Kobold VK7: Wie ein 4 Jahre alter Vorwerk-Saugwischer neue Geräte abhängt

16 Minuten
Er ist der aktuell beste Saugwischer, den Vorwerk zu bieten hat: der Kobold VK7. Dazu gibt es eine Menge an Erweiterungsmöglichkeiten und Zusätzen. Doch wie schlägt sich das Flaggschiff nach vier Jahren und großer Konkurrenz in dem Sektor? Wir haben verglichen.
VK7 Kobold Vorwerk Sauger im Test
Der Kobold VK7 Saugwischer von Vorwerk im Test. Kann er noch mit der aktuellen Konkurrenz mithalten?Bildquelle: Marie Bonnet/inside digital

Warum teste ich einen Saugwischer von 2022? Eine gute Frage. Die Antwort: Weil der Kobold VK7 von Vorwerk immer noch der Standard ist. Auch vier Jahre später hat er der Konkurrenz noch einiges voraus. Doch mittlerweile haben sich auch die Konkurrenten weiterentwickelt. Ich stelle den Vergleich her.

Der Kobold VK7 von Vorwerk ist nicht einfach nur ein Akkustaubsauger mit Beutel, sondern ein komplett modulares Reinigungssystem. Das heißt, es gibt Zubehör in Hülle und Fülle: eine Elektrobürste (EB7) mit zwei rotierenden Rundbürsten, einem Saugwisch-Aufsatz (SP7) mit wechselbarem Wischtuch und Wassertank, eine Hartbodendüse (HD7) mit 90 Grad schwenkbarem, ultraflachem Kopf und vieles mehr. Vorwerk ist für Qualität, vollendetes Design und überdurchschnittliche Leistung bekannt – aber auch für happige Preise. Auch der VK7 kostet (inklusive Saugwischer-Aufsatz) ohne Set- und Preisvorteil stolze 1.561 Euro. Ist er sein Geld noch wert?

Was macht Vorwerk beim VK7 anders?

Der Akkustaubsauger mit Saugwisch-Aufsatz macht so einiges anders als die Konkurrenz. Er überzeugt mit einem äußerst platzsparenden Design dank eines ausschwenkbaren Griffs. Dieser wird über eine Taste entriegelt und reduziert eingeklappt die Höhe des gesamten Geräts erheblich – perfekt, um ihn im Schrank zu verstauen. Darüber hinaus ist das Display beim VK7 im Akku integriert. Dieser lässt sich außerdem wechseln und ist in zwei Stunden vollständig aufgeladen. Zudem sind die Aufsätze sehr flach, sodass man sogar unter Heizkörpern saugen kann.

Allerdings setzt Vorwerk hier immer noch auf Filtertüten und Reinigungstücher. Der VK7 ist kein Nass-Trockensauger, sondern ein Saugwischer. Das heißt: Er saugt keine Flüssigkeiten auf, stellt sich bei besonders nassen Böden sogar automatisch ab. Die Saug- und Wischleistung ist laut Vorwerk mit den Vorgängermodellen vergleichbar.

Während die Saugfunktion mit zwei rotierenden Bürsten und vier Saugstufen (inklusive Boost) daherkommt und sich automatisch an den jeweiligen Bodentyp anpasst, bietet der Wischmodus drei Befeuchtungsstufen, einen Trockenmodus ohne Wasserabgabe und das Reinigungstuch kann per Fußtaste gewechselt werden. Ein 300-Milliliter-Wassertank in Verbindung mit einem speziellen Reinigungsmittel soll so für ein streifenfreies Ergebnis auf bis zu 60 Quadratmetern sorgen. Und das auch bis in die hintersten Ecken und an Kanten heran. Die Akkulaufzeiten betragen je nach Leistungsstufe zwischen acht und 36 Minuten bei der EB7 (bei deaktivierten Rundbürsten auf Stufe 1 bis zu 60 Minuten) und zehn bis 23 Minuten bei dem SP7.

