Neue Bargeld-Grenze beschlossen: Das gilt ab Juli 2027

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Bargeld wird in Deutschland immer mehr zu einem Streitthema. Nun zieht die EU eine neue Grenze. Seit Bekanntwerden der Pläne kursieren Warnungen vor dem Aus des Bargelds. Doch was ab 2027 tatsächlich gilt, überrascht viele.
Neue Bargeld-Grenze beschlossen: Das gilt ab Juli 2027
Neue Bargeld-Grenze beschlossen: Das gilt ab Juli 2027Bildquelle: Tomas Urbelionis / shutterstock.com

Deutschland und sein Bargeld. Knapp 100 Euro trägt der Durchschnittsdeutsche in Scheinen mit sich herum, mehr als fast jeder Nachbar in der Eurozone. Die Banken haben die Geduld trotzdem verloren. Erst wurden die Geldautomaten ausgedünnt, mittlerweile verschwinden sie wie alte Telefonzellen. Filialen schließen, Bargeld wird zum Kostenfaktor, den man möglichst elegant aus dem Geschäftsmodell schiebt. Die Deutsche Bank hat angekündigt, in vielen Filialen künftig gar kein Bargeld mehr auszuzahlen. Und jetzt kommt auch noch Brüssel um die Ecke.

Das Bargeld und die Schreckensmeldung im Kopf

Ab dem 10. Juli 2027 gilt EU-weit eine Obergrenze für Barzahlungen: 10.000 Euro. Klingt nach dem Anfang vom Ende für den Geldschein. Ist es aber, jedenfalls für die allermeisten Menschen, nicht.

Unter nahezu jeder Meldung zum Thema Bargeld läuft dasselbe Drehbuch ab. Überwachungsstaat. Gläserner Bürger. Bald darf man nicht einmal mehr die Brötchen bar bezahlen.

Bargeld zu Hause aufbewahren: Zwei Dinge, die viele nicht wissen

Die Aufregung hat Tradition. Schon frühere Debatten über Bargeldobergrenzen reichten aus, um halb Deutschland an autoritäre Vergangenheiten zu erinnern. Diesmal sind Datum und Summe immerhin konkret. Nur ein entscheidender Nebensatz geht in der Empörung regelmäßig unter.

Wo die Bargeld-Grenze tatsächlich verläuft

Die 10.000-Euro-Grenze aus der EU-Geldwäscheverordnung (AMLR, Verordnung (EU) 2024/1624) gilt ausschließlich für den geschäftlichen Zahlungsverkehr. Gemeint sind Zahlungen, bei denen mindestens eine Seite gewerblich handelt: der Autohändler, der Handwerksbetrieb oder das Möbelhaus.

Wer seinen alten Golf dem Nachbarn gegen einen Umschlag voller Scheine verkauft, interessiert Brüssel dagegen herzlich wenig. Die Verordnung greift bei Geschäften zwischen Privatpersonen schlicht nicht.

Schon ab 3.000 Euro kommt allerdings eine zweite Schwelle ins Spiel. Händler müssen dann die Identität ihrer Kunden erfassen, wenn bar bezahlt wird. Das ist keine neue Schikane, sondern vor allem eine Vereinheitlichung von Sorgfaltspflichten, die in vielen Bereichen ohnehin längst existieren.

Warum Brüssel das für nötig hält

Offiziell geht es um Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und die Umgehung von Sanktionen. Große Bargeldsummen lassen sich schlechter nachverfolgen als digitale Zahlungen. Das stimmt.

Wir schaffen das Bargeld ab. Na und?!

Nur trifft die neue Obergrenze vor allem Geschäfte, die ohnehin Spuren hinterlassen, sobald ein Unternehmen beteiligt ist. Die wirklich großen Geldwäschemodelle laufen traditionell nicht über den Bartresen eines Autohauses, sondern über Immobiliengeschäfte, Briefkastenfirmen und verschachtelte Firmenkonstruktionen. Dort gelten Kontrollen seit Jahren als lückenhaft. Daran ändert eine neue Zahl im Gesetzestext erst einmal wenig.

Was zusätzlich in Deutschland gilt

Mitgliedstaaten dürfen strengere nationale Obergrenzen beibehalten oder einführen. Frankreich und Griechenland sind diesen Weg bereits gegangen. Deutschland plant nach aktuellem Stand keine zusätzliche Verschärfung und setzt stattdessen stärker auf den Ausbau digitaler Zahlungsmöglichkeiten.

