GEZ-Hammer: Rundfunkbeitrag vor dem Aus!

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Ein Gericht rüttelt am Fundament der GEZ-Gebühren und plötzlich steht mehr auf dem Spiel als nur 18,36 Euro im Monat. Darf man bald den Rundfunkbeitrag verweigern, wenn einem das Programm einseitig erscheint?
GEZ-Gebühren: Ab April müssen tausende Deutsche nicht mehr zahlen
GEZ-Hammer: Rundfunkbeitrag vor dem Aus!Bildquelle: inside digital mit BoliviaInteligente / Unsplash und KI

Ein Gericht hat vor Kurzem über die Zukunft der GEZ-Gebühren entschieden. Genauer: über die Frage, wann der Rundfunkbeitrag eigentlich kippen könnte. Das Ergebnis klingt erst einmal unspektakulär, hat aber Sprengkraft für ARD, ZDF und alle, die rund 55 Euro jedes Quartal abdrücken. Denn die Richter haben klargemacht: Theoretisch kann der Beitrag verfassungswidrig sein – praktisch aber nur unter ziemlich extremen Bedingungen.

Die Hürde liegt hoch. Erst wenn über mindestens zwei Jahre hinweg deutliche und regelmäßige Mängel in der Meinungsvielfalt nachgewiesen werden, könnte es eng für die GEZ werden. Einzelne Patzer, schiefe Kommentare oder politisch gefärbte Schwerpunkte reichen nicht. Wer den Beitrag kippen will, muss belegen, dass das gesamte Programm langfristig einseitig ist. Mit Studien, Gutachten, belastbaren Daten. Bauchgefühl zählt nicht. Und genau hier wird es jetzt konkret.

GEZ vor Gericht: Jetzt gilt es

Beim Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg wird erstmals verhandelt, ob man sich auf dieser Grundlage tatsächlich weigern darf zu zahlen. Neun Privatpersonen ziehen gegen den Rundfunkbeitrag ins Feld. Ihr Gegner: der SWR, der rückständige Beiträge eintreibt. In den Vorinstanzen sind alle gescheitert. Jetzt also die nächste Runde.

GEZ-Gebühren sollen steigen und die Bosse von ARD und Co. schwimmen in Geld

Die Kläger sagen: Der Beitrag sei in Wahrheit eine unzulässige Steuer, für die den Ländern die Kompetenz fehlt. Vor allem aber werfen sie dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk vor, politisch Schlagseite zu haben – zu links, zu progressiv, zu teuer ohnehin. Die übliche Kritik, nur diesmal vor Gericht.

Das Verfahren ist besonders, weil es an ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts anknüpft. Das hatte klargestellt, dass nicht nur Strukturen, sondern auch Inhalte überprüfbar sind – zumindest theoretisch. Praktisch bleibt das ein gigantisches Projekt. Das Programm von ARD und ZDF ist riesig, die Definition von Unwucht schwammig, und journalistische Gewichtung ist nun einmal erlaubt.

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Ist der Rundfunkbeitrag eine Steuer?

Die Kläger müssen also mehr liefern als empörte Fernsehabende. Sie müssen zeigen, dass das System insgesamt schiefhängt – und das über Jahre. Selbst Medienrechtler halten das für kaum machbar. Sollten die Kläger trotzdem Erfolg haben, wäre das erst der Anfang. Dann müsste die Frage wohl beim Bundesverfassungsgericht landen. Und dort ginge es ans Eingemachte: Ist der Rundfunkbeitrag am Ende doch eine Steuer? Für Beitragszahler könnte das bedeuten, dass das ganze Finanzierungsmodell neu gedacht werden muss. Aber: Noch ist es nicht so weit. Doch das Verfahren in Baden-Württemberg zeigt, dass das Aus für die GEZ-Gebühren, wie viele den Rundfunkbeitrag bis heute nennen, kurz bevorstehen könnte.


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6 Kommentare

  1. Merkwitz monika
    Ich finde es nicht gut gez.gebüren zu zahlen, wir die Bürger,ob Familien oder Rentner, wir zahlen alle genug Steuern uns Bürgern belastet soviel, man sollte es abschaffen
    • Sven Roth
      Die öffentlich Rechtlichen verdienen auch noch mit Werbung Geld.Zu manchen Uhrzeiten ist das schlimmer wie bei den Privaten Sendern.Ich dachte einmal es muss Gebühr bezahlt werden damit diese dämliche Werbung nicht anschauen braucht.Aber weit gefehlt.Diese Werbung war auch schon einmal besser. Heute ist die Werbung meist ziemlich unangenehm.Zum Abendessen gibt es Slipeinlagen, Tampons und voll geschissene Windeln.Mahlzeit.Und jede Menge Cremes und Pillen, wobei keiner weiß ob das alles etwas nützt.Das ganze Zeug wird im Laden auch immer teurer, weil man die Werbung dafür an der Ladenkasse wieder mit bezahlen muss.Dankeschoen für den Unsinn.
  2. Karsten Frei
    Die AFD wird dem Spuck schneller ein Ende setzen. Und in Sachsen-Anhalt wird der Anfang gemacht. Weg mit GEZ. Alleine das, ist der Grund für mich AFD zu wählen. Wer Veränderungen in Deutschland will, muss entweder Grün oder AFD wählen. Nur Extreme kann dieses Land noch retten. Und in vier Jahren wird dann abgerechnet.
  3. Ulrike
    Um das zu sehen, was Mensch möchte, nämlich gute Filme und Serien, zahlen wir bereits für Netflix, Skype,Disney und Amazon Prime und ach vieles mehr... Das kommt auf die GEZ Gebühren noch oben drauf! Daran denkt keiner. Und ich, die GEZ zahlen muss aber die öffentlichen rechtlichen gar nicht schaut, aber leider habe, ob ich nun will oder nicht und dann noch zahlen muss wird damit auch ausgebeutet. Was soll ich mit Sendern, die mir nichts geben und die ich nicht schaue? Die aktuellen Nachrichten und weiteres beziehe ich auch aus anderen Bereichen. Es muss endlich mal etwas an dieser Situation verändert werden. Zu lange sind wir hier schon in der Pflicht. Das ist heute nicht mehr zeitgemäß
  4. Hans Bachner
    Die GEZ (die Gebühreneinzugszentrale, übrigens Blödsinn, diese als "GEZ-Gebühr" zu benennen: "Gebühreneinzugszentrale-Gebühren", so ein himmelschreiender Schwachsinn...), also das staatliche Inkassounternehmen, hat mit dem 31. 12. 2012 aufgehört zu existieren, anstelle des Rundfunkgebührenstaatsvertrags trat der Rundfunkbeitragsstaatsvertrag inkraft. Wann versteht Ihr das endlich?
  5. Roland Otto
    Ich empfinde es genauso. In meinen Augen ist das reine Abzocke. Es ist doch sehr seltsam, alle Privaten Sender kommen so zu recht. Geschweige was hat eine Wohnung damit zu tun. Das ist der größte Betrug aller Zeiten gegenüber den Bürgern. Wir Bürger wurden einfach nicht gefragt, es wurde da oben einfach nur beschlossen. Dann sollen die gefälligst dafür aufkommen und nicht Wir. Übrigens bin ich auch Rentner und es tut verdammt weh wenn das Geld abgebucht wird. Und das für nichts,für so ein Schwachsinn. Diese Sender sehe ich schon seit Jahrzehnten nicht mehr an. Definitiv abschaffen. Es wird Zeit das sich was ändern muss.
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