Große Autolüge entlarvt: Wer eines dieser Autos fährt, zahlt jetzt den Preis

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Plug-in-Hybride gelten als Brückentechnologie für den Klimaschutz. Doch eine neue Analyse stellt das Konzept infrage. Auf Basis von rund einer Million realer Fahrzeugdaten zeigt sich: Viele Plug-in-Hybride (PHEV) stoßen im Alltag deutlich mehr CO₂ aus als offiziell angegeben.
Heck eines Autos in der nahaufnahme.
Die große Autolüge: Plug-in-Hybride verbrauchen offenbar viel mehr als angegeben.Bildquelle: Shutterstock.com / Everyonephoto Studio

Im Schnitt verbrauchten die untersuchten Autos mit Plug-in-Hybrid-Antrieb, die sowohl über einen Verbrennungsmotor als auch über einen Elektromotor verfügen, 5,9 Liter Kraftstoff pro 100 Kilometer. Also etwa dreimal so viel, wie die Typgenehmigungswerte offiziell angeben. Diese liegen im Mittel bei rund 1,5 Litern. Die realen Emissionen bewegen sich damit auf dem Niveau klassischer Verbrenner, heißt es in der Studie, an der unter anderem das Fraunhofer-Institut und das Öko-Institut beteiligt waren.

Plug-in-Hybride fahren nur selten elektrisch

Grundlage der Untersuchung sind sogenannte OBFCM-Daten (On-Board Fuel Consumption Monitoring), die von der European Environment Agency per Funkübertragung erfasst werden. Sie dokumentieren tatsächliche Fahrleistungen, Ladeverhalten und Kraftstoffverbräuche von Autos. Im Zuge der Studie kamen PHEV-Modelle verschiedener Hersteller der Baujahre 2021 bis 2023 zum Einsatz. Unter anderem BMW, Audi, Opel, VW und Renault, aber auch asiatische Marken wie Toyota und Mazda.

Und dabei kam auch heraus: Selbst wenn Plug-in-Hybride im „überwiegend elektrischen“ Modus fahren, verbrauchen sie Sprit. Viel mehr, als man bisher dachte: durchschnittlich rund 3 Liter pro 100 Kilometer. Außerdem wurde deutlich, dass der tatsächliche elektrische Fahranteil bei PHEVs nur bei rund 28 Prozent liegt. Drei Viertel der Strecke werden von den PHEV-Fahrern also faktisch mit Verbrennungsmotor zurückgelegt.

Ein Grund liegt im regulatorischen Messverfahren. In der Typgenehmigung wird der sogenannte „Charge-Depleting-Mode“ (CD-Mode) stark gewichtet. Dieser gilt als überwiegend elektrisch, erlaubt aber weiterhin den Einsatz des Verbrennungsmotors. Das führt dazu, dass der offizielle „Utility Factor“ – also der angenommene elektrische Fahranteil – systematisch überschätzt wird.

EU verschärft Regeln – Industrie will Aufschub

Die EU hat bereits reagiert: Seit 2025 und nochmals ab 2027 findet eine Verschärfung der maßgeblichen Skalierungsparameter für die Berechnung der CO₂-Werte statt. Dadurch sinkt der rechnerische Elektro-Anteil und die offiziellen Emissionen steigen. Der Verband der Automobilindustrie fordert jedoch, diese Anpassungen auszusetzen und stattdessen Maßnahmen wie „Display-Transparenz“ oder verpflichtendes Laden („Inducement“) einzuführen.

Die Studie kommt zu einem klaren Ergebnis: Solche Maßnahmen würden die realen Emissionen nur minimal senken – um wenige Gramm CO₂ pro Kilometer. Ohne die geplanten Verschärfungen drohen laut Modellrechnungen bis 2045 zusätzliche Emissionen von bis zu 25 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent in der EU.

Fazit: Ohne Reform bleibt die Lücke

Die Forscher empfehlen, die Berechnungsmethodik stärker an realen Nutzungsdaten auszurichten und die Anpassungen wie geplant umzusetzen. Nur durch schärfere Vorgaben lasse sich die massive Lücke zwischen offiziellen und tatsächlichen Emissionen schließen. Plug-in-Hybride könnten zwar einen Beitrag leisten – aber nur, wenn sie tatsächlich überwiegend elektrisch fahren. Die aktuellen Daten zeigen: Davon ist die Realität vieler Fahrzeuge weit entfernt.

Bildquellen

  • Rückruf: Tausende E-Autos haben ein Klappenproblem: Hyundai
  • Vom Spartraum zum Sprit-Schock: Große Autolüge aufgedeckt: Shutterstock.com / Everyonephoto Studio
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