Unabhängig davon verlangen Banken schon heute bei größeren Bareinzahlungen regelmäßig einen Herkunftsnachweis. Diese Praxis ist deutlich älter als die neue EU-Verordnung und bleibt unverändert bestehen.

Das eigentliche Missverständnis

Eine Verordnung, die fast ausschließlich den geschäftlichen Zahlungsverkehr betrifft, wird öffentlich vor allem als „Bargeldobergrenze“ wahrgenommen. Dass private Geschäfte davon gar nicht betroffen sind, erfährt man häufig erst beim genaueren Lesen. Dabei hätte ein einziger Satz in der Kommunikation der EU genügt: „Gilt nicht für Zahlungen zwischen Privatpersonen.“

Warum man im Urlaub lieber nicht in Euro zahlen sollte

Während sich viele nun am 10.000-Euro-Limit abarbeiten, läuft der schleichende Rückzug des Bargelds längst an anderer Stelle. Banken bauen Filialen und Geldautomaten ab und nennen das Effizienz oder Optimierung. Das Ergebnis bleibt dasselbe: Wer Bargeld nutzen möchte, muss oft erst einmal welches finden.

Die größte Gefahr für den Geldschein sitzt deshalb womöglich gar nicht in Brüssel. Sondern im Vorstandszimmer der nächsten Bankfiliale.

Mitreden

27 KOMMENTARE

  1. Nutzerbild Bottke, Volker

    Wenn die Kupfer Cent-Stücke entfallen. ok. Aber nicht 10, 20, 50 Cent.

  2. Nutzerbild Maik Sch.

    Mit Schwarzgeld und Geldwäsche hat das Raum hat nicht zu tun. Man will den mündigen Bürger immer mehr kontrollieren und wenn er politisch nicht auf Kurs ist möchte man ihm den Geldhahn abdrehen können, so, wie es Kanada bei den Truckerstrikes gemacht hat. Nicht mehr lange, da haben wir China und Nordkorea bezüglich von Überwachung überholt.

  3. Nutzerbild Bolli

    Oh Schockschwere Not, der „Treue“ Ehepartner macht sich einen lustigen Abend im Puff, bezahlt mit Karte.
    Im Kontoauszug erscheint :
    200.-€ scharfe Lola, vielen Dank
    Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die will keiner erklären.
    😎😎😇😇

  4. Nutzerbild Martin Aston

    Definitiv irreführende Überschrift: Haben darf man Bargeld so viel man will oder hat. Es ist lediglich eine Bezahlgrenze von 10 000€ vorgesehen, und das auch nur im geschäftlichen Bereich. Einen Gebrauchtwagen von privat kann man dennoch bar bezahlen, auch wenn er über 10 000€ kostet. Schlecht recherchiert, oder auf Clickfang??

  5. Nutzerbild Anita

    Mit duem Kommentar von Maik bin ich voll konform. Alles wird mittlerweile vorgeschrieben, und kontrolliert. Es ist eine Schande.
    Die Schweizer stimmen ab und verzichten sicherlich nicht auf ihr bares Geld.

  6. Nutzerbild Albrecht Schneider

    Totale Überwachung.Gleiche Mittel wie in China um den mündigen Bürger zu reglementiert. Dieses Verbrechersyndikat von EU muß schnellstens abgeschafft werden.

  7. Nutzerbild Ilona

    fast jeden Tag liest man , Verbote,Verbote Verbote ,Bestrafung in Form von Geld und so geht es täglich weiter ganz vorne die EU ,es wird Zeit,das den da oben der Marsch geblasen wird ,hatte ja zu DDR Zeiten mehr Freiheiten.Leider macht unser Staat diesen Mist mit ,auch nicht besser.

  8. Nutzerbild Herbert

    Die eu ist der Untergang der Demokratie,

  9. Nutzerbild RobR

    Bargeld ist Freiheit? vielleicht für Taschendiebe, Autodiebe, Bankräuber, Organhändler, Schwarzarbeiter, Steuerhinterzieher. in Schweden Zahl niemand mehr bar. Frei sind die Menschen dort sehr wohl.

