Wer schon einmal eine DEXA-Messung beim Arzt gemacht hat, kennt den Aha-Effekt: Plötzlich wird sichtbar, was die Zahl auf der Waage nicht verrät. Genau dieses Erlebnis will Withings jetzt in den Alltag bringen. Die neue Withings BodyFit (249,95 Euro UVP) setzt dabei auf eine Technologie, die sich vom bisherigen Flaggschiff Body Scan in einem entscheidenden Punkt unterscheidet.
Zehn Sekunden statt anderthalb Minuten
Der auffälligste Unterschied im Alltag: Geschwindigkeit. Die BodyFit liefert ihre 6-Zonen-Körperanalyse in nur zehn Sekunden. Wer die Body Scan kennt, weiß, dass deren vollständige Messung inklusive EKG und Nervengesundheitsbewertung rund 90 Sekunden dauert. Ja, auch ich stelle mich täglich für 1,5 Minuten auf die Waage und kann aus meiner 1,5-jährigen Nutzung der Body Scan bestätigen, dass es auch mal Tage gibt, an denen die Dauer ungünstig ist. Mal hat man es morgens eilig, weil man zur Arbeit muss, oder man muss einen Flug oder Zug erwischen. Da sind diese 1,5 Minuten ein großer Unterschied.
Beide Waagen nutzen einen ausziehbaren Griff mit integrierten Elektroden, insgesamt acht Stück, vier in der Glasplattform und vier im Griff. Damit messen sie die Körperzusammensetzung segmental in sechs Zonen, darunter Arme, Beine und Rumpf, und machen die Verteilung deiner Muskel- und Fettmasse in verschiedenen Körperbereichen sichtbar.

BIS statt BIA: Mehr Frequenzen, höhere Genauigkeit
Unter der Haube steckt eine weiterentwickelte Messtechnik. Die Body Scan arbeitet mit der bioelektrischen Impedanzanalyse (BIA) im Multifrequenzverfahren. Die BodyFit setzt dagegen auf die bioelektrische Impedanzspektroskopie (BIS). Hierbei handelt es sich um ein Verfahren, das mit 13 Frequenzen bis zu 800 kHz arbeitet und damit ein deutlich breiteres Spektrum abdeckt. Während die klassische BIA ein oder wenige Frequenzsignale durch den Körper schickt, nutzt BIS ein ganzes Frequenzband und kann so genauer zwischen intra- und extrazellulärem Wasser unterscheiden. Kurz gesagt, das Ergebnis sind präzisere Werte bei Fett- und Muskelmasse.

Was die BodyFit nicht kann
Wer auf die Body Scan schaut, sieht schnell, worauf die BodyFit verzichtet. Die Body Scan kann ein medizinisch zertifiziertes 6-Kanal-EKG aufnehmen und Vorhofflimmern erkennen, die BodyFit nicht. Auch die Messung des Gefäßalters über die Pulswellengeschwindigkeit, mit der die Body Scan die
Elastizität der Arterien bestimmt, fehlt beim neuen Modell. Gleiches gilt für den Nervengesundheitswert, bei dem die Body Scan über die Schweißdrüsenaktivität in den Füßen Rückschlüsse auf mögliche Nervenschädigungen zieht. Eine Funktion, die vor allem für Diabetes-Patienten relevant sein kann.
Für die Mehrheit der Nutzer dürfte gerade die Nervengesundheit allerdings eine Nischenfunktion bleiben. Die BodyFit könnte mit ihrem Verzicht auf diese Features also genau die richtige Abwägung treffen, zumindest für alle, die primär ihre Körperzusammensetzung im Blick behalten wollen und nicht bereit sind, dafür 399,95 Euro auszugeben.
Was die BodyFit neu kann
Im Gegenzug bringt die BodyFit Funktionen mit, die der Body Scan fehlen. Die zugehörige App schätzt bei jeder Messung automatisch die Kalorienbilanz ein und gibt gewohnheitsbasierte Empfehlungen. Somit soll manuelles Ernährungstracking entfallen. Darüber hinaus bildet eine neue 12-Zonen-Matrix die tatsächliche Muskel-Fett-Verteilung ab. Nutzer werden in Kategorien wie „Athletic”, „Strong” oder „Powerhouse” eingeordnet und erhalten so ein motivierendes Bild ihres Fortschritts, das über den reinen BMI hinausgeht. Insgesamt liefert die BodyFit laut Withings mehr als 40 physiologische Messwerte und Biosignale.
Besonders auffällig ist der gezielte Fokus auf Nutzer von GLP-1-Medikamenten wie Ozempic oder Wegovy. Eine animierte Grafik zeigt nach jeder Messung Zone für Zone, ob der Gewichtsverlust Fett oder Muskeln betrifft. Gerade bei GLP-1-Therapien, bei denen Patienten zehn bis fünfzehn Kilogramm verlieren können, ist die Frage, welches Gewebe abgebaut wird, medizinisch relevant. Withings positioniert die BodyFit hier als tägliches Kontrollinstrument, das den Zeitraum zwischen klinischen Untersuchungen überbrücken soll.
Für wen lohnt sich welches Modell?
Die Withings BodyFit ist die bessere Wahl für alle, die ihre Körperzusammensetzung präzise und schnell tracken wollen. Und das unabhängig davon, ob beim Muskelaufbau, beim Abnehmen oder während einer medikamentösen Gewichtsreduktion. Schnellere Messung, weiterentwickelte BIS-Technologie und ein Preis von 249,95 Euro statt 399,95 Euro machen sie zur attraktiveren Option für die Mehrheit der Nutzer.
Die Withings Body Scan bleibt das richtige Gerät für alle, die über die Körperanalyse hinaus auch ihre Herzgesundheit überwachen wollen. Das 6-Kanal-EKG mit Vorhofflimmern-Erkennung und die Gefäßalter-Messung via Pulswellengeschwindigkeit sind Funktionen, die derzeit keine andere Waage für zu Hause bietet.
Wer noch einen Schritt weiter gehen will, kann auf die Withings Body Scan 2 (499,95 Euro UVP) warten, die auf der CES 2025 gezeigt wurde und im Laufe des Jahres erscheinen soll. Sie erweitert das Monitoring auf über 60 Biomarker, darunter Impedanzkardiographie für die Herzpumpfunktion, Blutsauerstoffmessung per PPG-Sensor und einen Glukoseresilienz-Wert. Die Withings BodyFit wird ab dem 01. Juli für einen Preis von 249,95 Euro erhältlich sein.
