Erst Lidl, jetzt Aldi: Parken kostet ab sofort 3 Euro

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Erst kassierten sie an der Kasse, jetzt auch davor. Lidl macht’s vor, Aldi zieht nach. Was wie Ordnung klingt, ist ein neues Geschäftsmodell, das Millionen Autofahrer betrifft. Warum der Parkplatz plötzlich Geld kostet, zeigt sich erst nach Feierabend.
Erst Lidl, jetzt Aldi: Parken kostet ab sofort 3 Euro

Erst Lidl, jetzt Aldi: Parken kostet ab sofort 3 Euro

Erst war es Lidl, jetzt auch Aldi Süd. Zwei Discounter, ein neues Geschäftsmodell: Geld fürs Parken. Nicht mehr nur für Milch, Eier und Toastbrot wird kassiert, sondern auch für den Quadratmeter Asphalt davor. Der Parkplatz als Produkt. Wer bisher dachte, der Einkauf endet an der Kasse, lernt jetzt: Das Auto gehört offenbar mit zum Warenkorb.

Parken bei Aldi? Ab 3 Euro

Lange galt: Supermarktparkplätze sind so etwas wie öffentlicher Raum mit Einkaufsoption. Kostenlos, großzügig und oft ist da etwas frei. Vor allem nachdem in vielen Städten Parkplätze zurückgebaut wurden, etwa für Bäume oder Radwege. Was zunächst gut klingt, ist im Alltag aber oft lange Parkplatzsuche. Aldi, Lidl und Co. hatten ihr eigenes Problem: Fremdparker blockierten die Flächen, Kunden fanden keinen Platz. Also kamen private Kontrollen, Knöllchen, Diskussionen mit Kassenbons. Jetzt kommt die nächste Stufe: Bezahlen statt Strafe.

Lidl-Verbot: Was jetzt an den Kassen passiert

Worum es konkret geht, zeigt sich erst beim genaueren Hinsehen. Nicht der Einkauf am Tag wird teurer, sondern die Nacht. Nach Ladenschluss öffnen Supermärkte ihre Parkplätze für Anwohner. Offiziell heißt das „Feierabendparken“. Praktisch bedeutet es: Wer abends keinen Stellplatz findet, kann sich bei Lidl oder Aldi einmieten. Drei Euro pro Nacht, 12 pro Woche, 30 im Monat. Gebucht wird per App, kontrolliert per Kamera.

Früher kostenlos, jetzt reguliert

In Hamburg läuft das Modell bereits mit Lidl, nun zieht Aldi in Augsburg nach. Gemeinsam mit dem Münchner Unternehmen Wemolo. Die Oberbürgermeisterin Eva Weber findet das „innovativ“. Innovation heißt hier: Asphalt besser auslasten. Aldi nennt es nachhaltig. Wemolo nennt es KI-gestützte Kennzeichenerkennung. Pressesprecher Tristan Thaller erklärt, man buche per Web-App oder QR-Code. Die Logik ist einfach: Tagsüber Kunden, nachts Anwohner. Der Parkplatz wechselt digital den Besitzer. Städte bekommen Entlastung, Supermärkte neue Einnahmen, Anwohner einen legalen Stellplatz. Alle gewinnen. Außer der Idee, dass öffentlicher Raum auch ohne Bezahlfunktion existieren könnte. Was früher kostenlos war, wird jetzt organisiert, reguliert und monetarisiert. Willkommen im Abo-Modell der Parklücke.

Bildquellen

  • Fast alle kaufen es, kaum jemand schaut genau hin: Brot. Doch es gibt riesige Unterschiede. Was bei Lidl und Co. gut ist und was nicht.: Tommaso Urli / Unsplash
  • Erst Lidl, jetzt Aldi: Parken kostet ab sofort 3 Euro: Karolis Kavolelis / Shutterstock

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