Per App vorbestellen und genießen - neue Café-Kette löst Hype aus

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Bequem den Kaffee per App vorbestellen und im Laden nicht anstehen müssen – was in China bereits gang und gäbe ist, setzt sich jetzt auch hierzulande durch. Die Kette Cotti Coffee hat ihre ersten Filialen in Deutschland eröffnet und für einen Hype gesorgt. Doch was steckt hinter dem Unternehmen?
Mann hält Handy in der einen und To-Go-Kaffee in der anderen Hand.
Kaffee per App vorbestellen - jetzt bei Cotti Coffee möglich.Bildquelle: PeopleImages/Shutterstock

Die chinesische Kette Cotti Coffee sorgt derzeit für großes Aufsehen in einigen deutschen Städten. Anfang des Jahres haben erste Geschäfte in Düsseldorf, Berlin und Hamburg eröffnet. Der neue Mitspieler im Kaffee-Game hat einen ambitionierten Plan: die erfolgreichste Café-Kette der Welt zu werden. Und wie soll das gehen? Nicht nur mit digitalisiertem Komfort, sondern auch mit besonders günstigen Preisen. 99 Cent für einen Espresso? Da schlackern Fans des braunen Wachmachers wohl gleich mit den Ohren. Doch hat der Preis natürlich einen Haken – und nicht nur einen.

Dumpingpreise gegen Daten

Wie du sicher gleich vermutet hast, sind die 99 Cent ein reines Lockangebot für Neukunden. Der zweite Espresso kostet bereits 2 Euro. Auch ein Caffè Latte, Cappuccino oder Latte Macchiato kostet zunächst 2,99 Euro und später dann 3,10 Euro. Bei Matcha Latte macht der spätere Preisunterschied sogar etwa 1,30 Euro aus. Doch ist das natürlich nichts im Vergleich zu Kaffee-Gigant Starbucks. Hier bewegen sich die Preise für einen Caffè Latte je nach Größe gleich schon zwischen 4 und 5 Euro und bei Matcha Latte kommen noch mal 20 Cent obendrauf (laut fastfood-preisscheck.de, abgerufen am 4. März).

Günstig ist der Kaffee also trotzdem und immer wieder gibt es Coupons und Angebote in der App. Was hier jedoch gleich ins Auge fällt: Diese sind nicht nur teilweise an eine Neuregistrierung gebunden, sondern auch an die Preisgabe persönlicher Daten wie etwa der privaten Mobilnummer. Auf Instagram wirbt das Unternehmen mit einer weiteren Aktion: Ein gratis Getränk für einen Social Media-Post. Natürlich muss auf dem Bild das Logo auf dem Getränkebecher sichtbar sein, der offizielle Account gefolgt und getagt werden und so weiter.

Billig-Kaffee-Kette aus China auf dem Vormarsch

Nun darf man sich fragen, wie rentabel diese Dumpingpreise für Cotti Coffee sind. Doch sprechen die Zahlen für sich. Das Unternehmen wurde erst 2022 in Peking gegründet und ist bereits jetzt in 28 Ländern mit insgesamt über 18.000 Filialen vertreten, nun auch in deutschen Großstädten. Laut der Wirtschaftswoche ist Cotti Coffee schon jetzt Chinas Nummer zwei – noch vor Starbucks – und auch international bewegt sich die Kette bereits innerhalb der Top5. Auch interessant: Die Gründer stecken ebenfalls hinter Chinas Nummer eins Luckin Coffee, die zu den international größten Anbietern zählt.

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In Deutschland dürfte der chinesische Preisdrücker allerdings in direkter Konkurrenz zum Berliner Start-up LAP Coffee stehen. Das fährt ein sehr ähnliches Konzept mit App und günstigen Preisen. Kann sich der neue Anbieter da dauerhaft durchsetzen? Und was sagen eigentlich die Kunden?

Zwischen Begeisterung und kritischer Nachfrage

Die Google-Bewertungen lesen sich zunächst überwiegend positiv. Der Store in der Düsseldorfer Altstadt etwa erhält eine Bewertung von 4,6 bei über 100 Rezensionen, das Hamburger Geschäft in der Grindelallee sogar eine 4,9. Sauberkeit, das freundliche Personal und die kurzen Wartezeiten werden gelobt. Natürlich kommt auch der günstige Preis gut an und das breite Angebot, da immer wieder auf aktuelle Trends eingegangen wird.

Aber es hagelt teils auch heftige Kritik. „Billiges Ambiente, unklare Zutaten und mittelmäßige Qualität“, schreibt ein Nutzer, „reines To-Go-Café“, ein anderer. Geschmack ist nun mal (ha!) Geschmackssache. Die Datenpreisgabe schmeckt allerdings nicht jedem, wie sich aus den Rezensionen herauslesen lässt. Dort stellen einige Kunden nach dem Besuch im Coffeeshop auch teils kritische Fragen, zum Beispiel nach der Nachhaltigkeit der Kaffeebohnen.

Viele Fragen bleiben offen

Zumindest bezüglich der Qualität rühmt sich Cotti Coffee gleich drei Jahre in Folge mit einer Platin-Medaille für seine Spezialitäten und einer Gold-Medaille für seine Röstung ausgezeichnet worden zu sein. Verliehen wurden diese übrigens von dem gemeinnützigen Verein IIAC (International Institute of Coffee Tasters) zuletzt beim International Coffee Tasting (ICT) Wettbewerb in 2024. Der Hersteller wirbt zudem mit einer SCA-Zertifizierung der Specialty Coffee Association für Kaffee-Expertise, die weltweit anerkannt wird. Darüber hinaus soll der Kaffee aus den „weltweit besten Kaffeeanbaugebieten“ (wie Äthiopien, Kolumbien und Brasilien) stammen. Damit endet die Auskunft auf der offiziellen Webseite des chinesischen Unternehmens allerdings bereits.

Größe, Qualität, Erreichbarkeit und Bezahlbarkeit – das ist die Mission von Cotti Coffee. Transparenz? Fehlanzeige. Und ob die günstigen Preise angesichts der Teuerung aufgrund von Ernteausfällen und Klimakatastrophen aufrecht erhalten werden können, bleibt erst einmal abzuwarten.

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