Dieser Kopfhörer kopiert unser Gehirn und löst ein großes Problem

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Ein Kopfhörer, der aussieht wie jeder andere und trotzdem alles verändert. Die dänischen Audio-Spezialisten von Jabra überraschen mit Zeitgeist und lösen gleich mehrere Probleme. Dafür hat der Hersteller sogar unser Gehirn kopiert.
Dieser Kopfhörer kopiert unser Gehirn und löst ein großes Problem

Dieser Kopfhörer kopiert unser Gehirn und löst ein großes Problem

Man kennt das Bild aus den gläsernen Großraumbüros der Nullerjahre oder den heimischen Schlafzimmer-Büros der Pandemie: Menschen, die aussehen wie Kampfjetpiloten, mit einem Plastikarm vor dem Mund, der jede Kaubewegung und jedes schwere Atmen direkt in die Gehörgänge der Kollegen überträgt. Der Mikrofonarm war das eiserne Symbol der Lohnarbeit, das visuelle Signal für: „Ich mache grad was Wichtiges, bitte nicht stören.“ Doch der neue Kopfhörer des dänischen Audiogiganten Jabra ändert das Bild und löst nebenbei noch ein ganz anderes Problem.

Kopfhörer: Ohne Arm, mit Gehirn

Mit der Vorstellung der Evolve3-Serie beerdigt das Unternehmen den Mikrofonarm im professionellen Segment. Das Überraschende daran ist nicht die Technik an sich. Schließlich sind Mikrofone ohne Arm bei ganz normalen Kopfhörern für den Alltag selbstverständlich. Aber der Anspruch ist ein anderer: Jabra will dem Bildschirmarbeiter einen Kopfhörer anbieten, den er auch im Alltag nutzen kann und der einen eben nicht nach einem schlecht bezahlten Callcenter-Agenten aus den frühen 2000ern aussehen lässt. Die neuen Modelle, Evolve3 85 (Over-Ear) und Evolve3 75 (On-Ear) setzen auf ein minimalistisches Design.

Dafür hat man, so der Hersteller, eine KI mit 60 Millionen Sätzen trainiert und dabei das menschliche Gehirn so präzise kopiert, dass die Stimme des Nutzers von den Umgebungsgeräuschen messerscharf getrennt wird. Als säße man in einer schalldichten Kabine. Sogar am Flughafen. Sogar wenn nebenan die Kaffeemaschine faucht. Und: Während andere Kopfhörer bei Telefonaten auf Durchgangsmodus schalten, bleibt bei den Jabra Evolve3 die aktive Geräuschunterdrückung auch während des Gesprächs aktiv – und gleichzeitig hört man die eigene Stimme ganz normal.

Einer der besten Kopfhörer der letzten 3 Jahre ist jetzt noch besser

Der Anlass für den technischen Aufwand, den Jabra dabei betreibt, ist banal: Online-Meetings klingen oft miserabel. Laut den Dänen sagen das 99 Prozent all derjenigen, die sie bei der Arbeit nutzen. Gleichzeitig nutzen weniger als 20 Prozent wirklich professionelle Headsets. Der Rest telefoniert mit Consumer-Kopfhörern, Laptopmikrofonen oder gleich mit dem Handy auf Lautsprecher. Das Ergebnis kennt man: „Du bist abgehackt“, „Kannst du dich muten?“ und das dumpfe Rauschen der Welt.

Jabra Evolve3 85 im Case

Nachhaltig und ausdauernd

Neu ist auch der explizite Fokus auf sprachbasierte KI-Nutzung. Die Evolve3-Serie ist darauf ausgelegt, mit GenAI-Tools zu sprechen: diktieren, befehlen, transkribieren. Laut Jabra erkennt das System in realen Umgebungen bis zu 96 Prozent der Wörter korrekt, im offenen Büro sogar 99 Prozent. Sprache sei damit bis zu dreimal schneller als Tippen. Eine Kampfansage an die Tastatur und die eigenen Tippfähigkeiten.

Gewöhnt sich das Gehör an schlechten Klang von Kopfhörern?

Und noch eine Sache sollte Kopfhörer-Nutzer aufhorchen lassen. Ein Feature, das in der Welt der Wegwerf-Elektronik fast schon subversiv wirkt: austauschbare Akkus. Während Apple und Co. ihre Geräte gerne so verkleben, dass ein schwächelnder Energiespeicher nach zwei Jahren den wirtschaftlichen Totalschaden bedeutet, liefert Jabra Kopfhörer, bei denen sich der Akku ganz einfach wechseln lässt. Ein Profi-Headset, das nicht im Elektroschrott landet, nur weil die Chemie im Inneren müde wird.

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Apropos Akku: Mit bis zu 25 Stunden Gesprächszeit und 120 Stunden Musikwiedergabe (ohne ANC) hält das Evolve3 85 länger durch als viele Arbeitstage. Zehn Minuten Laden sollen für zehn Stunden Nutzung reichen. Das ist grandios, sollte man einmal vergessen haben, den Kopfhörer ans Ladekabel anzuschließen, sobald er leer ist.

Jabra Evolve3 75: Kopfhörer mit Köpfchen, aber ohne Arm

Fazit: Dieser Kopfhörer klingt, als wärst du woanders

Dass das Teil jetzt wie ein ganz normaler Kopfhörer aussieht, ist die ultimative Tarnung. Man kann jetzt im Supermarkt stehen, während die KI die Piep-Geräusche der Kasse wegfiltert, und der Chef am anderen Ende der Leitung glaubt, man säße brav am Schreibtisch. Der Preis für die Freiheit vom Mikrofonarm hat es allerdings ins sich: 569 Euro für das Evolve3 85, 399 Euro für das Evolve3 75. Das ist deutlich mehr, als Consumer-Kopfhörer kosten, aber genau darauf zielt Jabra: auf Menschen, die beruflich klingen müssen wie Profis, ohne so auszusehen.

Bildquellen

  • Jabra Evolve3 85 im Case: Jabra
  • Jabra Evolve3 75: Kopfhörer mit Köpfchen, aber ohne Arm: Jabra
  • Die richtigen Over-Ear-Kopfhörer finden: Das solltest du vor dem Kauf wissen: Blasius Kawalkowski / inside digital
  • Dieser Kopfhörer kopiert unser Gehirn und löst ein großes Problem: Jabra

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