Lindt senkt in Deutschland erstmals seit Jahren wieder Preise. Das betrifft zunächst die günstigste Tafellinie des Unternehmens. Die 100-Gramm-Tafel aus der Reihe Classics soll statt 2,69 Euro nur noch 2,19 Euro kosten. Der Schritt kommt nicht zufällig. Lindt kämpft mit sinkenden Verkaufszahlen. Weltweit ging das Absatzvolumen laut Medienberichten um 6,6 Prozent zurück. In Deutschland lag das Minus sogar bei mehr als 15 Prozent.
Die Preise stiegen schneller als die Nachfrage
Schokolade kostet deutlich mehr als noch vor wenigen Jahren. Irgendwann reicht eine starke Marke dann nicht mehr aus. Lindt hat seine Produkte in den vergangenen Jahren kräftig verteuert. Seit 2021 summiert sich das Plus laut Quellen auf rund 40 Prozent. Allein 2025 stiegen die Preise um 19 Prozent.
Als Grund nannte das Unternehmen vor allem die hohen Kakaopreise. Das ist nur ein Teil der Wahrheit. Auch Energie, Transport und Verpackung verteuern die Produktion. Für Kunden ändert das am Ende aber wenig. Sie sehen vor allem den Preis am Regal und entscheiden, ob sie bereit sind, ihn zu zahlen, oder nicht.
Konzernchef Adalbert Lechner hielt Preissenkungen noch Anfang März für verfrüht. Der Konzern sei für 2026 bereits mit Kakao eingedeckt. Günstigere Rohstoffpreise würden deshalb wohl erst später wirken. Jetzt folgt trotzdem die Kehrtwende, zumindest in Deutschland. Das spricht dafür, dass der Druck im Handel größer wurde als erwartet. Besonders deutlich wurde das im Ostergeschäft. Viele Hasen blieben nach den Feiertagen in den Märkten liegen. Händler saßen teils auf Restbeständen, obwohl es bereits Rabatte gab. Selbst bei 50 Prozent Rabatt bleibt die Schokolade oft noch auf dem Wühltisch liegen.
Gerade bei Lindt fiel das auf. Der bekannte Goldhase ist beliebt. Er gilt zu Ostern als Referenz. Billig war er zuletzt aber nicht mehr. 4,99 Euro waren den Kunden schlichtweg zu viel. Den Herstellern sollte das eine Warnung sein: Premium funktioniert nur, solange Kunden den Aufpreis akzeptieren. Wenn der Abstand zu anderen Marken zu groß wird, greifen viele eben nicht mehr zu. Das merkt auch Milka, dessen Tafelschokolade ohne Angebote inzwischen knapp 2 Euro kosten kann.
Weitere Preissenkungen sind schon im Gespräch
Bei den Preissenkungen der Classics-Reihe soll es für Lindt nicht bleiben. Hier geht es nur am schnellsten, da kein Preis auf der Ware aufgedruckt ist. Laut den Berichten prüft Lindt weitere Anpassungen für das zweite Halbjahr 2026. Auch saisonale Produkte könnten günstiger werden. Das beträfe dann vor allem das Weihnachtsgeschäft. Der 200-Gramm-Weihnachtsmann soll demnach preislich von 8,99 Euro auf 7,99 Euro sinken. Das ist noch kein breiter Preisrutsch. Es ist eher ein vorsichtiger Rückzieher. Und für viele Verbraucher vermutlich immer noch zu viel.
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