Podcast zu viert ohne Tonchaos: Modernes Mikro legt jede Stimme direkt auf eine eigene Spur

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Ein Interview mit drei Gästen, ein Podcast am Küchentisch oder ein Vlog an der Hauptstraße: Sobald mehrere Leute sprechen und es im Hintergrund laut wird, stoßen Mikrofone schnell an ihre Grenzen. Hollyland will genau dieses Problem mit dem Lark M3 lösen.
Vier Personen sitzen in einem Raum und unterhalten sich
Podcast zu viert ohne Tonchaos: Modernes Mikro legt jede Stimme direkt auf eine eigene Spur Bildquelle: Hollyland

Eine Tonspur und vier Stimmen – das kann im Editing ganz schnell aufwendig werden. Mal spricht einer leiser, die andere Person zu laut – das kostet Zeit und Nerven. Anders soll es mit dem Hollyland Lark M3 sein. Das kompakte Funkmikrofon-System nimmt bis zu vier Personen gleichzeitig auf, legt jede Stimme auf eine eigene Tonspur und filtert Umgebungslärm per KI heraus. In Kombination mit einigen weiteren Kniffen, könnte das Gerät zu dem Mikro-Tipp für viele werden.

So funktioniert das System: Sender am Kragen, Empfänger an der Kamera

Das Lark M3 besteht aus zwei Teilen. Die Sender (TX) tragen die Sprecher am Körper. Die Empfänger (RX) stecken an der Kamera oder am Smartphone. Hollyland bietet einen Kameraempfänger an. Dieser kann Audio sowohl über USB-C als auch über den 3,5-mm-Anschluss ausgeben. Für iPhones ist das System zudem Apple-MFi-zertifiziert, es ist also offiziell für iOS-Geräte geprüft. Das alles ist typisch für moderne Funkmikrofone. Die Besonderheit liegt woanders. Ein Empfänger nimmt bis zu vier Sender gleichzeitig auf, und ein Sender lässt sich mit bis zu vier Empfängern koppeln. In der Praxis heißt das: Eine Gesprächsrunde mit vier Gästen landet auf einem einzigen Gerät. Umgekehrt kann eine Stimme parallel in vier Kameras oder auf vier Livestream-Plattformen laufen. Sender und Empfänger lassen sich laut Hersteller sogar während der Aufnahme hinzufügen oder entfernen, ohne dass die laufende Aufnahme abbricht.

Vier getrennte Tonspuren: Mehr Kontrolle im Schnitt

Bei vielen Funkmikrofonen landen alle Stimmen auf einer gemeinsamen Spur. Lacht ein Gast laut auf, während ein anderer spricht, lässt sich das im Nachhinein nicht mehr trennen. Genau hier liegt die wohl größte Besonderheit des Lark M3. Das Gerät nimmt mit einem Mikrofon bis zu vier getrennte Spuren auf. Jede Person lässt sich im Schnitt also einzeln lauter, leiser oder stumm schalten. Dafür gibt es zwei Wege: über den Blitzschuh-Adapter (Hot-Shoe-Adapter) an der Kamera oder per USB-C-Kabel am Computer mit einer kompatiblen Aufnahme-Software.

32-Bit-Float: Warum zu laut oder zu leise kaum noch ein Problem ist

Das Mikrofon nimmt mit 48 kHz und 32-Bit-Float auf. Das klingt sehr technisch, hat aber einen klaren Nutzen im Alltag. Klassische Aufnahmen haben eine feste Obergrenze. Wird jemand plötzlich laut, verzerrt der Ton, und dieser Fehler lässt sich nicht mehr reparieren. 32-Bit-Float hat mehr Spielraum, sodass auch sehr laute oder sehr leise Passagen erhalten bleiben und sich später ohne oder zumindest mit deutlich weniger Qualitätsverlust angleichen lassen. Hollyland gibt den Signal-Rausch-Abstand mit 70 dB an, den maximalen Schalldruckpegel mit 125 dB.

Eine Einschränkung gibt es aber: 32-Bit-Float funktioniert laut Hersteller nur auf Apple-Geräten und nur mit Aufnahme-Apps von Drittanbietern. Android-Geräte schaffen derzeit maximal 24 Bit. Zusätzlich gibt es eine automatische Pegelbegrenzung (Auto-Limit Clip Protection). Sie bremst zu laute Spitzen ab, damit der Ton gleichmäßig bleibt.