VK7 Kobold Vorwerk Sauger im Test
Der Kobold VK7 Saugwischer von Vorwerk im Test. Kann er noch mit der aktuellen Konkurrenz mithalten? Image source: Marie Bonnet/inside digital

Der VK7 ist geeignet für fast alle Hartböden und eine Vielzahl an Teppichen, Bad- und Türvorlegern und sogar für die Reinigung von Yogamatten. Entsprechende Einstellungs- und Individualisierungsmöglichkeiten dafür können über die myKobold-App vorgenommen werden. Aber auch ohne lässt sich der VK7 im vollen Umfang nutzen, wie ich im nachfolgenden Test herausgefunden habe.

VK7 im Test

Den Kobold VK7 teste ich nach folgenden Kriterien: Akkuleistung, Saug- und Wischleistung, Funktionen/Modi und allgemeine Bedienung (Handhabung, Anzeige, Wartung etc.) sowie Zubehör. Der Test findet in meiner eigenen Wohnung (78 Quadratmeter) mit hauptsächlich Linoleum- und Fliesenboden statt.

Erster Eindruck

Eine Sache kann Vorwerk auf jeden Fall – und das ist das Verpacken. So sorgfältig wie jedes Einzelteil eingewickelt ist, in gebrandeten Karton und vergleichsweise wenig Plastik, genau beschriftet und bebildert – das hat mich schon beeindruckt. Insgesamt kommt der VK7 mit einem auffälligen Design in matt schwarz (mit gebürsteten Details) und weiß mit grünen Elementen daher, die die Aufmerksamkeit auf die Tasten und Hebel lenken. Hierbei beschränkt sich Vorwerk auf das Wesentliche: An/Aus, Plus/Minus, eine Boost-Taste und zwei Entriegelungshebel für den Kopfwechsel und den Griff.

VK7 Kobold Vorwerk Sauger
Ausgeklappter Arm und Elektrobürsten-Aufsatz Image source: Marie Bonnet/inside digital
VK7 Kobold Vorwerk Sauger
Eingeklappter Arm und Saugwisch-Aufsatz Image source: Marie Bonnet/inside digital

Der besonders flache, schmale und leichte Bürstenaufsatz verhilft dem VK7 zusätzlich zu seinem kompakten Look. Durch den drehbaren Griff kann der Sauger leicht im Schrank verstaut werden. Das erscheint mir wirklich praktisch, auch wenn das Entriegeln zu Beginn nicht leichtfällt – genauso wenig wie der Wechsel des Reinigungstuchs. Auch ein Blick in die Bedienungsanleitung erschrickt zunächst, da diese mit über 100 Seiten ziemlich sperrig ist und ich mit den Anwendungsbereichen je nach Modus zunächst überfordert bin.

Doch zu Beginn kommt es vor allem darauf an, dass Filtertüte und Reinigungstuch sitzen, der Akku geladen und der Wassertank befüllt sind. Dann braucht es nur noch einen kurzen Überblick über die Modi und für welche Bodentypen diese bestimmt sind und dann kann es auch schon losgehen.

Das Saugwunder von Vorwerk

Der VK7 ist ein leistungsstarker Akkusauger. Mit der Elektrobürste (EB7) wird trockener Schmutz schnell und gründlich aufgesaugt und das auch verlässlich in allen Ecken bis zu den Kanten hin – sowohl vorwärts als auch rückwärts. Die Saugleistung spüre ich vor allem beim Einsatz auf Teppichböden. Diese sind danach frei von Haaren und Krümeln.

