Tschüss, Duschkopf: Neue Kapsel soll ihn ersetzen

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Das Badezimmer war lange kein Ort für Innovationen. Doch jetzt kündigt sich ein Umbruch an, der unser Morgenritual infrage stellt. Die tägliche Dusche, an der sich seit über 200 Jahren kaum etwas geändert hat, entwickelt sich weiter.
Tschüss, Duschkopf: Neue Kapsel soll ihn ersetzen
Tschüss, Duschkopf: Neue Kapsel soll ihn ersetzenBildquelle: natalia menin / Unsplash

Die Deutschen duschen gern. Sehr gern sogar. Rund 80 Prozent steigen täglich unter die Dusche, im Schnitt für acht bis zehn Minuten. Das Ritual ist so selbstverständlich, dass kaum jemand fragt, woher es eigentlich kommt. Die Antwort ist überraschend bodenständig: Die moderne Dusche gibt es erst seit dem späten 18. Jahrhundert. Verbreitet hat sie sich im 19. Jahrhundert, als Fortschritt im Hinblick auf Hygiene und Zeitersparnis. Seitdem hat sich am Grundprinzip wenig geändert. Bis jetzt. Nur weil jemand auf die Idee kam, das Duschen weiterzuentwickeln. In Japan, natürlich.

Dusche? So waschen wir uns bald

Auf der Weltausstellung Expo 2025 in Osaka steht eine Kapsel, die aussieht wie eine Mischung aus Raumfähre und Badewanne. Ihr Name: Mirai Ningen Sentakuki. Übersetzt etwa: Menschliche Waschmaschine der Zukunft. Der Vergleich ist nicht ironisch gemeint. Genau das soll sie sein. Eine Waschmaschine für Menschen.

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Man steigt hinein, legt sich hin, schließt die Haube. Dann übernimmt die Technik. Heißes Wasser füllt die Kapsel, Ultraschall erzeugt mikroskopisch kleine Bläschen, die Schmutz, Schweiß und abgestorbene Hautzellen lösen. Ganz ohne Seife. Gleichzeitig massieren die Ultraschallwellen den Körper. Nach spätestens 15 Minuten ist alles vorbei: Waschen, Entspannen, Trocknen – ein Durchgang.

Wellness statt Wäsche

Das Besondere sitzt nicht nur in den Düsen, sondern im Kopf der Maschine. Eine künstliche Intelligenz analysiert Hauttyp, Körperzonen und sogar den emotionalen Zustand der Person. Sensoren messen Puls, Bewegungen und Stress. Entsprechend passt das System Temperatur, Intensität und Dauer an. Auf einem Bildschirm laufen beruhigende Bilder, ätherische Öle werden freigesetzt, Musik spielt. Die tägliche Dusche wird zur Wellness-Einheit. Das folgende Video zeigt die Funktionsweise.

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Die Idee ist älter, als man denkt. Schon 1970 wurde auf der Expo in Osaka eine „menschliche Waschmaschine“ gezeigt. Damals aber mehr Vision als Produkt. Heute ist sie Realität. Während der Expo dürfen bis zu 1.000 Besucher die Kapsel testen. Die Rückmeldungen sind euphorisch: Fast alle sind begeistert. Auch Hotelbetreiber zeigen Interesse. Sechs Geräte sind bereits bestellt, für Spas, Hotels, Freizeiteinrichtungen. Für das heimische Badezimmer hingegen bleibt die Kapsel vorerst ein Traum. Der Preis entspricht laut Hersteller dem eines importierten Luxusautos. Dazu kommen Platzprobleme und Umbaukosten. Die Dusche bleibt also noch eine Weile.

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