    • Nutzerbild Bolli

      In Deiner Welt möchte ich nicht leben.
      Meinst Du wirklich, dass meine Mama als Putzperle sich, – noch dazu von einem Oberstaatsanwalt , ohne Cash hätte entlohnen lassen?
      Träume weiter.
      P.S Damals hatten auch Beamte noch Augenmaß.
      Nunmehr schafft sich Deutschland ab.
      😎😎😇😇

  10. Nutzerbild Oliver

    du musst aber bedenken das für jede online Zahlung die gemacht wird kostet dich jedes mal wieder extra Geld so bezahlst du sofort und alles gut und bei der Bank kommt bei online Zahlungen am Ende des Monats die Rechnung die sie dir automatisch abrechnen und jetzt rechne mal nur so zum Spaß 100buchungen im Monat mit je 0,25cent da weißt du was du dann noch drauf zahlen sollst am Ende und der staat verbietet dir mehr als zehntausend einzuzahlen nur weil er nicht weiß woher das Geld kommt das geht ihn einen feuchten Dreck an was du über die Jahre Zuhause gespart hast wie willst du das bitte nachweisen können es geht nur darum das der gute Staat weiß Aha die Bürger haben das Geld also können wir auch ruhig weiter die Steuern erhöhen

    • Nutzerbild Horst

      Es gibt doch gebührenfreie Banken.
      Online alles kostenfrei erledigen.

  11. Nutzerbild Oliver

    und wenn es ihm wirklich um Schwarzgeld und Geldwäsche geht dann sollte er dieses gesetz nur für Firmen und den Groß/Kleinhandel einführen denn es geht aber da es für alle gilt geht es nur darum zu überwachen wer macht hier was im staat mit Geld und wie kommen wir zusätzlich da ran

  12. Nutzerbild Schwarzkopf

    Geldwäsche fängt nicht bei dem kleinen Bürger an!sondern bei den Großen und Regierungen an .Man könnte viele Dinge aufzählen wo die Geldwäsche anfängt Das sind alles nur Ausreden u.Lügen,weil es nur um eine totale Überwachung des Bürger’s geht.Frage wer Überwacht die Politik und andere Größen?

  13. Nutzerbild Fred

    1. Man sollte solche Gesetze erst dann beschliessen, wenn sichergestellt ist, das du auch alles mit der Karte bezahlen kannst,(Bei Bäcker nebenan !!!“ Keine Kartezahlung möglich“, oder „Erst ab ** € Kartenzahlung möglich“.
    2. Soll das unser Kaufverhalten ändern, denn wenn du kein Geld mehr im Geldbeutel hast kannst du auch nichts mehr einkaufen, mit der Karte schon.

  14. Nutzerbild mischa

    zu Oliver sage ich: Satzzeichen bleiben weiterhin erlaubt und erhöhen die Verständlichkeit. Danke!

  15. Nutzerbild TheDocZiegeNB

    Schweden ist das schlechteste Beispiel für online Zahlung und digitales lernen . Die Schweden haben festgestellt das Bargeld deutlich sinnvoll ist und Sicherheit im Zahlungsverkehr darstellt . Soe kehren zum Bargeld zurück . der Trend der gefahren wurde nur mich digitalem Geld ist vorbei .
    Ebenso kehren sie zu Büchern zurück und weg von den Laptops und Pads in den Schulen das die gesundheitlichen Beeinträchtigungen Grade bei Kindern deutlich nachgewiesen wurden. Bargeld ist Souveränität. Und die EU ist kein Gesetzgeber es bleiben die Nationalstaaten so sie welche sind . Es ist an der Zeit diese auch deutlich zu machen .Die letzten Jahre haben es gezeigt was an Missbrauch in der Politik und gerade die Selbstbedienung in der eu abgeht . Terroristen und kriminelle intressiert das Bargeldverbot genauso wie diese Macheten Mörder in Waffenverbotszonen. Das alles ist entmündigung und Überwachung um die Menschen nötigen zu können weder ihre Meinung noch ihre Rechte durchzusetzen mittels einfacher Inanspruchnahme . Wir sollen betteln um unsere Rechte . Naturrechte zahlen nur noch für Tieren Menschen dürfen ihren Sauerstoff nur noch mit Genehmigung von Lauterbach und co Atmen. CO2 lassen wir mal ganz weg hier .

  16. Nutzerbild Birgit Stinner

    ich bin nicht für die Bargeld Abschaffung aus folgenden Gründen:

    soll ich meine Enkel im Kindesalter mit der EC- Karte zum Bäcker oder Kiosk schicken???
    was ist denn das für ein Blödsin??? Sowas denkt sich nur die Politik aus. Oder blinde Menschen können mit der EC Karte gar nicht bezahlen wenn sie keinen Betreuer oder Angehörige haben genauso das Online-Banking. Das kann nicht jeder wahrnehmen meine Mutter ist fast blind und meine Schwiegermutter 92 Jahre die sich mit dem Smartphone nicht auskennt. Ich zahle wie meine Mutter, Schwiegermutter und Kinder überwiegend mit Bargeld.Ausserdem behält man die Übersicht auf dem Konto.

