Du hast schon einen Nass-/Trockensauger, aber die richtig hartnäckigen Flecken bekommt der nicht in den Griff? Dann wird es jetzt Zeit für ein Upgrade. Denn Tineco hat mit dem Floor One S9 Artist Boost Steam ein Gerät bei der IFA 2026 in Berlin vorgestellt, das die beste Reinigungsleistung verspricht. Mit einem gezielten Strahl aus heißem Dampf und einer Technologie, bei der sich die Bürstenrolle rückwärts dreht, arbeitest du selbst den stärksten Schmutz aus deinem Boden raus. Wirklich wahr – ich habe es getestet.
Gezielte Reinigung mit Dampf und Rückwärtsrolle
Mit dem Artist Boost Steam erweitert Tineco seine Floor One S9-Serie um einen Nass-Trockensauger mit Heißdampf-Funktion. Der 230 Grad heiße Dampf soll besonders harte Flecken lösen können, vor allem kombiniert mit dem BoostSteam und der ReverseScrub-Technologie. Ein gezielter Dampfstrahl und ein Wechsel der Drehrichtung der Bürstenrolle sorgen für maximale Schmutzlösung. Zusammen mit einer Saugleistung von 25.000 Pascal sollen Böden so im Nu wieder sauber werden.
Der iLOOP Smart Sensor erkennt zudem den Verschmutzungsgrad in Echtzeit und passt Saugkraft sowie Wasserdurchfluss automatisch an. Nach dem Ausschalten fährt der S9 Artist Boost Steam ebenfalls automatisch ein Stück zurück, um auch die letzten Wasserreste streifenfrei zu entfernen. Ein Selbstreinigungsmodus wahlweise per FlashDry oder SilentDry, 60 Minuten Akkulaufzeit im Quiet-Modus und die DualBlock-Anti-Verhedderungs-Technologie gegen Verstopfungen durch Haare komplettieren das Aufgebot.
Klingt stark, doch kann der Tineco Floor One S9 Artist Boost Steam diese Versprechen auch im Test halten?
Floor One S9 Artist Boost Steam: Das ist mir sofort aufgefallen
Der Aufbau beim neuen Tineco-Wischsauger ist wie immer gleich: einfach den Griff einrasten lassen, Ladestation aufstellen, Wasser in den Frischwassertank einfüllen – wobei sich die Öffnung an der Seite befindet. Einmal aufgeladen kann es auch schon losgehen. Mit sechs Kilogramm liegt der Artist Boost Steam nicht gerade leicht in der Hand, doch die motorisierte Unterstützung – sowohl vorwärts als auch rückwärts – erleichtert die Handhabung ungemein.

Ich kann den Nass-/Trockensauger in alle Richtungen schwenken, flach unter Möbeln saugen (auch wenn die 13 Zentimeter Bauhöhe nicht die niedrigste auf dem Markt ist) und dank des LED-Scheinwerfers erkenne ich auch in den dunklen Ecken jeden Schmutz. Die Kantenreinigung ist trotz Lücke zwischen Bürstenrolle und Kante des Saugkopfes hervorragend – auch bis an Fußleisten heran.

Dazu kommt noch ein übersichtliches Bedienfeld mit einer Taste für Modi, für den BoostSteam plus ReverseScrub, für WLAN sowie für die Stumm- beziehungsweise Sprachumschaltung. Auf dem Mini-Bildschirm sehe ich den aktuell eingeschalteten Modus, den Akkuladestand und weitere Anzeigen, sodass ich die App (die es natürlich gibt) eigentlich gar nicht brauche.
Diese Funktion ist die beste beim S9 Artist Boost Steam
Jetzt erst einmal zum Wichtigsten beim Floor One S9 Artist Boost Steam: den Funktionen und Modi. Wie üblich gibt es einen Auto-Modus, der Saugkraft und Wassermenge automatisch anpasst. Weiter geht es mit dem Max-Modus, der die maximale Saugkraft verwendet, einem reinen Saugmodus zum Aufsaugen einer größeren Menge Flüssigkeit und einem Leise-Modus. Der ist auch wirklich leise, unter 60 dB, während die Lautstärke bei den anderen Modi um die 67 dB beträgt.

