1&1 schafft böse Homeoffice-Kostenfalle ab

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Homeoffice heißt auch immer Video- und Telefonkonferenzen. Doch wenn du seit März dein Wohnzimmer zum Büro gemacht hast und Kunde bei 1&1 bist, hast du vermutlich am Ende mehr gezahlt als du erwartet hast. Jetzt reagiert 1&1 auf eine fiese Kostenfalle, die das Unternehmen 2011 eingeführt hatte.
Smartphone in Hand auf Telefónica Workshop
Bildquelle: Telefónica Deutschland / Till Budde

Zum Hintergrund: 1&1 hat – egal ob vom Festnetz oder Handy aus – die Einwahlnummern zahlreicher professioneller Telefonkonferenzen pro Minute abgerechnet. Und zwar auch dann, wenn du eigentlich eine Flatrate gebucht hast und die Einwahlnummer eine normale Festnetznummer war. Seit 2011 kostete jede Minute zu einer solchen Nummer 2,9 Cent. Die Anzahl der Nummern, die 1&1 berechnete, stieg dabei laufend an. Zuletzt waren es im Juni annähernd 5.000 Telefonnummern, deren Anwahl du extra bezahlen solltest.

Dabei gab es für die Berechnung keinen wirklichen Grund. Weder musste 1&1 mehr an seine Vorlieferanten bezahlen, wenn du die Nummer angerufen hast, noch gab es sonst einen offensichtlichen Grund außer vielleicht einigen längeren Telefonaten. Die Folge für dich: Ein einstündiges Meeting schlug mit 1,74 Euro extra zu Buche. Bei mehreren Konferenzen pro Woche konnte das ins Geld gehen.

1&1 Kostenfalle: Erstattung nur auf Kulanz

Nun, wo viele das Homeoffice zumindest in Teilen wieder verlassen und im Büro arbeiten, schafft 1&1 diese Regelung ab. Wie die Kollegen von teltarif berichten, hat 1&1 die Berechnung und die komplette Liste abgeschafft. Entsprechende Regelungen, die seit dem 16. Juli gelten, sind auch auf der 1&1 Webseite nachzulesen. Gegenüber teltarif kommentiert ein Sprecher des Unternehmens die Abschaffung wie folgt: „Während der Corona-Pandemie in den vergangenen Monaten wurden vor allem Konferenzdienste durch Home-Office vermehrt genutzt. Diesem veränderten Nutzungsverhalten unserer Kunden tragen wir Rechnung, damit ihnen in Zukunft keine Zusatzkosten entstehen.“

Man darf aber wohl auch vermuten, dass der mediale Druck dazu beigetragen hat, dass die Produktmanager von 1&1 auch noch einmal eine Telefonkonferenz zu dem Thema geführt haben. Dass die Berechnung erst mit Auslaufen des Homeoffice bei vielen Verbrauchern abgeschafft wird, hat dennoch einen faden Beigeschmack. Denn: Bis zum 16. Juli waren alle Gespräche noch kostenpflichtig.

Allerdings schränkt der Sprecher in seiner Stellungnahme zur 1&1 Kostenfalle ein: „Falls Kunden während des Corona bedingten Shut­down im Home-Office von der bisherigen Regelung außerordentlich betroffen waren, können sie sich gerne an unseren Kundenservice wenden. Dort werden wir uns in jedem Einzelfall um eine Lösung bemühen.“ Hier ist man dann aber auf die Kulanz des Mitarbeiters angewiesen.

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1 KOMMENTAR

  1. Jede Firma für Konferenzen die eine Festnetznummer hat zum einwählen ist eh veraltet und wird bald vom Markt verschwinden. In der heutigen Zeit wird alles über das Internet gemacht und nichts mehr über das Telefon. Wir haben viele Kunden mit denen wir jede Woche Telkos haben und das wird alles über das Internet gemacht, egal ob vom Smartphone oder vom Computer.

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