Es gibt insgesamt vier Saugstufen. Durch diese kannst du dich über die Plus- und Minustaste über und unterhalb der Power-Taste wählen. Die ersten beiden Stufen erkennen automatisch die Bodenart und passen entsprechend die Saug- und Drehleistung der Rundbürsten an. Das funktioniert durch Messung des Widerstandes auf jeder Bodenart. Im Test hat das hervorragend funktioniert. Der Sauger erkennt, wenn ich vom Vinyl- zum Teppichboden wechsle. Dann schalten die Rundbürsten automatisch auf die maximale Geschwindigkeit, um den Teppich tiefenzureinigen und alle Haare herauszuziehen. Auf der dritten Stufe saugt die Elektrobürste noch intensiver und die vierte ist speziell für Teppiche gedacht, da sich die Rundbürsten hier maximal schnell drehen – was gut für Teppiche, aber schlecht für empfindliche Böden ist.

VK7 Kobold Vorwerk Akkusauger auf Teppichboden
Teppiche reinigt der VK7 makellos. Image source: Marie Bonnet/inside digital

Im Boost-Modus erhält die Saugleistung noch einmal einen vorübergehenden Schub und die Rundbürsten drehen sich mit maximaler Geschwindigkeit. Dafür muss man nur die grüne Taste auf der Rückseite des Griffs drücken. Zudem lassen sich die Rundbürsten deaktivieren (entweder über die App oder über eine Tastenkombination). Das ist zum Beispiel bei Fransen sinnvoll, damit diese nicht verfilzt werden. Außerdem spart es Akku.

Über die App lassen sich dazu noch weitere Einstellungen vornehmen. So kann man spezielle Reinigungsprogramme für verschiedene Teppiche (Hochfloor, lose), Fußmatten, Badvorleger oder sogar Yogamatten auswählen. Die bevorzugte Option wird dann auf Stufe zwei gespeichert. Im Test haben die Einstellungsmöglichkeiten passend zum Boden ein gutes Ergebnis geliefert. Der VK7 saugt effektiv wie schonend – egal auf welcher Bodenart.

grüner Teppich mit Schmutz
Auch auf dem Outdoor-Rasenteppich glänzt der VK7 mit starker Saugleistung (rechts vorher, links nachher). Image source: Marie Bonnet/inside digital

Klasse Saugwischer mit den typischen blinden Flecken

Beim Feuchtwischen kann niemand dem VK7 etwas vormachen. Eingetrocknetes oder auch kleberartige Substanzen löst der Saugwischer in kürzester Zeit auf – ganz ohne Heißwasser oder Dampf. Auch Öl oder Milch sind kein Problem, solange nicht zu viel Flüssigkeit aufgesogen werden muss. Dann verteilt der Wischer das Verschüttete zunächst nur und man braucht sowohl für die Reinigung des Bodens als auch des Saugers mehr Zeit.

VK7 Kobold Vorwerk Saugwischer vor einem Milch- und Ölfleck
Vorher Image source: Marie Bonnet/inside digital
verwischter Milch- und Ölfleck
Nach zwei Mal drüberfahren Image source: Marie Bonnet/inside digital

Beim SP7 gibt es drei Befeuchtungsstufen und einen Trockenmodus, bei dem kein Wasser abgegeben wird. Die drei Stufen eignen sich aufsteigend für wasserempfindliche bis hin zu stark verschmutzten Hartböden. Bei Verwendung der Boost-Funktion wird noch mehr Wasser abgegeben, weshalb der Boden danach auch noch länger nass bleibt. Wer möchte, dass der Boden möglichst schnell wieder trocken ist, sollte den Trockenmodus verwenden. Aber auch hier muss das Wischtuch vor Benutzung zunächst durch ein zweisekündiges Drücken der Plus- oder Minustaste kurz angefeuchtet werden. Auf Vinyl oder Fliesen kann der Saugwischer problemlos in allen Modi eingesetzt werden – auf Teppich aufgrund der Nässe leider nicht.

VK7 Kobold Vorwerk Saugwischer
Je niedriger die Befeuchtungsstufe, desto schneller ist der Boden wieder trocken. Image source: Marie Bonnet/inside digital
Fliese mit Flecken
Schlieren treten nur bei starker Nässe auf. Image source: Marie Bonnet/inside digital

Im Boost-Modus verbleiben nachher auch ein paar Schlieren auf dem Fliesenboden, da hierbei besonders viel Wasser verwendet wird. Zudem sollte man die Fläche vorher trocken absaugen, da der Wischer keine Krümel oder Haare mitnimmt. Diese werden lediglich über den Boden geschoben. Das kann im Fall von scharfkantigen Schmutzpartikeln sogar zu Kratzschäden auf manchem Boden führen.

