Der neue Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst der Länder bringt spürbare Gehaltserhöhungen, die schon im April wirksam werden sollen. Doch zwischen dem Beschluss auf dem Papier und dem Geld auf dem Konto liegen mitunter Welten.
Wer jetzt Geld in mehreren Stufen erhält
Der sogenannte TV-L, also der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder, regelt die Gehälter von rund 925.000 Tarifbeschäftigten in allen Bundesländern. Nur Hessen ist hier außen vor, das den Tarif eigenständig verhandelt. Rechnet man die Beamten hinzu, die in der Regel später vom gleichen Ergebnis profitieren, sind somit insgesamt rund 2,2 Millionen Menschen betroffen.
Das Ergebnis sieht eine Gehaltserhöhung von insgesamt 5,8 Prozent über eine Laufzeit von 27 Monaten vor. Die erste und größte Stufe von 2,8 Prozent, mindestens aber 100 Euro mehr im Monat, soll zum 1. April 2026 in Kraft treten. Gerade für Beschäftigte in niedrigeren Entgeltgruppen wirkt die Mindesterhöhung von 100 Euro prozentual noch stärker als bei Besserverdienenden.

Im März 2027 folgt eine weitere Anhebung um 2,0 Prozent, im Januar 2028 schließlich nochmals 1,0 Prozent. Für Auszubildende im öffentlichen Dienst der Länder gelten feste Steigerungsbeträge. Zum 1. April 2026 gibt es 60 Euro mehr im Monat, zum 1. März 2027 nochmals 60 Euro und zum 1. Januar 2028 weitere 30 Euro. Das macht also über die gesamte Laufzeit zusammen 150 Euro mehr im Monat.
Warum sich die Auszahlung verzögern könnte
Obwohl die Tarifeinigung bereits steht, bedeutet das nicht, dass das Geld automatisch und pünktlich im April auf dem Konto landet. Der Abschluss stand zunächst unter einem sogenannten Erklärungsvorbehalt bis zum 13. März 2026, innerhalb dessen die Gewerkschaftsmitglieder in einer Befragung zustimmen mussten. Erst danach beginnen die sogenannten Redaktionsverhandlungen, bei denen Gewerkschaften und Arbeitgeber den genauen Wortlaut der Änderungstarifverträge abstimmen.
Allerdings ist Geduld gefragt. Denn viele Bundesländer haben bereits erklärt, dass die fristgerechte Umsetzung zu April nicht möglich ist und Mai als wahrscheinlicher gilt. Brandenburg, Berlin, Niedersachsen und Sachsen haben derweil noch gar keinen konkreten Zeitpunkt genannt. Bayern hat bereits angekündigt, die Übertragung auf Beamte um sechs Monate zu verschieben. Wer also im Landesdienst verbeamtet ist, sollte nicht auf eine schnelle Anpassung hoffen. Einige Bundesländer zahlen die erhöhten Entgelte erst aus, wenn diese Redaktionsverhandlungen vollständig abgeschlossen sind. Das Geld geht damit aber nicht verloren. Denn es wird rückwirkend nachgezahlt.
