WAN-Port kannst du diesen Router auch am Glasfaseranschluss hinter einem entsprechenden Modem mit hohen Datenraten nutzen.
Klar ist aber auch: Der günstige Preis der FritzBox 7690 muss nicht bleiben. Fritz hat die UVP des Modells auf 379 Euro angehoben. Sollten Händler ihre Preise anpassen, könnte sich der ungewöhnliche Abstand zur FritzBox 7630 schnell auflösen.