  17. Nutzerbild Dr. Klein

    Wer überwacht die Politische Elite die das Volk entmündigen möchten???
    Wozu haben wir eigentlich eine Demokratie???
    Warum soll ich eigentlich meine pers. Daten wie unten gewünscht angeben???
    Ein Schalk wer Böses dabei denkt!!!

  18. Nutzerbild Nicole

    Die älteren Menschen sollen mit Karte bezahlen. Meine Oma mit 86 bekommt das schon lange nicht mehr hin. Sie sieht nichts mehr und geschweige Handy wenn man in dem Alter nichts mehr sieht oder versteht. Es möchte auch nicht jeder ein Handy haben ist ja nicht Pflicht eins zu besitzen.

  19. Nutzerbild Hans Müller

    Man glaubt es nicht.Was werden die im Bundestag noch alles Ändern
    So viel Schwachsinn kann man nicht
    mehr ertragen.
    Aber ruhig bleiben, der große Knall
    kommt halt!

  20. Nutzerbild Michael Kujaws

    In Finnland bezahlt man zum weitaus grösseren Teil mit Karte. Ich finde das sehr angenehm, es geht viel einfacher und schneller als in der Geldbörse umständlich herumzugraben. Barzahlung ist normalerweise weiterhin möglich, ausser in Bussen und Bahnen.

  21. Nutzerbild Xxx xxxxx

    Ich bin strikt dagegen das Bargeld abzuschaffen. Größere Käufe bezahle ich mit der EC-Karte, alles andere in bar. Und mit dem Handy zahle ich überhaupt nicht – das ist mir zu unsicher. Der Bundestag sollte sich um wichtigere Angelegenheiten kümmern – da gibt’s viel zu tun …..

  22. Nutzerbild egal

    Leider gibt es zu viele Menschen die nicht sehen wohin das alles führt.Die
    Menschheit wird alles lebenswerte vernichten.Wahrscheinlich schneller als man denkt.

  23. Nutzerbild Werner Hübner

    Wenn es nur um die Verhinderung von Geldwäsche ginge – warum kommt man da erst jetzt? Für Mafia & Co ist Deutschland seit vielen Jahrenein Schlaraffenland.
    Kriminelles Geld wird in Immobilien investiert und ist plötzlich sauber – und wo ist denn da die Staatsgewalt?
    Der digitale Euro ist einzig und allein dazu vorgesehen, die Normalbürger zu kontrollieren und zu gängeln.
    Verhält sich jemand nicht regelkonform, kann man ihm z.B. den Euro für’n Auslandsurlaub sperren.
    Oder der Staat könnte ein Ablaufdatum vorsehen und so die Leute zwingen, ihr Geld auszugeben.
    Oder „Negativzinsen“ könnte er sofort eintreiben – nur ein Knopfdruck.
    Also wer da für die Abschaffung von Bargeld plädiert, sollte sich erst mal kundig machen, wie die Regierungen das missbrauchen können.
    Und wer dann immer noch dafür ist – nun, dem ist dann wirklich nicht mehr zu helfen.

  24. Nutzerbild JoKa

    Wenn ich die Kommentare lese, stellt sich mir die Frage, wer oder wo sind die ganzen Kartenzahler, die immer mehr werden?!
    Aber leider ist es wohl so, auch ich registriere beim Einkaufen, dass an der Kasse immer öfter die Plastikkarte oder das Handy gezückt wird. Von den Apps ganz zu schweigen, die auch nur dazu dienen noch genauer zu filtern, wer, was, wann einkauft. Ich bin ratlos und befürchte, wir sind verloren, weil die grösserwerdene Nutzergruppe die angeblichen Vorteile und Bequemlichkeiten nicht mehr hinterfragt.

  25. Nutzerbild Nerotar

    Das ist ein verstoß gegen das Recht auf Selbstbestimmung.
    Das gilt, soweit ich weiß, auch für den Zahlungsverkehr.
    Bei mir gilt: Was kostet die Welt, ich zahle Bar.
    Ich habe keinen Bock auf 10 seitenlange Kontoauszüge und noch mehr Plastikmüll im Geldbeutel und nutzlose Apps auf dem Handy, die nur Spam verbreiten.
    Wenn ein Laden kein Bargeld nimmt, kaufe ich halt wo anders ein.
    Klar zahle auch ich mal mit der Karte, wenn hinter mir noch eine riesige Schlange steht.

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