Vor einem Jahr war ein seitlich ausfahrender Wischmopp ein Erkennungsmerkmal von Geräten jenseits der 1.300 Euro. Inzwischen sitzt die Mechanik in der Mittelklasse und Anker staffelt sie sogar: Der Omni C30 kommt ohne, der Omni C30 Edge mit, darüber steht der HydroJet E35 für 999 Euro mit Wischwalze. Die spannende Frage ist deshalb nicht, ob der Mopp ausfährt. Sondern, was Anker weglässt, um bei 699 Euro zu landen. Das kläre ich im Test des Anker eufy Omni C30 Edge.
Design und Einrichtung des eufy Omni C30 Edge
Die auffälligste Neuerung sitzt an der Flanke: ein seitlich gerichteter Laser, der die Fußleiste abtastet. Er soll nach Herstellerangaben über 100 verschiedene Sockelleistenprofile unterscheiden und das Wischpad passend weit herausschieben. Mit einfachen Worten: Der Roboter misst im Fahren, wo die Wand tatsächlich anfängt, statt stumpf einen festen Abstand zu halten. Zurückspringende und vorstehende Leisten sollen so gleichermaßen abgedeckt werden.
Der Dreck wird in einem Fach gesammelt, das in der Station abgesaugt wird. Unter dem Gehäuse arbeitet eine einseitig aufgehängte Hauptbürste im Spiraldesign. Das freie Ende soll lange Haare abrutschen lassen, statt sie aufzuwickeln.

Und jetzt der Punkt, der mir im Test am positivsten aufgefallen ist: Die Station ist erfreulich klein. Das klingt nach einer Nebensache, ist aber genau die Stelle, an der Saugroboter in kleinen Wohnungen scheitern. Zur Einordnung: Das Dock des Roborock Saros 20 Neo (Test) misst 40,2 × 49,4 × 45,0 cm, das des Mova V70 Ultra Complete (Test) sogar 42,0 × 45,8 × 47,0 cm. Solche Klötze brauchen eine eigene Wandnische. Der Omni C30 Edge lässt sich dagegen auch in einer Zweizimmerwohnung unterbringen, ohne dass er den Flur dominiert.
Funktional übernimmt die Station das Übliche: absaugen, Wischpads waschen, mit Warmluft trocknen, Wasser nachfüllen und zu Nebenzeiten laden. Der Staubbeutel fasst 2,5 Liter. Die Einrichtung in der Anker-eufy-App ist erfreulich simpel. Du scannst den QR-Code und lässt dich durch den gesamten Prozess führen. Abschließend gibt es noch das Mapping, bei dem der Roboter Kabel nicht erkennt und auch sonst häufig gegen im Weg befindliche Gegenstände fährt. Auch bei der Raumaufteilung unterläuft dem Roboter ein Fehler.

Funktionen der Anker-eufy-App
Der wichtigste Punkt steht schon fest, und er ist ungewöhnlich für diese Preisklasse: Der Omni C30 Edge ist ab Werk als Matter-Saugroboter zertifiziert. Er lässt sich also unabhängig vom Anker-Ökosystem einbinden, Apple Home eingeschlossen. Das ist bemerkenswert, weil ausgerechnet die teuren Geräte hier patzen: Weder unser Testsieger DJI Romo P2 (Test) für 1.349 Euro noch der Mova V70 Ultra Complete (Test) für 1.399 Euro unterstützen Matter.

Ansonsten gibt es im Hauptmenü die gängigen Einstellungen für den Saugroboter: Saugkraft, Wasserdurchfluss und wie der Roboter navigieren soll – alles im Hauptmenü. Für Teppiche nennt Anker eine automatische Saugkrafterhöhung. Dazu hebt ein Laser das Wischpad um 1,2 cm an, sobald er einen Teppich erkennt. Ob der Roboter Teppiche alternativ auch ganz umfahren oder die Mopps in der Station lassen kann, steht in den Unterlagen nicht.
So gut saugt und wischt der eufy Omni C30 Edge
Auf dem Papier stehen 35.000 Pa. Das liegt einen Tick unter den 36.000 Pa, die sich der DJI Romo P2 und die Saros-20-Reihe teilen, und deutlich unter den 40.000 Pa des Mova V70 Ultra Complete. Nur: Pascal ist ein Unterdruckwert, kein Reinigungsergebnis. Interessanter ist, was Anker drumherum baut. Ein spezielles System trennt den Feinstaub nach Herstellerangaben ab, bevor er das Filtermaterial erreicht – 99,99 Prozent sollen es sein, die Saugkraft damit 365 Tage konstant bleiben. Diese Zahl kann ich nicht bestätigen. Was ich bestätigen kann: Die Saugleistung auf glatten Oberflächen geht im Test in Ordnung.
Auf Hartboden macht der Roboter seinen Job. Grobe Krümel und feiner Staub landen zuverlässig im Behälter, liegen bleibt wenig. Das ist solide Mittelklasse, mehr aber auch nicht. Denn der Abstand zu einem Romo P2, der auf glatten Flächen praktisch nichts übrig lässt, ist spürbar. Auf Teppichen wird der Unterschied deutlicher. Denn hier hat der Roboter erhebliche Probleme beim Aufsaugen des Schmutzes.

