4K-Dashcam im Test: 70mai A900 mit Dual-Kamera

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Schon oft habe ich über den Kauf einer Dashcam nachgedacht. Vor allem die Möglichkeit, sich im Unfallfall abzusichern, reizt mich. Aber auch sonst können die Geräte noch einiges mehr, wie ich im Test der 70mai A900 feststellen durfte.
Foto der 70mai A900 Dashcam in einem Auto
Dashcam-Test: Kann die 70mai A900 überzeugen?Bildquelle: Cedric Litzki / inside digital

Bei der 70mai A900 handelt es sich um eine spezielle Dashcam. Das rund 200‑Euro-teure Modell (aktuell für 159,99 Euro im Angebot) bietet nämlich nicht nur vorn, sondern auch hinten eine Kamera. Dadurch ist man beidseitig abgesichert. Und auch weitere Vorteile wie die Möglichkeit, die hintere Dashcam als Rückfahrkamera zu nutzen, könnten im Alltag zum echten Pluspunkt werden. All dies und vieles mehr teste ich ausgiebig. Ich habe übrigens noch nie eine Dashcam genutzt und liefere dadurch die Perspektive eines Neueinsteigers.

Lieferumfang und Einrichtung der Dashcam

Der Test startet auf jeden Fall äußerst positiv, Aufbau und Einrichtung sind nämlich ein Kinderspiel. Die mitgelieferte Anleitung erklärt in simplen Schritten, was zu tun ist: Aufkleber anbringen, Speicherkarte in Dashcam einsetzen, die Kamera dann am Kleber befestigen und dann noch Kabel zum Zigarettenanzünder verlegen. Letzteres ist wohl die aufwendigste Aufgabe, vor allem wenn man die Kabel nicht einfach nur durchs Auto baumeln lassen möchte. Hier hat 70mai aber mitgedacht und liefert direkt Kabeleinpasswerkzeug mit, mit denen sich die Kabel unter der Gummidichtung im Auto verstecken lassen. In etwa das Gleiche macht man anschließend mit der Rückkamera, welche per Kabel dann mit der Front-Dashcam verbunden wird.

Übrigens: Eine microSD-Karte wird zwingend zur Speicherung der Aufnahmen benötigt und ist direkt im Lieferumfang enthalten.

App: Optional oder Pflicht?

Laut der Bedienungsanleitung muss die 70mai A900 Dashcam in Verbindung mit der App des Herstellers genutzt werden. Meiner Erfahrung nach stimmt dies aber nicht, denn auch ohne App ließ sich die Dashcam einrichten, bedienen und nutzen. Lediglich bei der Übertragung der Aufnahmen kann die App sehr praktisch sein, doch dazu später mehr. Obendrein kannst du über die App Einstellungen wie die Aufnahmelänge und Co. komfortabler justieren.

Zusätzlich kannst du dir das Livebild der Dashcams über die App direkt auf deinem Handy anzeigen lassen und Screenshots anfertigen. Dies ist ganz nett, wie bzw. wann man das während der Fahrt nutzen soll, wurde mir jedoch nicht klar. Praktisch ist hingegen, die hintere Dashcam als Rückfahrkamera beim Parken zu nutzen, wenn man das Smartphone in einer Handyhalterung steckt.

70mai A900 Dashcam als Rückfahrkamera im Einsatz
Beim Parken kann die hintere Dashcam eine Hilfe sein Bildquelle: Cedric Litzki / inside digital

Ganz grundsätzlich noch zur App: Sie ist auf Deutsch verfügbar und sehr einfach zu bedienen. Es gibt jedoch kleinere Übersetzungsfehler. Man versteht immer, was gemeint ist. Hier sollte 70mai aber trotzdem nachbessern.

Bedienung der Dashcam im Alltag

Im Alltag bemerkst du die Dashcam während der Fahrt kaum. Beim Ein- und Ausschalten gibt sie einen kurzen Ton ab (der ausgeschaltet werden kann) und sonst arbeitet sie ohne dein Zutun im Hintergrund. Aufnahmen werden nämlich automatisch erstellt, voreingestellt in einminütigen Clips (bis zu 3 Minuten Länge möglich). Das ist super komfortabel und sorgt dafür, dass im Falle eines Unfalls direkt eine Aufnahme vorhanden ist.

Neben der automatischen Aufnahme gibt es noch Notfallaufnahmen. Hierfür soll die Dashcam Erschütterungen oder Aufpralle erkennen und daraufhin die Aufnahme starten. Während meiner Testfahrten kam es zu keinem Unfall, ich kann also nicht beurteilen, wie die Dashcam in so einem Fall ausgelöst hätte. Notfallaufnahmen wurden trotzdem mehrere aufgenommen – ohne für mich ersichtlichen Grund. Die Sensoren scheinen also tendenziell eher etwas zu sensibel zu sein. Zusätzlich dazu kann man ebenso per Sprachbefehl Notfallaufnahmen oder Screenshots auslösen. Dies geht nur auf Englisch, klappt aber hervorragend.

