Hinter der Halterung steckt eine klare Strategie. Lidl rollt ein neues System in immer mehr deutschen Filialen aus. Das Ziel des Discounters: bequemeres Einkaufen und keine langen Warteschlangen an der Kasse.
Neues System bei Lidl
Wer regelmäßig bei Lidl einkauft, kommt mittlerweile an der Lidl-Plus-App kaum noch vorbei. Die kostenlose App verwandelt dein Handy in eine digitale Kundenkarte mit diversen Vorteilen. Du kannst Rabatte einlösen und erhältst personalisierte Coupons direkt aufs Handy. Im Idealfall gibt es Rabatte auf Produkte, die du ohnehin regelmäßig kaufst. Dazu kommen wöchentliche Sofortrabatte, exklusive App-only-Angebote und die Möglichkeit, digitale Lotterielose zu sammeln.
Damit verbunden gibt es eine Neuerung. Eine auffällige blaue Halterung direkt an der Handleiste des Einkaufswagens. Doch die kleine Plastikkonstruktion ist kein Versehen. Hiermit etabliert Lidl das in vielen anderen Märkten zum Einsatz kommende Scan-&-Go-System. Das System setzt voraus, dass du dein Smartphone dabei hast und die Lidl-Plus-App nutzt. In welchen Lidl-Filialen das neue System zum Einsatz kommt, zeigt diese Liste.
Das Prinzip hinter Scan & Go ist simpel: Du öffnest die Lidl-Plus-App, checkst dich per Standortfreigabe oder QR-Code in der teilnehmenden Filiale ein und scannst dann jeden Artikel direkt, nachdem du ihn ins Regal greifst und in den Wagen legst. Am Ende gehst du nicht zur normalen Kasse, sondern zu einer speziellen Scan-&-Go-Kasse, wo du den Einkauf abschließt und bezahlst. Die blaue Halterung am Wagen sorgt dabei dafür, dass das Smartphone sicher und griffbereit bleibt und nicht ständig in der Hand gehalten werden muss.
Das sind die Nachteile des neuen Systems
Für Lidl hat das System gleich mehrere Vorteile. Der Discounter kann Kassenkapazitäten entlasten, Wartezeiten reduzieren und gleichzeitig wertvolle Daten über das Kaufverhalten seiner Kunden sammeln. Diese Daten lassen sich künftig für personalisierte Angebote nutzen, was Verbraucherschützer bereits kritisch beobachten. Zumal die Lidl-Plus-App 2025 bereits Gegenstand eines Rechtsstreits vor dem Bundesgerichtshof war.

Noch eine Einladung, für Ladendiebe.
Wozu teuere Jogurt scanen, wenn auch die günstigere herhalten kann, was im Einkaufswagen danach landet, muss ja noch mal extra geprüft werden.
Und was mache ich mit Produkten die reduziert sind oder ich nach dem ich etwas eingescant habe und mich dann doch umentschieden habe?
Und noch ein paar generelle Fragen, wird meine Arbeit beim einscanen vergütet? Kriege ich generell einen Rabatt für meine Arbeit, werden Produkte daduch günstiger? Wie werden die Sozielversicherungsbeiträge für von mir geleistete Arbeit bezahlt? Wie werden für entlastete Kassenkapazitäten, für jede Menge eingesparten Arbeitsstunden die Steuern bezahlt?
Es ist so, dass der Discounter dadurch jede Menge Geld einspart bzw. neue Gewinne erwirtschaftet, nur mit jedem derartigen Vorgang werden Einnahmen von Sozialversicherungen kleiner und das darf nicht passieren.
Die Unternehmen dürfen das Prinzip der Sozialversicherung mit technischen Tricks nicht aushebeln.