Als Zuschuss: Ab 2027 kann jeder Bürger 540 Euro erhalten

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Die Regierung arbeitet an einem neuen Zuschuss. Ab 2027 soll jeder Bürger 540 Euro erhalten können. Und zwar jährlich. Eltern mit Kindern können zudem auf deutlich höhere Summen hoffen. Doch natürlich gibt es einen kleinen Haken.
Geldscheine in der Geldbörse
Als Zuschuss: Ab 2027 kann jeder Bürger 540 Euro erhaltenBildquelle: Mixa74 / shutterstock.com

Aktuell jagt eine Krise die nächste, und sie alle haben eines gemein: steigende Kosten. Der Liter Diesel kostet aktuell rund 2,20 Euro. Da bleibt am Monatsende oftmals nicht mehr viel übrig, was man in seine Altersvorsorge investieren könnte. Ein großes Problem, denn dank des demografischen Wandels gibt es immer weniger jüngere Bürger, die die Renten von immer mehr älteren Bürgern stemmen müssen. Drei von vier Befragten haben Angst vor der Altersarmut. Und die Regierung? Die hält jetzt dagegen und plant eine neue Förderung ab 2027.

Das Altersvorsorge-Depot kommt

Das geplante Altersvorsorge-Depot war in den vergangenen Monaten als Nachfolger der gescheiterten Riester-Rente in aller Munde. Finanzexperten und Verbraucherschützer kritisierten den vorläufigen Entwurf gleichermaßen. Nun einigte sich die Koalition auf eine neue Variante, und diese ist für Bürger tatsächlich deutlich attraktiver.

Das grundsätzliche Prinzip des AV-Depots ist recht simpel. So plant die Regierung, Investitionen in die eigene Altersvorsorge zu bezuschussen, wobei diesmal auch Investitionen in Aktienfonds und ETFs erlaubt sind. Die Höhe der jährlichen Förderung orientiert sich an der Höhe der privaten Einzahlung. Im alten Entwurf war auf 1.800 eingezahlte Euro ein Zuschuss von 480 Euro vorgesehen. Dagegen ergeben sich aus der neuen Variante des Altersvorsorge-Reformgesetzes maximal 540 Euro. Das klingt zwar nicht nach viel, kann über die Jahre dank des Zinseszins-Effekts jedoch einen deutlichen Unterschied machen. Und dieses Mal sollen auch Selbstständige von dem Zuschuss profitieren.

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Neue staatliche Förderung im Überblick (540 Euro insgesamt):

  • Bis 360 Euro: 50 Cent Zuschuss für jeden gesparten Euro
  • Zwischen 360 und 1.800 Euro: 25 Cent Zuschuss für jeden gesparten Euro

Für Eltern ist das neue Altersvorsorge-Depot indes noch einmal deutlich attraktiver. Diese sollen pro Kind und Jahr weitere 300 Euro bekommen. Und das bereits ab einem Eigenanteil von 25 Euro im Monat, statt wie bisher 100 Euro. Leider hat die ganze Sache einen möglichen Haken.

Finanzexperten erfreut, doch die Kritikpunkte bleiben

Die Finanzexperten von Finanztip haben eine Rechnung über 40 Jahre aufgestellt. Dabei schlug sich das staatlich geförderte Depot besser als ein normaler Aktien-ETF und erwirtschaftete bei voller Förderung 22 Prozent mehr. Für Eltern mit zwei Kindern waren es sogar fast 186 Prozent. Das allerdings bei Effektivkosten in Höhe von lediglich 0,2 Prozent p. a. Und genau das ist der Haken.

Zwar hat die Bundesregierung ihren Kostendeckel für Standardprodukte von 1,5 Prozent jährlichen Effektivkosten auf 1 Prozent herabgesetzt, doch auch diese Zahl ist hoch. Deutlich höher als bei den meisten Aktien-ETFs. Über die Jahre ist das ein echter Rendite-Killer und nicht zu unterschätzen. Deshalb haben mittlerweile über 230.000 Bürger eine Petition für einen Kostendeckel von 0,5 Prozent unterschrieben.