VK7 Kobold Vorwerk Saugwischer von unten mit Reinigungstuch
Das Reinigungstuch Image source: Marie Bonnet/inside digital
VK7 Kobold Vorwerk Saugwischer mit Wassertank
Der Wassertank Image source: Marie Bonnet/inside digital

Da das Reinigungstuch an den Seiten etwas überragt, kann man damit gut Fußleisten oder Fugen im Bad reinigen. In Engstellen tut sich der Saugwischer dafür etwas schwer, da nach vorn und hinten jeweils sechs Zentimeter Rand bleiben. Eine vollständige Reinigung kann daher nur seitlich erfolgen und in engen Ecken ist das unmöglich. Der Wassertank ist mit nur 300 Millilitern deutlich schlanker als bei anderen Herstellern. Doch gehen Akku und Wasser in den jeweiligen Modi etwa gleichzeitig zur Neige. Und während der Akku lädt, lassen sich Wasser und Reinigungsmittel schnell nachfüllen. Beides wird übrigens manuell im Wassertank gemischt – die Verschlusskappe dient gleichzeitig als Messbecher.

Starke Leistung bei kurzer Akkulaufzeit

Die von Vorwerk angegebenen Akkulaufzeiten je Modus und Aufsatz konnte ich im Test bestätigen. Im Boost-Modus sind es maximal zehn Minuten (beim SP7) oder acht (beim EB7). Ansonsten kann man von Stufe 1 bis 3 und auch im Trockenmodus über 23 Minuten saugwischen. Auf der ersten Saugstufe schafft der VK7 mit eingeschalteten Rundbürsten 36 Minuten (ohne 60 Minuten), ansonsten 24 (Stufe 2), elf (Stufe 3) oder neun Minuten (Stufe 4). Allerdings hängt Vorwerk hier der Konkurrenz deutlich hinterher, die es mittlerweile schon je nach Modus auf bis zu 80 Minuten Akkulaufzeit schafft.

Dafür lädt der Akku in zwei Stunden voll auf. Hier hat Vorwerk wieder die Nase vorn. Bei der Konkurrenz dauert eine volle Ladung oft über vier Stunden. Zudem ist der Akku beim VK7 nicht fest verbaut, sondern kann schnell ausgetauscht werden. Mit einem zusätzlichen Ladegerät kann man den Akku entweder direkt im Sauger oder extern aufladen (optional sogar über eine exklusive Wandhalterung). Ein Wechselakku bietet sich beim VK7 aufgrund der kürzeren Akkulaufzeiten an, kostet aber extra und ist mit 159 Euro auch nicht billig.

Leichte Bedienung mit Schwachstellen

Dank motorisierter Unterstützung fährt der VK7 von selbst los. Das Bedienen über die Knöpfe beziehungsweise das Auswählen der Modi ist intuitiv und einfach. Auf Knopfdruck oder nach dem Einrasten des Saugkopfes geht das Gerät auch sofort aus, beziehungsweise in den Stand-by-Modus, sodass beim Entriegeln das Saugen weitergehen kann. Er reagiert schnell auf Schwenks, vor allem mit dem Saugaufsatz.

