Amazon priorisiert einige Artikel – bei anderen droht einmonatige Lieferzeit

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Das Coronavirus beziehungsweise die durch das Virus ausgelöste Erkrankung Covid-19 hält gerade die ganze Welt in Atem. Wegen Hamsterkäufen sind einige alltägliche Produkte wie beispielsweise Toilettenpapier aktuell Mangelware. Und auch der Weg zum Supermarkt ist nicht immer sicher. Damit Betroffene ihre gewünschten Verbrauchsprodukte möglichst ohne Einschränkungen erhalten können, hat Amazon diese beim Versand nun priorisiert. Dadurch entstehen allerdings lange Lieferzeiten für andere Artikel.
Amazon's Choice
Amazon's ChoiceBildquelle: Verbraucherzentrale NRW

Aufgrund der Corona-Krise verzeichnet Amazon derzeit eine Steigerung der Nachfrage im Online-Shopping. Damit Käufer wichtige Artikel des täglichen Bedarfs dennoch möglichst zeitnah zugestellt bekommen, hat der Online-Shop beschlossen diese zu priorisieren. Das bedeutet, dass Waren für den täglichen Bedarf, medizinische Verbrauchsgüter, Bücher und Artikel, die potenziell dingend benötigt werden, um beispielsweise von zu Hause aus arbeiten zu können, derzeit aufgrund der begrenzten Kapazitäten beim Versand bevorzugt behandelt werden. Im Umkehrschluss bedeutet dies allerdings auch, dass es bei allen anderen Waren „vorübergehend zu verlängerten Lieferzeiten“ kommt, wie Amazon selbst zugibt.

Verlängerte Lieferzeiten bedeuten allerdings nicht immer einige Tage, sondern beziehen sich gerne mal auf eine Frist von rund einem Monat. Dessen konnten wir uns selbst auf der Amazon-Website bei zahlreichen Produkten überzeugen. So würde beispielsweise der DJI Ronin-SC (Verkauf und Versand durch Amazon) bei einer Bestellung am 27. März erst (spätestens) am 24. April geliefert werden. Und das trotz eines verfügbaren Lagerbestands sowie einer Prime-Mitgliedschaft des Käufers. Interessant war zudem, dass alle normalerweise verfügbaren Lieferoptionen im Bestellprozess deaktiviert wurden. Verfügbar ist lediglich der Gratis-Premiumversand. Wie lange diese Notsituation noch anhalten wird, ist derzeit noch unklar.

Amazons Lagerarbeiter sind besorgt

Auch um die Sicherheit der Amazon-Mitarbeiter zu schützen, hat das Unternehmen nach eigenen Angaben Prozesse in den Bereichen Logistik, Versand, Lieferketten, Einkauf und Verkaufspartner angepasst. Wie diese Anpassungen konkret aussehen ist allerdings größtenteils unklar, und wirklich geschützt scheinen sich die Mitarbeiter nicht zu fühlen. In den USA scheint Desinfektionszubehör in Lagerhäusern kein Standard zu sein. Zudem müssen Lagerarbeiter laut einem Interview mit CNBC Schulter an Schulter arbeiten – ein Sicherheitsabstand ist somit nicht immer gewährleistet.

In Deutschland will Amazon derweil 350 zusätzliche Voll- und Teilzeitstellen schaffen. Das sorgt zwar für mehr Kapazitäten und folglich eine schnellere Lieferung, dafür müssen sich aber auch noch mehr Mitarbeiter in den räumlich begrenzten Lagerhäusern aufhalten. Entsprechend steigt auch das Risiko einer Corona-Infektion. Dafür erhalten Versandmitarbeiter in Deutschland und Österreich bis Ende April einen Zuschuss in Höhe von 2 Euro pro gearbeiteter Stunde (Brutto).

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