Tesla radikal: Zwei E-Autos werden eingestellt, ein neues Modell kommt

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Erstmals in der Geschichte von Tesla wurde ein Jahr mit einem Umsatzrückgang abgeschlossen. Die Umsätze fielen im vergangenen Jahr um rund 3 Prozent auf 94,8 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn ging sogar um 46 Prozent auf rund 3,8 Milliarden Dollar zurück. Das hat nun unmittelbare Folgen.
Tesla Model X mit geöffneten Flügeltüren.

Vom Überflieger zum Auslaufmodell: Das Tesla Model X steht wie das Tesla Model S vor dem Aus.

Paukenschlag bei Tesla: Der Pionier unter den E-Auto-Herstellern stellt zwei seiner Modelle ein. Das Model X und das Model S, beide im Premium-Segment zu Hause, werden schon bald nicht mehr als Neuwagen gebaut. „Es ist an der Zeit, die Programme für die Modelle S und X mit einer ehrenvollen Einstellung zu beenden“, erklärte Tesla-Chef Elon Musk im Rahmen der Vorstellung der Bilanz für das vergangene Jahr in der Nacht zu Donnerstag. Und er ergänzte in Richtung von Interessenten: „Wer daran interessiert ist, ein Model S oder Model X zu kaufen, für den wäre jetzt der richtige Zeitpunkt.“

Tesla Model X und Model S nur schwach nachgefragt

Damit reagiert Musk auf einen klaren Trend: Die vergleichsweise teuren E-Auto-Modelle X und S verkaufen sich weit schlechter als die Mittelklasse-Wagen Model Y und Model 3. In Zahlen ausgedrückt: Im vergangenen Jahr wurden rund 1,6 Millionen Autos der Reihen Y und 3 produziert, während es bei den Modellen X und S nur knapp 54.000 Einheiten waren. Und der Trend ist klar rückläufig: Im vierten Quartal vergangenen Jahres lag die Produktion bei den Premium-Fahrzeugen nur noch bei knapp 12.000.

Die Einstellung der Neuwagenproduktion wirft natürlich Fragen auf. Was wird aus den dadurch frei werdenden Kapazitäten? Auch dafür hat Musk bereits eine Idee. Er möchte das Stammwerk im kalifornischen Fremont nutzen, um dort die von Tesla in Aussicht gestellten humanoiden Roboter „Optimus“ zu bauen. Sie sollen ab Ende 2027 für Verbraucher erhältlich sein, um „alle menschlichen Bedürfnisse zu erfüllen“, wie es der Tech-Milliardär jüngst erklärte. Schritt für Schritt sollen die Optimus-Roboter von ihren Besitzern lernen und in Zukunft „zu Milliarden“ in Haushalten und in öffentlichen Bereichen zum Einsatz kommen.

Neues vom Roadster – neue Präsentation im April?

Neuigkeiten gibt es auch zum Tesla Roadster. Der E-Flitzer soll noch im ersten Halbjahr 2026 in die Produktion starten. Auch die Produktion des autonom fahrenden Tesla Cybercab und des Trucks Tesla Semi wird in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres dem Vernehmen nach deutlich hochgefahren. Im Quartalsbericht von Tesla heißt es dazu wörtlich: „Die Vorbereitungen für den Produktionsstart des Tesla Semi und des Cybercab in Nordamerika, die beide im ersten Halbjahr 2026 beginnen, sowie für die Produktion des Roadster der nächsten Generation laufen weiter.“

Möglich ist übrigens, dass es am 1. April dieses Jahres eine neue Präsentation zum Tesla Roadster geben wird. Musk soll dies laut US-amerikanischen Medienberichten ebenfalls angekündigt haben. Wir konnten dafür aber weder in den aktuellen Investor Relations, noch in den zugehörigen Q&A passende Hinweise finden. Aus den USA ist zu vernehmen, das die nächste Generation des Zweisitzers von SpaceX gefertigte Teile enthalten und einige spektakuläre Fahrmanöver beherrschen können soll. Wir bleiben neugierig, ob es im April tatsächlich etwas Neues vom bereits 2017 erstmals angekündigten Tesla Roadster zu sehen gibt, oder ob es sich um einen verfrühten Aprilscherz handelt.

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