So sehen die Aufnahmen der Dashcam aus

Die 70mai A900 bietet sowohl vorn als auch hinten 4K‑Aufnahmen. Die Dashcam-Videos sollten sich dementsprechend sehen lassen können – und das tun sie teilweise auch, sogar während Regen- oder bei Nachtfahrten.

70mai A900 Dashcam Aufnahme regnerisch
Selbst bei Regen: Die 4K-Aufnahmen können überzeugen Bildquelle: Cedric Litzki / inside digital

Allerdings ist nicht jede Aufnahme perfekt. Bei meinem Auto (Smart Fortwo) wackelt die vordere Dashcam – vor allem bei nicht asphaltierten Straßen – ziemlich heftig, was für verwackelte und unscharfe Videos sorgt. Und auch einfallendes Sonnenlicht in Kombination mit vielleicht nicht 100 Prozent sauberen Scheiben sorgt dafür, dass die Aufnahmen nicht komplett scharf sind. Man kann beim Pausieren und genauerem Hinsehen aber meist trotzdem noch Nummernschilder erkennen.

Screenshot aus verwackelter Aufnahme der 70mai A900 Dashcam
Das Video zu diesem Screenshot war ziemlich wackelig, das Bild geht aber sogar Bildquelle: Cedric Litzki / inside digital

Eine Sache, die man zudem beachten sollte: Mein Auto hat hinten keine Heckscheibenwischer, wodurch Regentropfen die hintere Kamera stark beeinträchtigen können.

Regentropfen bei 70mai A900
Ohne Heckscheibenwischer: Regentropfen stören die hintere Dashcam Bildquelle: Cedric Litzki / inside digital

Wo werden die Aufnahmen gespeichert?

Alle Aufnahmen der 70mai A900 Dashcam werden auf der eingesteckten SD‑Karte gespeichert. Sobald diese voll ist, werden die ältesten Videos per Loop-Prinzip wieder überschrieben. Solltest du eine der Aufnahmen brauchen, etwa um die Schuldfrage bei einem Unfall zu klären, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder, du holst die SD-Karte raus und verbindest diese mittels SD‑Kartenleser mit PC, Laptop und Co. – oder du nutzt die App. Einfach das Smartphone über die App mit der Dashcam (per WLAN-Hotspot von der Dashcam aus) verbinden und schon lassen sich die Videos auf das Handy laden. Richtig smart gelöst!

Fazit zur 70mai A900 Dashcam

In vielen Punkten hinterlässt die 70mai A900 für 199,99 Euro einen hervorragenden Eindruck. Der Aufbau geht schnell, die Einrichtung ist einfach und auch das Übertragen von Videos von der SD-Karte zum Smartphone könnte kaum simpler sein. Die Aufnahmen der Dashcam schienen anfangs auch perfekt. Allerdings können hier – sicherlich auch fahrzeugbedingt – nicht alle Aufzeichnungen überzeugen. Wer ein robustes Auto mit guter Stoßdämpfung hat, wird wahrscheinlich nicht die gleichen Probleme haben wie ich. Bei meinem Smart wackelte die Kamera teils aber stark – was zu unscharfen Videos führte. Dies könnte übrigens auch der Grund sein, warum die Notfallaufnahme bei mir häufiger falsch auslöste.

Vorteile der 70mai A900 Dashcam

  • Simple Einrichtung mit guter Anleitung
  • Aufnahmen werden automatisch oder auf Wunsch easy per Sprachbefehl erstellt
  • Kein Cloud-Zwang, Videos werden auf SD-Karte gespeichert
  • Übertragung von Videos via App geht schnell und einfach
  • 4K-Aufnahmen überzeugen bei optimalen Bedingungen

Nachteile der 70mai A900 Dashcam

  • App hat kleinere Übersetzungsfehler
  • Je nach Fahrzeug wackelt die Dashcam bei der Fahrt und liefert so unscharfe Aufnahmen
  • Notfallvideo löst oftmals ohne Grund aus
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Bildquellen

  • Dashcam als Rückfahrkamera: Cedric Litzki / inside digital
  • 70mai A900 Dashcam Regenbild: Cedric Litzki / inside digital
  • Screenshot aus einer verwackelten Aufnahme: Cedric Litzki / inside digital
  • Regentropfen auf Rückscheibe bei 70mai A900: Cedric Litzki / inside digital
  • 70mai A900 Dashcam im Test: Cedric Litzki / inside digital

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