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Apropos Standardprodukte: Es soll nicht nur ein eigenes, öffentlich organisiertes AV-Depot gefördert werden, sondern auch die Produkte privater Anbieter. Deshalb können Bürger, die sich weniger auskennen, auch trotz der neuen Förderung in eine Kostenfalle tappen. Betroffene erhalten am Ende deutlich weniger Rente, als möglich gewesen wäre. Zumal der Kostendeckel weiterhin nur für Standardprodukte gelten soll. Heißt: Versicherer haben erneut die Möglichkeit, sich eine goldene Nase zu verdienen, während Sparer leer ausgehen – wie es schon bei der Riester-Rente der Fall war.

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8 KOMMENTARE

  1. Nutzerbild kleine Eule

    Der Titel, der 540 Euro Förderung für alle Bürger verspricht, ist irreführend. Gemeint sind nur die arbeitenden Menschen, die sich eine Altersvorsorge ansparen können. Nicht aber die Kleinverdiener und Rentner. Letztere brauchen ja nicht mehr anzusparen, die bräuchten bei den aktuellen Preisentwicklungen eher einen Überlebenszuschuss

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  2. Nutzerbild My2cents

    wann kommt eigentlich das Klimageld?

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    • Nutzerbild Artem Sandler inside digital Team

      Hallo My2cents,

      die Antwort lautet: gar nicht.
      https://www.inside-digital.de/news/320-euro-klimageld-fuer-jeden-buerger-der-bundestag-hat-entschieden

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  3. Nutzerbild Wolfgang Parkitny

    Bin 86 Jahre. Und meine Frau 81 Jahre. Sagt uns mal was uns bevorsteht beim Klimageld. Wir düngen mit unserer Asche
    Grüße Wolfgang und Gertrude

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  4. Nutzerbild Nadja

    Anstatt wir mal mehr Netto vom Brutto behalten dürfen, indem es für die Arbeitende Bevölkerung eine merkliche Steuersenkung stattfindet, machen die Politiker wieder nur besonderes extra beantragen Verträge für Eltern und Kinder. Die Menschen ohne Kinder sind auch Arm. Bitte denkt doch auch mal an die die keine Kinder zwischen 0-18 Jahren haben.

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  5. Nutzerbild Kevin

    Warum sollten wir Personen ohne Kinder bei der Rente fördern? Unser Rentensystem baut auf genau dieses System auf „Kinder“. Personen die keine Kinder wollen müssten aus diesem System ausgesteuert werden und müssten selber für Ihre lebenslange Rente vorsorgen. Natürlich müsste man hier eine konkrete Unterscheidung zwischen nicht wollen und nicht können vornehmen. Dies ist zumindest meine Meinung

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  6. Nutzerbild Ralf Berg

    Die Regierungen spätestens seit der Kanzlerschaft Schröder zahlen für die von ihnen selbst produzierten Langzeitarbeitslosen so wenig in die Rentenkasse ein, dass sie zwangsläufig in der Grundsicherung landen. Mühsam a gesparte, als Ergänzung gedachte Mini Privatrente wird dann zu 100% angerechnet, zumindest wenn sie weiter im Minijob arbeiten wollen und müssen.

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  7. Nutzerbild Mark-Patrick Meyer

    Ach, JEDER Bürger? Der Autor denkt anscheinend auch alle sind gleich, nir manche sind gleicher. Es ist ja nicht mal so, dass jeder arbeitende was davon hat, sondern nur diejenigen, die soviel haben, dass sie mindestens 1800€ jährlich zurücklegen können. Für viele ist das mehr als ein Monatsgehalt und dass soll man dann noch übrig haben? Aber stimmt ja, in Deutschland wird nur gefördert, wer schon genug hat!!!

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