Schock für Verbrenner-Fans: BMW elektrifiziert auch seine M-Boliden

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Elektrische Antriebe sind im Motorsport noch verpönt. Ob Formel, Paris Dakar, Le Mans oder die WRC - Sportwagen werden meist mit fossilen Brennstoffen befeuert. BMW will das ändern. Auch auf der Rennstrecke muss die Neue Klasse ans Kabel.
BMW M Neue Klasse
BMW M Neue KlasseBildquelle: BMW

Die mit einem „M“ gekennzeichneten Modelle stehen bei BMW für besonders hohe Leistungen. Seit 1972 entwickelt die als BMW M GmbH ausgegliederte Sportwagen-Abteilung leistungsstarke Fahrzeuge auf Basis der Entwicklungen des Mutterkonzerns, die sich stets mit wuchtigen Verbrennungsmotoren in Szene setzen konnten.

Doch diese Ära neigt sich dem Ende zu. Der Konzern wird zwar an seiner Sparte wie an der Marke festhalten, allerdings steht auch hier ein technologischer Wandel bevor. Die M-Versionen der Neuen Klasse, der auf der IAA mit dem iX3 vorgestellten Plattform für die kommende Fahrzeuggeneration, werden elektrisch angetrieben, wie der Hersteller verkündet.

Allerdings muss für das erste elektrische M-Modell zunächst die Basis vorgestellt werden, die klassisch von der geplanten Limousine abgeleitet wird. Im Anschluss soll jedoch der BMW M3 mit einer brachialen Leistung punkten, die die bisherigen Verbrenner in den Schatten stellt: Der elektrische Antrieb verfügt über eine Gesamtleistung von wohl 1.000 PS, wie carwow erfahren hat. Zudem könnte eine Art zuschaltbarer Turbo mitgeliefert werden, um die Leistung kurzzeitig noch einmal zu steigern. Das für die Entwicklung genutzte System soll demnach sogar 1.300 PS bereitgestellt haben.

BMW setzt auf Vortrieb von vier Motoren

Die leistungstechnisch aufgeladenen Elektromodelle der Neuen Klasse werden von gleich vier Motoren angetrieben. Pro Rad steht ein Motor bereit. BMW setzt dabei nicht auf Radnabenmotoren, obgleich zusammen mit dem Start-up DeepDrive bereits entsprechende Konzepte in Praxistests erprobt wurden. Bei der neuen M-Klasse werden die vier Antriebe auf den beiden Achsen positioniert und zentral gesteuert.

Dazu wurde eigens eine als „BMW M Dynamic Performance Control“ bezeichnete Steuerungssoftware entwickelt, die den modifizierten M-Fahrzeugen vorbehalten bleibt. Sie soll im Hinblick auf Rekuperation, vor allem aber auf die Traktion und damit das Ansprechverhalten der Sportwagen in Extremsituationen neue Möglichkeiten eröffnen. Einem Rennstreckeneinsatz soll damit nichts im Wege stehen.

Doch auch die Fans der bisherigen BMW-M-Modelle hat der Hersteller zumindest hinsichtlich der Fahrdynamik nicht ganz aus den Augen verloren. Bisher wurden Pkw des Herstellers zumeist mit Heckantrieb ausgestattet, dessen Eigenschaften maßgeblich zum sportlichen Image der Marke beigetragen haben. Die Fahrer der elektrischen Modelle können sich dieses Gefühl – trotz Allradantriebs – zurückholen: Man kann die beiden Antriebe der Vorderachse abschalten.

Viel Akku für die Rennstrecke

Wie viel Leistung die einzelnen elektrischen Antriebe der weiteren M-Modelle bereitstellen werden, lässt BMW noch offen. Es soll sich jedoch um die leistungsstärksten Elektromotoren handeln, die der Hersteller bisher in seinen Fahrzeugen verbaut hat. Möglicherweise arbeiten die Entwickler im Hintergrund noch an den optimalen Einstellungen, um die übrige Technik aufgrund der hohen Leistungsentfaltung nicht zu überfordern.

Das gilt insbesondere für den Akku. Mit einer Kapazität von mindestens 100 kWh soll dieser auch bei anspruchsvoller Nutzung nicht vorschnell an seine Grenzen stoßen. Vermutlich handelt es sich um den gleichen 108-W-Akku mit 800-Volt-Technik, den der Hersteller bereits im iX3 verbaut. Zudem sorgt das mit beiden Achsen verbundene Gehäuse des Speichers für eine höhere Steifigkeit der Fahrzeuge.

Allerdings müssen sich ambitionierte Elektro-Rennfahrer noch etwas gedulden. Die ersten M-Modelle der Neuen Klasse will BMW erst im Laufe des kommenden Jahres auf den Markt bringen. Und auch Fans von Verbrennungsmotoren müssen sich nicht ins Abseits gestellt fühlen. BMW wird auch eine Version des M3 anbieten, die von einem klassischen Sechs-Zylinder-Motor mit drei Litern Hubraum angetrieben wird.

Bildquellen

  • BMW iX3 in der Seitenansicht.: BMW
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Mit der Neuen Klasse führt BMW eine neue Plattform für kommende Modelle ein, etwa den bereits vorgestellten iX3. Sie soll nicht nur zu verbesserten Fahrleistungen führen, sondern den Insassen neue Wege zur Interaktion mit ihrem Fahrzeug erlauben.

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