Die theoretische Führerscheinprüfung ist der erste große Schritt in Richtung Führerschein. Bei dieser Prüfung handelt es sich um einen Multiple-Choice-Test mit 20–40 Fragen, der an einem Computer oder Tablet beim TÜV oder der Dekra abgelegt wird. Dabei muss man nicht alle Fragen korrekt beantworten, sondern kann sich eine gewisse Anzahl an Fehlern erlauben. Trotzdem entscheiden sich immer mehr Menschen dazu, bei der Prüfung zu schummeln. Über 4200 Betrugsversuche gab es allein im vergangenen Jahr, wie aus Daten des TÜV-Verbandes hervorgeht. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher sein.
So wird bei der Führerscheinprüfung geschummelt
Über die Hälfte der Betrugsversuche waren dabei professionell organisiert, berichtet der TÜV-Verband. Bei dieser Art des Betrugs sind weitere Personen involviert, welche die Prüflinge unterstützen. In 36 Prozent aller bekannten Fälle kamen dabei Mini-Kameras oder unauffällige Kopfhörer zum Einsatz, um Lösungen aus der Ferne vorzusagen. In anderen Fällen gaben sich sogenannte „Stellvertreter“ für den Prüfling aus, um an seiner Stelle die Prüfung abzulegen. Doch neben dem professionellen Betrug wird in 44 Prozent aller bekannten Fälle auch noch ganz klassisch per Spickzettel geschummelt.
Je nach Art des Betrugs drohen verschiedene Strafen. Wer beim Schummeln erwischt wird, muss bis zu 9 Monate warten, ehe er erneut zur Prüfung antreten darf. Schickt man einen „Stellvertreter“ droht zusätzlich eine Anzeige wegen Urkundenfälschung.
Dabei sind die Kosten für die Theorieprüfung mit 25 Euro im Vergleich zu den rechtlichen Kosten für den Führerschein überschaubar. Wer die Prüfung nicht besteht, darf diese nach einer Frist von 2 Wochen wiederholen. Und das sogar beliebig oft. Außerdem ist es möglich, die Prüfung in anderen Sprachen als Deutsch abzulegen.
In diesem Bundesland wird am häufigsten geschummelt
Mit 1378 Täuschungsversuchen wurden in Nordrhein-Westfalen die meisten Täuschungsversuche registriert. Doch wurden hier auch mit Abstand die meisten Prüfungen absolviert. Über 450.000 theoretische Führerscheinprüfungen wurden 2025 in NRW abgelegt.
Auch im Verhältnis zu den abgelegten Prüfungen ist die Betrugsquote in NRW hoch. Doch am häufigsten wird in Berlin geschummelt. Pro 100.000 Prüfungen wurde hier in 486 Fällen ein Betrug festgestellt. Auf Platz 2 landet Hamburg und auf dem dritten Platz NRW.
