Studie schlägt Alarm: Diese Solarmodule altern deutlich schneller als gedacht

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25 Jahre Laufzeit gelten bei Solaranlagen als gesetzt. Eine neue Studie stellt diese Annahme nun mit beunruhigenden Erkenntnissen infrage. Warum viele Module deutlich schneller an Leistung verlieren – und was das für deine Planung bedeutet.
Studie schlägt Alarm - diese Solarmodule altern deutlich schneller als gedacht

Studie schlägt Alarm - diese Solarmodule altern deutlich schneller als gedacht

Wenn du über eine Solaranlage nachdenkst oder bereits eine auf dem Dach hast, rechnest du wahrscheinlich mit einem langen Atem. Zwei Jahrzehnte und mehr gelten als sicher. Genau dieses Gefühl der Planungssicherheit gerät jetzt ins Wanken. Eine neue internationale Studie legt nahe, dass viele Solarmodule deutlich schneller altern als bisher angenommen – und das hat spürbare Folgen für Ertrag, Kosten und Erwartungen.

Was die Studie genau untersucht hat

Die Untersuchung stammt von einem Forschungsteam der University of New South Wales und wurde im Fachjournal IEEE veröffentlicht. Die Forscher haben weltweit fast 11.000 Photovoltaik-Systeme ausgewertet – nicht im Labor, sondern im realen Betrieb. Das macht die Ergebnisse besonders relevant. Statt idealer Testbedingungen flossen echte Betriebsdaten ein: unterschiedliche Standorte, Anlagenalter, Hersteller und Nutzungsprofile. Genau hier zeigt sich ein Muster, das bisher in dieser Klarheit gefehlt hat.

Die Zahlen, die aufhorchen lassen

Die zentrale Erkenntnis: Mindestens jedes fünfte Solarmodul verliert seine Leistung deutlich schneller als erwartet. Konkret altern diese Anlagen rund 1,5-mal schneller als der Durchschnitt. Noch drastischer: Jedes zwölfte System baut sogar doppelt so schnell ab.

Was das bedeutet, ist ernüchternd. Manche Anlagen erreichen statt der kalkulierten 25 Jahre nur rund elf Jahre Nutzungsdauer. Andere verlieren über die Laufzeit hinweg bis zu 45 Prozent ihrer ursprünglichen Leistung. Für dich heißt das: weniger Strom, geringere Einsparungen – und möglicherweise ein früherer Austausch.

Warum Wetter nicht der Hauptschuldige ist

Spannend ist, was nicht als Hauptursache gilt. Extreme Hitze, starke Sonneneinstrahlung oder Frost werden oft als Sündenböcke genannt. Die Studie zeigt jedoch: Der beschleunigte Leistungsverfall tritt auch in gemäßigten Regionen auf. Stattdessen verweisen die Autoren auf Qualitätsprobleme. Kleine Defekte, die zunächst harmlos wirken, entfalten ihre Wirkung oft erst über Jahre hinweg – dann aber mit Wucht.

Diese Ursachen stecken hinter dem schnellen Altern

Die Forscher nennen drei Hauptfaktoren. Erstens sogenannte „verkettete Fehler“ („interconnected failures“). Eine beschädigte Rückseitenfolie lässt Feuchtigkeit eindringen, daraus entstehen Korrosion oder Zellrisse – ein Dominoeffekt. Zweitens frühe Ausfälle neuer Module. Produktionsmängel, die bei der Qualitätskontrolle unentdeckt bleiben, zeigen sich oft schon in den ersten Betriebsjahren. Drittens versteckte Materialschwächen. Haarrisse oder Lötfehler sind anfangs unsichtbar, können später aber zu plötzlichen Leistungseinbrüchen führen. Gerade diese schleichenden Probleme sind tückisch. Alles scheint in Ordnung zu sein, bis die Betreiber feststellen, dass die Produktion der Solarmodule deutlich nachlässt.

Was das für dich als Betreiber bedeutet

Für große Solarparks sind die Ergebnisse besonders brisant, doch auch private Betreiber sollten genau hinsehen. Wenn Module früher ersetzt werden müssen oder häufiger gewartet werden, verschiebt sich die Wirtschaftlichkeit deutlich. Kalkulationen, die auf stabilen Erträgen über Jahrzehnte beruhen, geraten ins Wanken. Das heißt nicht, dass Solarenergie ihre Berechtigung verliert. Aber die Annahme „einmal installieren, 25 Jahre laufen lassen“ ist für einige Module zu simpel gedacht.

Solarmodulalterung – das solltest du als Betreiber wissen

Was sich künftig ändern muss

Die Studienautoren fordern realitätsnähere Prüfverfahren. Bisher testen Hersteller Module meist einzeln auf UV-Strahlung, Feuchtigkeit oder mechanische Belastung. Dazu häufig in standardisierten Testverfahren. In der Realität wirken diese Stressfaktoren jedoch gleichzeitig – und verstärken sich gegenseitig. Für dich bedeutet das: Achte stärker auf Qualität, Garantiebestimmungen und Herstellertransparenz

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