Wenn es abends früh dunkel wird, beginnt für Einbrecher die beste Zeit des Jahres. Die Polizei Berlin etwa verweist darauf, dass die Fallzahlen jedes Jahr im Herbst und Winter am höchsten sind. Und sie steigen wieder: Für 2025 weist die Polizeiliche Kriminalstatistik des BKA 82.920 Wohnungseinbrüche aus, 5,7 Prozent mehr als im Vorjahr.
Nur hat der beste Platz für eine Überwachungskamera selten eine Steckdose. Carport, Gartenhaus, die Ecke über der Hofeinfahrt. Genau dafür ist das C660 KIT gebaut, und genau deshalb ist es seit meinem Test der Tapo C660 mein Tipp für alle ohne Stromanschluss. Inzwischen hat Tapo allerdings eine Solarkamera mit zwei Objektiven nachgeschoben. Reicht ein einzelnes, schwenkendes Auge da noch?
So gut ist der Preis für das Tapo C660 KIT wirklich
Bei Amazon kostet das Tapo C660 KIT derzeit 99 Euro. Verkäufer ist TP-Link selbst, der Versand läuft über Amazon. Gegenüber der UVP von 139,90 Euro sparst du knapp 41 Euro, also rund 29 Prozent. Ein historischer Tiefpreis ist das trotzdem nicht. Rund 100 Euro hat das Kit schon mehrfach gekostet. 99 Euro entsprechen also dem Niveau der bisher besten Angebote. Beachte aber: Eine microSD‑Karte liegt nicht bei. Die Kamera bietet einen Micro‑SD-Karten-Slot mit bis zu 512 GB.

Was die Tapo C660 gegen Einbrecher leistet
Die Kamera filmt in 4K mit 8 Megapixeln. Die Schwenkmechanik dreht sich mechanisch um 326 Grad. Zusammen mit dem horizontalen Bildwinkel von 88 Grad ergibt das laut Hersteller einen lückenlosen Rundumblick. Mit einfachen Worten: Eine einzige Kamera an der Hausecke kann nacheinander Zufahrt, Garten und Haustür abfahren.
Erkennt sie eine Person, ein Fahrzeug oder ein Tier, schwenkt sie automatisch hinterher. Die KI-Erkennung läuft lokal auf der Kamera und kostet kein Abo. Zur Abschreckung bringt sie eine Sirene mit, die laut Tapo 93,3 dB laut ist, dazu zwei Spotlights.

Und nachts, wenn Einbrecher bevorzugt unterwegs sind? Ein lichtstarkes F1,6-Objektiv liefert Farbbilder bei wenig Licht, Infrarot reicht laut Hersteller bis 12 Meter. In meinem Test hat mich die Bildqualität bei Tag und Nacht überzeugt, und die WLAN-Verbindung lief ohne Abbrüche.
Strom liefern ein 10.000-mAh-Akku und das mitgelieferte Panel Tapo A201. Auf dem Papier genügen 45 Minuten direkte Sonne am Tag. Die Angabe gilt allerdings für Normbedingungen mit 1.000 Watt pro Quadratmeter, 25 Grad und bis zu 100 Auslösungen am Tag.
Der Haken: ein Auge für 360 Grad
Die größte Schwäche steckt im Konzept. Die C660 hat nur ein Objektiv. Verfolgt sie eine Person an der Haustür, ist die Zufahrt in diesem Moment schlicht nicht überwacht. Wie Tapo das mit zwei Objektiven löst, zeigt mein Test des Tapo C675D KIT: ein feststehender Weitwinkel plus schwenkbare Telelinse. Das kostet aktuell 159,90 Euro.
Dazu kommen kleinere Punkte. Den Patrouillen-Modus begrenzt Tapo laut Kleingedrucktem täglich, als Dauer-Rundgang taugt er also nicht. Der microSD-Slot ist nicht gegen Diebstahl gesichert. Die Karte lässt sich laut Hersteller zwar per Passwort sperren, das schützt aber nur den Inhalt, nicht die Aufnahme. Apple Home und Matter fehlen, unterstützt werden nur Alexa und Google Assistant.
Ehrlicherweise gilt auch: Eine Kamera ersetzt keine Sicherung an Tür und Fenster. Nach Angaben der Polizei-Kampagne K-Einbruch blieben 2025 44,9 Prozent der Einbrüche im Versuch stecken, nicht zuletzt wegen sicherungstechnischer Maßnahmen. Die Kamera schreckt mit Licht und Sirene ab und liefert im Ernstfall Aufnahmen. Warum das auch rechtlich die bessere Abschreckung ist als Draht und Scherben, habe ich im Beitrag zu riskanten Einbruchschutz-Maßnahmen erklärt.
Fazit: Für 99 Euro ist das C660 KIT ein grundsolider Deal
Wenn du vor der Einbruchsaison einen Bereich ohne Steckdose absichern willst und mit einem schwenkenden Auge leben kannst, greifst du zu. Hast du Strom oder ein Netzwerkkabel am Montageort, bekommst du mit der Tapo C575D für 104,49 Euro zwei Objektive, die Überblick und Detail gleichzeitig zeigen. Und wer ohne Kabel Überblick und Verfolgung zugleich will, ist mit dem C675D KIT besser bedient.
