Seit Anfang Juni können unter anderem iPhone-Nutzer in den USA das neue Siri AI als Teil von iOS 27 ausprobieren. Vor rund einem Monat feierte der neue Assistent auch auf der Apple Watch Premiere. Hier setzt er ein iPhone voraus, das mit Apple Intelligence kompatibel ist. Der Wechsel zu Siri AI macht den Assistenten zwar intelligenter, sorgt aktuell aber auch für einen gravierenden Nachteil.
Siri AI auf der Apple Watch: Einfache Aktionen werden zur Geduldsprobe
Ich kann den Assistenten bereits seit der dritten Beta von watchOS 27 auf einer Apple Watch Ultra 3 ausprobieren. In meinem Fall ist sie mit einem iPhone 17 Pro verbunden. Mit dem Wechsel zu Siri AI zeichnet sich ein deutliches Problem ab. Im Gegensatz zum iPhone nutze ich die Watch vor allem, um schnelle Aktionen auszuführen. Dazu gehört etwa das Stellen eines Timers oder das Steuern des Smart Homes. Ein Befehl und fertig.
Das Problem seit watchOS 27 Beta 3: Diese kurzen Befehle nehmen in meinen Versuchen regelmäßig überraschend viel Zeit in Anspruch, bis Siri sie interpretiert und ausführt. So kann zum Beispiel das Stellen eines einfachen Timers 10 bis 15 Sekunden dauern. Das ist auch in der aktuellen fünften Vorschau nicht besser geworden. Es fühlt sich eher noch langsamer an als in den früheren Betas. Du musst also warten oder du ziehst direkt das Smartphone aus der Hosentasche.
Warum Siri auf der Apple Watch so langsam reagiert, ist unklar. Hinzu kommt ein zweites Problem: die Abhängigkeit vom gekoppelten iPhone. Ist das Smartphone nicht erreichbar, lassen sich per Siri derzeit weder Timer stellen noch Smart-Home-Geräte steuern oder Nachrichten via iMessage versenden. Dabei spielt es aktuell auch keine Rolle, ob die Apple Watch etwa per Wi-Fi mit dem Internet verbunden ist.
Intelligenter Assistent: Ja, aber nicht um jeden Preis
Nach rund zwei Monaten mit iOS 27 ist schon jetzt klar: Siri AI ist cleverer als je zuvor. Die Antworten sind immer wieder faszinierend – und diesmal nicht im negativen Sinne. Textnachrichten, Mails, der aktuelle Bildschirminhalt und vieles mehr können direkt hinterfragt werden. Apples Assistent macht einen gigantischen Sprung nach vorne.
Die Frage ist, wie sich das auf Geräten wie der Apple Watch umsetzen lässt oder ob es überhaupt genauso wie auf dem Smartphone umgesetzt werden muss. Auf dem iPhone kann eine längere Wartezeit für eine komplexe Antwort noch vertretbar sein. Auf der Apple Watch geht es dagegen meist um kurze Befehle, die sofort ausgeführt werden sollen. Hier ist Geschwindigkeit wichtiger als zusätzliche Intelligenz.
Bei einfachen Befehlen auf der Apple Watch sollte das neue Siri nicht schlechter sein als sein Vorgänger. Genau das ist aktuell der Fall. Das Stellen eines Timers darf keine 10 oder gar 15 Sekunden dauern. Außerdem ist es an der Zeit, dass die Watch unabhängiger vom iPhone wird und nicht noch abhängiger. Das Vorhandensein des Smartphones sollte keine Voraussetzung sein, um per Siri einen Timer zu stellen.
Apple hat noch viel Arbeit vor sich. Bis zum voraussichtlichen Start der neuen Betriebssysteme im September bleibt dem Unternehmen nur wenig Zeit. In der EU wird Siri AI zunächst nur unter macOS 27 und visionOS 27 verfügbar sein. Für iPhone-Nutzer könnte die Verzögerung zumindest einen kleinen Vorteil haben: Wenn der Assistent später auch hier startet, hat Apple die Probleme auf der Watch möglicherweise bereits behoben.