KI-Rauschunterdrückung in drei Stufen

Für laute Umgebungen setzt Hollyland zudem auf eine KI-gestützte Rauschunterdrückung. Das System soll Stimmen von Störgeräuschen unterscheiden, was es ideal für Aufnahmen an unruhigeren Orten wie Straßen oder Bahnhöfen macht. Plötzliches Hupen soll genauso wie dauerhaftes Brummen einer Klimaanlage dadurch effektiv herausgefiltert werden. Die Stärke der Unterdrückung lässt sich in drei Stufen einstellen: 10, 15 oder 20 dB. Wer im ruhigen Büro aufnimmt, wählt die schwächste Stufe und behält einen natürlicheren Klang. An lauteren Aufnahmeorten hilft die stärkste Stufe.

Stimm-Presets für jede Person einzeln

Wer regelmäßig mit einem festen Cast aufnimmt, etwa bei einem gemeinsamen Podcast, findet sicher auch die Stimm-Presets vom Lark M3 interessant. Über die App stehen acht solcher Presets bereit, die sich individuell anpassen lassen. Per Vergleichsfunktion hörst du sofort den Unterschied zum Originalton und kannst genau herausfinden, ob und was das Preset bringt. Dazu kommt ein De-Esser per Knopfdruck, der scharfe S- und Zischlaute dämpft. Jeder Sender kann dabei ein eigenes Preset nutzen, perfekt für die Podcast-Runde mit mehreren Teilnehmern.

Akku, Reichweite und Steuerung

Ein Sender hat laut Hersteller eine Akkulaufzeit von bis zu 8 Stunden. Das kabellose Ladecase der 2TX-&-2RX-Version des Lark M3 lädt jeden Sender zweimal komplett nach, was insgesamt 24 Stunden Laufzeit pro Sender ergibt. Im Case haben übrigens auch die Empfänger, das 3,5-mm-Kabel sowie der Fell-Windschutz Platz. Ein Verschluss verhindert, dass sich unterwegs etwas löst, was den Transport vereinfacht.

Hollyland Lark M3 Lieferumfang mit Empfängern, Sendern und mehr
Das ist der Lieferumfang des Hollyland Lark M3 Mikrofons Bildquelle: Hollyland

Die Reichweite des Senders liegt bei bis zu 300 Metern, allerdings nur im freien Gelände ohne Hindernisse und Störungen. In Gebäuden fällt sie in der Regel geringer aus. Die Lautstärke lässt sich am USB-C-Empfänger über die App in sechs Stufen anpassen, am Kamera-Empfänger in drei Stufen per Regler oder App. Ein dreifacher Druck auf den Sender-Knopf startet die Aufnahme. Mit 9 Gramm pro Sender ist das Mikrofon zudem extrem leicht und unauffällig. Es hält per Magnet an der Kleidung, sodass Klamotten nicht herunterhängen oder sich verziehen.

Preis und Verfügbarkeit des Lark M3 Mikrofons

Hersteller Hollyland bietet das Lark M3 in vier verschiedenen Sets bzw. „Combos“ an. Wer vor allem aufgrund des 4‑Personen-Systems Interesse an dem Mikrofon hat, sollte auf jeden Fall zu der Lark M3 Combo 4TX&2RX greifen. Diese beinhaltet nämlich vier Transmitter und ermöglicht so die spezielle Funktionalität mit der Aufteilung der vier Spuren. Bei den anderen Combos sind hingegen immer zwei Transmitter enthalten, wodurch sich diese eher für Solo- oder Duo-Aufnahmen eignen. Die Anzahl und Art der Receiver ist je nach Combo ebenfalls stets unterschiedlich.

Lark M3 Combo 4TX&2RX

  • 4-Personen-Mikrofonsystem
  • Vier Transmitter
  • Ein Kamera-Receiver
  • Ein USB-C-Receiver
  • Für 198 Euro

Lark M3 Combo 2TX&2RX

  • 2-Personen-Mikrofonsystem
  • Zwei Transmitter
  • Ein Kamera-Receiver
  • Ein USB-C-Receiver
  • Für 131 Euro

Lark M3 Combo 2TX&4RX

  • 2-Personen-Mikrofonsystem
  • Zwei Transmitter
  • Vier USB-C-Receiver
  • Für 198 Euro

Lark M3 Combo 2TX&1RX

  • 2-Personen-Mikrofonsystem
  • Ein USB-C-Receiver
  • Für 109 Euro
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