Handhabung, Gewicht und Größe

Beim Saugwisch-Aufsatz ist die Handhabung schwieriger. Er wirkt ungelenk und behäbig, vibriert stark und ist schwerer, daher nicht leicht mit einer Hand zu führen. Das könnte auch daran liegen, dass das Dreh-Kipp-Gelenk beim Saugwischer nicht so geschmeidig reagiert wie beim Sauger. Kein Wunder: Während das Grundgerät ohne Aufsatz 2,3 Kilogramm wiegen soll (im Test sind es aber fast 2,5), kommen beim Saugaufsatz noch mal 1,6 Kilogramm und beim Saugwischer noch zusätzlich 2 Kilogramm obendrauf (mit Wasser befüllt). Insgesamt erreicht der Sauger ein Gewicht von über 4 Kilogramm und der Saugwischer sogar 6 Kilogramm. Das ist auch im Vergleich mit der Konkurrenz nicht wenig.

Dafür ist die kompakte Größe – vor allem aufgrund des schwenkbaren Griffs – ein großer Vorteil. So schrumpft der Sauger mal eben von knapp über 1,10 Meter auf 75 Zentimeter (inklusive Saugaufsatz). Auch die Höhe des Saugaufsatzes selbst liegt mit sechs Zentimetern irre niedrig und auch beim Saugwischer sind es nur neun Zentimeter. Besonders der Saugkopf kommt so problemlos selbst unter Heizkörper und aufgrund seiner geringen Breite auch sonst überall hin. An den Seiten und nach vorn gibt es kaum Rand, sodass er rundherum alles einsaugen kann.

VK7 Kobold Vorwerk Saugwischer Schwenkarm mit Hebel
Über die schwarze Taste lässt sich der Arm entriegeln und über den grünen Hebel das Zubehör wechseln. Image source: Marie Bonnet/inside digital

Aber noch einmal zurück zum Griff: Der innovative, schwenkbare Arm ist ein Alleinstellungsmerkmal, aber auch etwas gewöhnungsbedürftig und behäbig. Zum Entriegeln braucht man beide Hände, zum Wechseln der Saugaufsätze dann auch noch einen Fuß. Beides klappt oft nicht beim ersten Versuch, da auch die Aufsätze nicht problemlos einrasten.

Lautstärke und Anzeige

Die Lautstärke soll laut Vorwerk bei der Elektrobürste auf Teppich 77 dB betragen. Solange die Rundbürsten jedoch eingeschaltet sind, reicht das Spektrum auf Hartböden je nach Stufe von 80 bis 89 dB. Beim Saugwischer sind es hingegen 78 bis 79 dB und im Boost 85 dB. Das ist noch im Rahmen, aber auch nicht besonders leise.

Das Display reagiert automatisch darauf, wenn der Sauger eingeschaltet und entriegelt wird und dreht sich immer zum Putzenden hin, sodass er es lesen kann. Neben dem Akku-Ladestand in Prozent, Linien für die verschiedenen Leistungsstufen und einem Bluetooth-Symbol bei Koppelung zeigt es auch den Filtertüten- und Wasserfüllstand an sowie ein Warndreieck bei Fehlermeldungen. So braucht man nicht zwingend die App zu verbinden, um die Anzeige zu verstehen.

VK7 Kobold Vorwerk Test Akkusauger Saugwischer Display
Die Anzeige dreht sich automatisch um 180 Grad … Image source: Marie Bonnet/inside digital
VK7 Kobold Vorwerk Test Akkusauger Saugwischer Display
… und liefert alle wichtigen Angaben. Image source: Marie Bonnet/inside digital

Allerdings bietet die MyKobold-App noch erweiterte Geräteeinstellungen zur Saugleistung und den Reinigungsmodi und liefert Berichte und Statistiken. So weiß man, wann die Filtertüte voll ist, die Bürsten oder der Motorschutzfilter gereinigt oder getauscht werden müssen und auch, wie viele Kalorien man beim Saugen und Wischen verbraucht hat. Letzteres dürfte für viele Anwender allerdings eine überflüssige Information sein. Dazu findet man in der App noch eine Übersicht über verfügbares Zubehör (natürlich auch zum Nachbestellen) und Anleitungen dazu und zu den verschiedenen Funktionen. Allerdings muss man sich dafür noch mehrfach durch den Browser klicken, um das Gewünschte zu finden.

