Man stelle sich einmal vor, man hat sein Auto vollgetankt und einen Tag später kommt der Tankstellenbetreiber zu einem nach Hause und sagt: Der Sprit ist teurer geworden, ich bekomme für den Sprit, den Sie gestern getankt haben, zehn Euro zusätzlich. Klingt absurd, aber genau das macht jetzt eine Fluggesellschaft. Aufgrund der Sprit-Engpässe wird es auch mit dem Kerosin an Flughäfen knapp. Und der Treibstoff, der noch da ist, wird teurer. Dafür sollen jetzt all jene zahlen, die fliegen wollen. Kurz: die Passagiere. Und zwar auch dann, wenn sie Flugtickets schon gebucht und bezahlt haben.
Preise für Flugtickets steigen nachträglich
Während einige Fluggesellschaften bereits Flüge streichen, reagiert eine Airline mit deutlichen Aufpreisen. Der spanische Billigflieger Volotea erhebt einen Zuschlag, um sich an die Marktpreise anzupassen, heißt es. Gleichzeitig will man aber Kunden entschädigen, wenn der Treibstoffpreis sinkt. Der Grund für all das: die Krise im Nahen Osten und der damit verbundene Anstieg der Rohölpreise. Teures Kerosin gleich teure Flugtickets. Deshalb ändert Volotea sieben Tage vor dem Flug den Preis bereits gebuchter Tickets, um ihn an die aktuellen Treibstoffpreise am Markt anzupassen. Diese Maßnahme, die man „Fair Travel Promise“ nennt, „gilt bis auf Weiteres für alle Buchungen vom 16. März 2026“, so Voltea. Das Vorgehen ist wie folgt.
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Sieben Tage vor Abflug des Fluges überprüft die Fluggesellschaft die Preise für den Kraftstoffmarkt. Wenn die Preise steigen, verlangt der Billigflieger einen Aufpreis für die gebuchten Flugtickets von bis zu 14 Euro (pro Flug und Person). Wenn die Ölpreise sinken, will Volotea im Gegenzug die Flugtickets nachträglich günstiger machen. Dafür müsste sich der aktuelle Ölpreis aber nahezu halbieren.
Neue Regel gilt ab sofort
Die Fluggesellschaft betrachtet ihren Ansatz als „innovativ“, da er „Flexibilität, Fairness, Entscheidungsfreiheit und Transparenz“ vereint. Volotea orientiert sich an öffentlich zugänglichen Marktpreisen für Treibstoff. Im Rahmen dieser Regelung haben Passagiere außerdem die Möglichkeit, ihren Flug bis zu vier Stunden vor Abflug kostenlos umzubuchen oder zu stornieren, falls sie mit der Preisänderung nicht einverstanden sind. Sieben Tage vor Abflug bekommen Reisende einen Link, über den sie die zusätzlichen Gebühren bezahlen können. Bezahlt man die Extragebühren für seine Flugtickets nicht und bucht weder um, noch storniert man die Reise, „bleibt die Buchung mit einem offenen Betrag bestehen“, heißt es. Ob die Airline am Flughafen Reisenden dann den Flug verweigert, bleibt abzuwarten.
