HP Probook 445 G7 im Test: Günstiges Arbeitstier ohne viel Brimborium

6 Minuten
Für ein Notebook kannst du schnell stolze Summen hinblättern. Dafür gibt’s einen tollen, bunten Technik-Strauß. Doch brauch ich das alles eigentlich, wenn es doch nur ein passables Arbeitsgerät sein soll? An einer Antwort auf diese Frage versucht sich der Branchenriese HP mit seiner Probook-Serie.
Das HP ProBook 445 G7
Das HP ProBook 445 G7Bildquelle:

Beim Einstieg in die HP-Welt der Business-Notebooks liegt der Fokus auf dem Wesentlichen, ohne zu große Abstriche zu machen. Auch der Preis soll keine Tränen in die Augen treiben, sondern bleibt in vergleichsweise angenehmen Gefilden. In diese Kategorien passt auch das Probook 445 G7. Das 14-zöllige Notebook wird bereits für weniger als 700 Euro angeboten. Doch was bekommst du für diesen Preis?

Stabiler Metallkörper

So erstaunt schon das Gehäuse. Mit einem Schnitt von 324 x 238 x 18 mm gehört das Probook 445 G7 zwar nicht zu den schmalsten seiner Klasse, und auch das Gewicht von 1,6 kg markiert längst keinen Bestwert. Dafür überzeugt aber die Verarbeitung. Der Alu-Korpus wirkt robust; der ebenfalls aus Metall gefertigte Deckel lässt Verwindungen zu, allerdings nicht über das gebührende Maß hinaus. Eine Zertifizierung nach dem MIL-STD-810G soll zusätzlich eine Langlebigkeit im Alltag unterstreichen.

Kein optischer Feinschliff

Das Design ist klassisch. Die zahlreichen Schnittstellen an den Seiten begrenzen den Spielraum für optische Experimente. In der Unterseite weisen offensichtlich platzierte Schrauben darauf hin, das hier der Tausch von Teilen problemlos möglich sein soll.

Anschlüsse des HP ProBook 445 G7
Anschlüsse des HP ProBook 445 G7

Wenig Wert auf optische Gefälligkeit wurde zudem bei der Integration des Displays gelegt: Dicke schwarze Kunststoffränder fassen den Bildschirm an Ober- und Unterseite. Ein Grund hierfür ist die Infrarotkamera, die mit zwei Sensoren links und rechts neben der Webcam sitzt.

Mattes Display erfreut beim Arbeiten

Unser Testgerät wartet mit einem 14 Zoll großen Display auf, obwohl auch Modelle mit 15,6-Zoll-Bildschirmen erhältlich sind. Die Full-HD-Auflösung (1920 x1080 Pixel) ist Hausmannskost, sprich Standardware. Dafür gefällt die Möglichkeit, den Bildschirm um 180 Grad klappen zu können.

Die matte Ausführung des IPS-Panels erweist sich beim Arbeiten als angenehm und täuscht ein stückweit darüber hinweg, dass die maximale Display-Helligkeit nicht die höchste ist. Die Farbdarstellung geht in Ordnung, die Sättigung reicht jedoch nicht an spiegelnde oder gar OLED-Bildschirme heran.

Spezifikationen HP Probook 445 G7
Display14 Zoll
FullHD
entspiegelt
ProzessorAMD Ryzen 4500U
Hexa-Core
2,3 GHz (Boost bis zu 4 GHz)
Arbeitsspeicher8 GB RAM
DDR4-3200
Datenspeicher256 GB
SSD (NVMe)
Anschlüsse2 x USB 3.1 Typ A (1. Gen)
1 x USB 3.1 Typ C (1. Gen.)
1 x HDMI 1.4
3,5-Millimeter-Klinkenbuchse (Audio-Ausgang/Mikrofon-Eingang)
SD-Kartenleser
LAN
DrahtlosWLAN 802.11ax
Bluetooth 5.0
Akku45 Wh
3 Zellen
Li-Ionen
LieferumfangNetzteil
Abmessungen32,4 x 23,8 x 1,8 cm
Gewicht1,6 kg
BetriebssystemWindows 10 Professional
ExtrasFingerabdrucksensor
Infrarot-Kamera

AMD Ryzen 4000: Die Alternative zu den Intel-Chips

Intel dominiert nach wie vor den Markt für Notebook-Chips. Doch AMDs Ryzen-Prozessoren sind technisch teils überlegen. Der verbaute Ryzen 4500U, eines der kleinen Modelle der Serie, verfügt über sechs physische Kerne, die in einer Strukturbreite von 7 nm gefertigt werden. Auf zusätzliche virtuelle Cores wird verzichtet. Sie leisten einen recht hohen Basistakt von 2,3 GHz und können bei eingeschaltetem Turbo bis zu 4,0 GHz schnell werden. Der im Probook 445 G7 verbaute Ryzen 4500U erreicht im Geekbench dennoch Werte für die bei Intel aktuell schon auf einen Core i7 zurückgegriffen werden muss. Dies gilt insbesondere für die Mehrkern-Leistung.

Einen weiteren Vorteil der AMD-Prozessoren stellt die integrierte Grafikeinheit dar. Der Chip-Entwickler versteht sich auch auf leistungsstarke Grafikkarten und diese Kompetenzen merkt man der verbauten Vega 6 an. Mit einer Nvidia-MX-GPU, die in vielen Notebooks den Intel-Chips zur Seite gestellt wird, kann sie allerdings nicht mithalten.