Screenshot aus der MyKobold-App
App-Übersicht Image source: Marie Bonnet/inside digital
Screenshot aus der MyKobold-App
Wartungs-Übersicht Image source: Marie Bonnet/inside digital
Screenshot aus der MyKobold-App
Individuelle Einstellungsmöglichkeiten Image source: Marie Bonnet/inside digital

Wartung: Keine Selbstreinigung oder Anti-Tangle

Vorweg: Der VK7 verfügt über keinerlei Selbstreinigungsfunktion. Hier ist noch Handarbeit gefragt. Das Wasser muss selbst aufgefüllt und mit der Reinigungsflüssigkeit gemischt, das Reinigungstuch gewechselt und gewaschen, der Motorschutzfilter gereinigt und auch die Filtertüte ausgetauscht werden. Letzteres ist so unkompliziert, wie man es von anderen Filtersaugern gewohnt ist.

VK7 Kobold Vorwerk Saugwischer Filtertüte im Sauger
Die Filtertüte versteckt sich hinter dem Akku/Display… Image source: Marie Bonnet/inside digital

Das Wechseln des Reinigungstuchs allerdings gestaltet sich oft schwierig, da die Fußtaste nicht verlässlich reagiert und stattdessen der Sauger entriegelt wird. Und ohne feuchte Hände geht der Wechsel auch nicht vonstatten, da das Klettband das Tuch gut festhält. Ganz so praktikabel, wie Vorwerk es bewirbt, ist das Ganze nicht. Ist das Tuch jedoch einmal entfernt und ein neues am Tuchträgerrahmen befestigt, braucht man den Sauger bloß daraufzustellen und es rastet gleich ein.

Was noch auffällt: Vorwerk nutzt keine Anti-Tangle-Funktion zum Umgang mit langen Haaren. Diese wickeln sich ausnahmslos um die Rundbürsten, sodass man diese herausnehmen und freischneiden muss. Dafür ist es im Test nicht vorgekommen, dass diese blockierten oder der Sauger verstopfte.

Die Unterseite vom Kobold VK7 Saugeraufsatz mitsamt Haaren in den Borsten
Die verwickelten Haare müssen manuell von der Rundbürste entfernt werden. Image source: Marie Bonnet/inside digital

Zubehör: Alles kann, nichts muss

Zubehör gibt es viel bei Vorwerk. Inklusive sind je nach Auswahl jedoch nur die beiden Aufsätze, drei Universal-Reinigungstücher, sechs Premium Filtertüten und eine Flasche Koboclean Reinigungsflüssigkeit (0,5 Liter). Darüber hinaus kann man den VK7 um eine Hartbodendüse, eine Polsterbürste, ein Matratzen-Reinigungsset und etliche weitere Düsen erweitern. Hierzu verwendet man einen Tragegurt, um sich den Sauger umzuhängen und die Hände freizuhaben (kostet natürlich extra). Die Autodüse haben wir zum Beispiel >>hier in einem älteren Testbericht ausprobiert.

Im Test habe ich noch die Elektro-Polsterbürste (PB7) ausprobiert, die einen Schieberegler für Flächen und Fugen besitzt. Damit hat sie selbst Katzenhaare hervorragend aus einem Samtsofa herausgesaugt und dank Fugendüse auch wunderbar die Rillen gesaugt. Lange Haare wickeln sich allerdings auch hier um die Rundbürsten.

Der VK7 mitsamt Zubehör
Der VK7 mitsamt Zubehör Image source: Marie Bonnet/inside digital

Beim AC7 Zubehör-Set inklusive Flexschlauch, Flächen-, Vario- und Bohrstaubdüse zeigt sich gleich ein nützliches Feature. Hier kann man den Schlauch und die Düsen per Schieberegler wechseln und muss nicht länger den behäbigen Hebel bedienen. Die Flächendüse ist perfekt für staubige Oberflächen. Grober Staub bleibt an den weichen Borsten hängen und kann dann abgenommen und eingesaugt werden. Dank der Borsten saugt sich der Aufsatz auch nicht an Papier oder anderen leichten, losen Gegenständen fest. Man kann damit wunderbar Bücherregale oder auch einen vollgestellten Schreibtisch absaugen. Der flexible Schlauch erlaubt dabei den Einsatz in jedem Winkel und mit der Variodüse kommt man damit auch bis über die Türzarge. Alles in allem eine sinnvolle Erweiterung für den Kobold-Sauger. Das Zubehör bleibt aber auch eine Kostenfrage.