Dafür überzeugt aber die Kantenreinigung. Anders als andere Roboter aus der Preisklasse gelangt der Sauger gut in Ecken.
Und die Wischleistung? Frische Flecken bekommt der Omni C30 Edge weg, und er verschmiert sie dabei nicht. Eingetrocknete Rückstände bekommt er nicht weg. Auch nicht nach mehreren Durchläufen. Das ist der klarste Fall von „Sparstelle sichtbar“ in diesem Test, und er war auf dem Datenblatt vorhersehbar: Zwei rotierende Pads drücken mit 10 N auf den Boden und drehen mit 180 Umdrehungen pro Minute. Der Saros 20 Neo kommt auf 14 N, der Mova V70 Ultra Complete auf 15 N und 300 U/min.

Für dich heißt das konkret: Wer abends den Kaffeespritzer vom Küchenboden holen will, ist gut bedient. Wer damit rechnet, dass der Roboter die eingetrocknete Soße vom Vortag mitnimmt, muss selbst ran.
Außerdem wichtig für Haustierbesitzer. Wenige Haare haben sich bereits nach kurzer Zeit im Test in der Hauptbürste des Roboters verheddert. Hier wirst du mit der Zeit definitiv mit dem Entfleddern zu tun haben. Die Akkulaufzeit ist schließlich solide. Nach 30 Minuten unter Volllast verliert der eufy-Roboter 28 Prozent seines Akkus. Das ist für eine Zweizimmerwohnung vollkommen ausreichend.
Für die Navigation setzt Anker auf iPath 2.0, also Lasernavigation. Sie soll den Grundriss aufnehmen und die Bahnen raumweise planen, auch bei wenig Licht. Für das Kartieren reicht das. Für alles, was flach auf dem Boden liegt, nicht.

Denn Kabel erkennt der Omni C30 Edge im Test schlicht nicht. Er fährt darüber, zieht sie mit und verheddert sich. Das ist keine gelegentliche Unsauberkeit, sondern der Normalfall, und es macht die Hinderniserkennung zur klaren Schwachstelle dieses Geräts. Beim eufy S2 Omni (Test) hatte ich noch notiert, dass Kabel „ab und zu etwas zu spät“ erkannt werden. Davon ist der C30 Edge ein gutes Stück entfernt.
Für dich bedeutet das einen realen Alltagsaufwand: Vor jedem Reinigungslauf Ladekabel, Verlängerungsschnüre und herumliegende Kleinteile wegräumen. Genau die Arbeit also, die ein Saugroboter eigentlich abnehmen soll. Wer ein Homeoffice mit Kabelsalat unter dem Schreibtisch hat, sollte entweder Sperrzonen anlegen oder sich ein anderes Gerät ansehen.
Fazit: Der richtige Roboter für die kleine Wohnung, wenn der Boden frei ist
Der eufy Omni C30 Edge ist ein Gerät mit einem sehr klaren Profil. Die Station ist die kleinste, die mir in dieser Ausstattungsklasse untergekommen ist, und das ist mehr wert, als es auf dem Datenblatt aussieht. In einer Zweizimmerwohnung entscheidet nicht die Saugkraft darüber, ob ein Roboter einzieht, sondern ob das Dock irgendwo hinpasst. Dazu kommt die Matter-Zertifizierung ab Werk, die du hier für 699 Euro bekommst, während der 1.349 Euro teure Testsieger sie bis heute nicht bietet.
Die Reinigungsleistung geht in Ordnung. Auf Hartboden bleibt wenig liegen, frische Flecken verschwinden schlierenfrei. Eingetrocknetes dagegen bekommt der Roboter nicht weg. Der Knackpunkt ist die Hinderniserkennung. Kabel erkennt der Omni C30 Edge nicht, Punkt. Das ist 2026 in dieser Preisklasse kein Kavaliersdelikt mehr, und es kostet dich vor jedem Lauf ein paar Minuten Aufräumen. Damit ist auch klar, für wen das Gerät nichts ist: für Haushalte mit Homeoffice, Kinderzimmer oder generell viel Kram auf dem Boden.
Wer eine kleine Wohnung mit aufgeräumtem Boden hat, Matter braucht und in erster Linie saugen lässt, bekommt für 699 Euro viel Ausstattung und eine Station, die tatsächlich in den Flur passt. Der Omni C30 Edge kostet 699 Euro (UVP) und ist ab sofort bei Amazon erhältlich.
Vorteile:
- Kompakte Station, die auch in kleine Wohnungen passt
- Matter ab Werk zertifiziert, damit auch Apple Home
- Ausfahrendes Wischpad und Seitenlaser für Fußleisten in dieser Preisklasse selten
- Ordentliche Saugleistung auf Hartboden
- Frische Flecken werden schlierenfrei entfernt
Nachteile:
- Kabel werden nicht erkannt, Hinderniserkennung insgesamt schwach
- Eingetrocknete Flecken bleiben liegen