Speicherausstattung: Nicht üppig, aber aufrüstbar

Dass der zur Verfügung stehende Arbeitsspeicher im DDR4-3200-Format mit 8 GB nicht sonderlich groß dimensioniert ist, sollte angesichts des Preises nicht weiter verwundern. Allerdings zeigt sich hier der Vorteil eines Business-Notebooks: Wenn Bedarf nach mehr aufkommt, lässt sich ein zweiter Slot mit einem zusätzlichen Speicherriegel bestücken.

HP ProBook 445 G7
HP ProBook 445 G7

Die SSD bietet einen Platz von 256 GB. Das NVMe-Laufwerk stammt von SK Hynix. Und wie in vorangegangenen Tests zeigt sich auch hier, dass diese nicht zu den schnellsten gehören. Im CrystalMark wurde beim sequentiellen Lesen von Daten Werte von rund 1.800 MB/s erreicht, beim Schreiben sind noch knapp 1.000 MB/s drin – wirklich schnelle Datenspeicher erreichen locker die doppelte Geschwindigkeit.

Schnittstellen: Viele, aber nicht die schnellsten

Die gebotenen Schnittstellen unterscheiden sich bei AMD nicht wesentlich von Intel. Peripherie wird drahtlos per Bluetooth 5.0 angebunden, für den Weg ins Internet wird kabellos WLAN nach ax-Standard geboten. Selbst ein LAN-Port ist an Bord. Eine Technologie kann AMD derzeit jedoch nicht bieten: Thunderbolt 3. Dieser Standard wird zwar mithilfe einer USB-Typ-C-Schnittstelle bedient, die dahinter stehende Technologie ist jedoch Intel-eigen. Erst Thunderbolt 4, das zu USB 4 wird, kann auch AMD übernehmen – jedoch frühestens mit der nächsten Chip-Generation.

Alle USB-Ports des Probooks unterliegen dem 3.1-Standard (1. Generation). Drei der Schnittstellen sind klassisch gestaltet, daneben ist eine USB-Typ-C-Buchse integriert, die gleichermaßen DisplayPort unterstützt. Für den Anschluss eines zusätzlichen Monitors kann zudem HDMI 1.4 genutzt werden. Sogar an einen SD-Kartenleser wurde gedacht.

Die im fetten Displayrahmen integrierte Infrarot-Kamera ist eine nette Zusatzoption fürs Entsperren des Laptops, die bei Business-Modellen üblich ist, im Zweifelsfall wäre der sehr gut funktionierende Fingerabdruckscanner aber völlig ausreichend gewesen.

Tastatur und Touchpad überzeugen

Chiclet-Tastaturen mit ihren einzeln herausstehenden Tasten sind aktuell bei vielen Herstellern in Mode, so auch bei HP. Und die des Probooks ist zudem noch sehr gut gemacht. Die leicht gummierte Oberfläche, der üppige Hub und der angenehme Popp von Buchstaben und Ziffern gefällt Vielschreibern. Auch die gute Hintergrundbeleuchtung gehört in dieser Preisklasse noch nicht überall zur Serienausstattung.

Tastatur des HP ProBook 445 G7
Tastatur des HP ProBook 445 G7

Auch das – ergonomisch förderlich – etwas aus der Mitte platzierte Touchpad leistet gute Dienste. Die Bewegungen werden präzise umgesetzt, auch bei Mehr-Finger-Eingaben.

Beim Akku wird gespart

Viele Hersteller sparen bei günstigen Notebook-Serien am Akku. HP macht da keine Ausnahme. Mit einer Kapazität von 45 Wh ist der Energiespeicher des Probook 445 G7 alles andere als üppig dimensioniert. Echte Langläufer-Qualitäten sind damit schon ausgeschlossen. Die Werte im BatteryMark 2.0.3 und nach einer Stunde im Browser sind gerade mal 13 Prozent der Reserven verbraucht. Dabei hilft natürlich auch, dass das Display im Akku-Betrieb automatisch gedimmt wird.

Doch Langläuferqualitäten kannst du nicht erwarten. Nach etwa vier Stunden erschöpfen sich die Reserven des Akkus.

Fazit zum HP Probook 445 G7

Das Probook 445 G7 bietet viel fürs Geld. Das Gehäuse ist gut verarbeitet, die Hardware ist schnell, die Peripherie ist gelungen. Letztere gehört in dieser Preisklasse sicherlich zu den besten und steht teureren Konkurrenten in nichts nach. Auch die Schnittstellenausstattung bietet viel Flexibilität, allerdings werden manche der schnellsten Technologien seitens AMD noch nicht unterstützt. Das auf technische Highlights verzichtet werden muss, sollte dir klar sein.

Pro

  • Gutes Preis-/Leistungsverhältnis
  • Gut verarbeitetes, robustes Gehäuse
  • Tastatur und Touchpad sind gelungen

Contra

  • Kein ax-WLAN, kein Thunderbolt 3, nur USB 3.0
  • Kleiner Akku

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5 KOMMENTARE

  1. Bei den klassischen Online-Händlern scheinen die Preise stark zu schwanken, ich habe das Testgerät für rund 670 Euro bei Notebooksbilliger erworben.

    • Aktuell ist Verfügbarkeit allgemein eine Katastrophe: Ob Grafikkarten oder Prozessoren, aktuelle Modelle werden zwar am Fließband vorgestellt, bleiben in den Shops aber eine Rarität. Und das gilt dann auch für Notebooks. Wenn ein großer Hersteller mal ein paar Container von irgendwas auf den Markt werfen kann, ists kurz danach wieder ausverkauft und die Preise schießen nach oben.

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