Übrigens lässt sich der VK7 auch komplett ohne Aufsätze einfach als Handstaubsauger benutzen. Das ist noch ein Vorteil, den der Kobold-Akkusauger gegenüber der Konkurrenz hat.

Happiger Preis

Beim VK7 Kobold-Saugwischer zahlt man für eine hohe Qualität, ein ausgeklügeltes Design und natürlich auch für den Namen und das Branding. Allerdings ist der VK7 auch mit dem Saugroboter-System von Vorwerk kompatibel und bis zu zehn Jahre nach dem Kauf wird das Gerät noch repariert und gewartet. Service und Kompatibilität mit anderen Vorwerk-Geräten sind definitiv Pluspunkte. Doch jetzt zum Preis: Der liegt bei 1.561 Euro – ohne Set- oder Preisvorteile, inklusive Saugwisch-Aufsatz. Aktuell gibt es den VK7 noch bis zum 4. Oktober 2026 im Deal für 1.349 Euro. Allerdings handelt es sich hierbei um einen Upgrade-Bonus. Das heißt, man muss beweisen können, dass man bereits ein älteres Vorwerk-Gerät besitzt. Nichtsdestotrotz sind auch knapp 1.350 Euro ein stolzer Preis, den nicht jeder zahlen kann und will. Vor allem nicht für einen Saugwischer mit den oben genannten Schwächen.

Fazit

Der VK7 Saugwischer von Vorwerk ist universell einsetzbar und mit dem richtigen Zubehör passt er sich an alle Gegebenheiten und Einsatzmöglichkeiten an. Die Saug- und Wischleistung überzeugt. Vorwerk hat hier einige innovative Ideen durchgesetzt und hebt sich gegenüber der Konkurrenz ab, muss in manchen Feldern jedoch noch aufholen. Die Vorteile gegenüber einem Nass-/Trockensauger liegen vor allem in der Wischleistung, der Erweiterbarkeit, der niedrigen Höhe und dem kompakten Design. Nachteile sind die fehlende Selbstreinigung, die unzureichende Abdeckung sowie die lange Trocknungszeit. Der Kobold-Sauger eignet sich aufgrund der kurzen Akkulaufzeit eher für kleinere Wohnungen oder einen punktuellen Einsatz – im besten Fall in Kombination mit dem Saugroboter-System. Mit einem zusätzlichen Akku lässt sich die Reichweite allerdings erweitern. Damit hat der Kobold VK7 noch längst nicht ausgedient. Es wird jedoch spannend sein, zu beobachten, was Vorwerk als Nächstes auf den Markt bringt.

Vorteile:

  • Saug- und Wischleistung überzeugen
  • Erweiterbarkeit und Kompatibilität
  • kommt fast komplett ohne App aus (bietet aber Mehrwert)
  • niedrige Höhe, Kantenabdeckung und Wendigkeit
  • einfache Bedienung
  • kompaktes Design
  • übersichtliches Display
  • Individualisierungsmöglichkeiten
  • Akku lädt schnell
  • viel optionales Zubehör
Vorwerk Kobold VK7 Akku-Saugwischer Testsiegel

Nachteile:

  • kurze Akkulaufzeit
  • Preis
  • kleiner Wassertank
  • setzt noch auf Filtertüten und Wischtücher
  • schwergängig
  • keine Selbstreinigungsfunktion
  • lange Trocknungszeit
  • kein Anti-Tangle
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/ Bildquelle: inside digital
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