Jetzt aber zum Herzstück: dem BoostSteam plus ReverseScrub. Diesen Modus kannst du über eine extra Taste nur für kurze Zeit und nicht dauerhaft auswählen – er schaltet sich von selbst wieder ab. Er ist also für die besonders hartnäckigen Flecken und nicht für größere Flächen gedacht. Sinnvoll, denn dadurch sparst du Energie und Wasser. Nach einem kurzen Aufheizen von etwa fünf bis 20 Sekunden gibt der Sauger den 230 Grad heißen Dampf im Broiler als etwa 100 Grad heißen Dampf auf den Boden, der somit keinen Hitzeschaden erleidet. Wichtig: Nur auf versiegeltem Boden, also Stein, Laminat, Vinyl, Parkett oder Fliesen anwenden!
Beim ReverseScrub muss ich sagen, dass mich das Rückwärtsrollen der Bürstenwalze erst einmal irritiert hat. Denn das Gerät rollt plötzlich in meine Richtung und ich muss mich wirklich dagegenstemmen. Aber für die kurze Zeit ist das aushaltbar und das Ergebnis spricht für sich. Mit dieser Funktion habe ich so viel Dreck wegbekommen, wie sonst nie. Einziges Manko: Beim plötzlichen Rückwärtsrollen verteilt der Sauger den zuletzt eingesaugten Schmutz von der Rolle wieder auf dem Boden. Den muss man dann erneut einsaugen.
Hier verspricht Tineco zu viel
Zwei Vorteile des Foor One S9 Artist Boost Steam haben mich im Test nicht vollständig überzeugen können: die DualBlock-Anti-Verhedderungs-Technologie und das automatische Zurückfahren beim Abschalten des Gerätes. Bei ersterem hat die Funktion zwar verhindert, dass die Bürstenrolle mit Haaren umwickelt wird. Allerdings hingen die dann im Abwasserschlauch fest und nicht im Schmutzfang des Schmutzwasserbehälters. Hier musste ich also wieder selbst Hand anlegen.
Das automatische Zurückfahren des Nass-/Trockensaugers beim Abschalten hat ebenfalls funktioniert. Aber wurde dabei längst nicht alles an Wasserresten mit aufgesaugt. Stets blieben kleine Pfützen oder Rinnsale zurück. Nur im leisen oder im Saugmodus hat es geklappt, da hierbei deutlich weniger bis gar kein zusätzliches Wasser verwendet wird. Ich möchte jedoch betonen, wie trocken der Boden grundsätzlich nach der Reinigung ist. Das ist wirklich praktisch.
Gute Selbstreinigung, wenig Wartungsaufwand
Bei der Selbstreinigung setzt Tineco auf heißes Wasser und heiße Luft – nicht nur bei der Rolle, sondern auch bei den Rohren. Das hört man deutlich und das Ergebnis ist auch sauberer als bei der Konkurrenz. Dazu gibt es wie mittlerweile üblich eine Option für eine schnelle und entsprechend laute Selbsttrocknung (5 Minuten bei 66 dB) und eine für leises und längeres Trocknen (40dB und 40 Minuten). Mit dem leisen Modus und der leisen Trocknung bietet Tineco hier Möglichkeiten auch für eine späte Reinigung. Allerdings ist die Selbstreinigung mit bis zu 72 dB nach wie vor zu laut für eine mitternächtliche Putz-Session.

Selbst aktiv werden musst du nach wie vor beim Entleeren und Säubern des Schmutzwassertanks sowie beim Reinigen des Schmutzsensors und des Frischwassertanks. Der Wartungsaufwand hält sich allerdings in Grenzen. Noch besser wäre es, wenn der Schmutzfang wirklich allen groben Dreck auffangen würde. Leider bleibt jedoch viel davon im Schmutzwassertank zurück. Beide Tanks fassen je 0,8 Liter – genug, dass du beim Wischen nicht nachfüllen musst.

Drei Knackpunkte: Akkulaufzeit, App und Zubehör
Bei der Akkulaufzeit ist Tineco nicht ganz vorn mit dabei. 60 Minuten im leisen Modus und bis zu 45 Minuten im Automodus – andere Hersteller können hier mehr bieten. Und auch eine vollständige Aufladung in vier Stunden ist nicht gerade rekordverdächtig.
Interessant hingegen beim Zubehör: Es ist kein Reinigungsmittel dabei. Der Tineco Floor One S9 Artist Boost Steam kommt komplett ohne aus – und liefert derart überragende Ergebnisse. Das ist ein großer Pluspunkt. Zudem gibt es einen Wechsel-Filter und eine –Bürstenwalze dazu, nebst einer Reinigungsbürste.
Und noch ein Pluspunkt: die App. Hier kannst du die Modi anpassen, Saugkraft und Wasserzufuhr steuern, das Licht ein- oder ausschalten, die Laufgeschwindigkeit anpassen und noch vieles mehr. Zusätzlich liefert sie Statistiken zu Dauer und Häufigkeit deiner Reinigungen, erinnert dich ans Wechseln der Bürstenwalze und verteilt kleine virtuelle Belohnungen.
Fazit
Der Tineco Floor One S9 Artist Boost Steam überzeugt vor allem dort, wo es hartnäckig wird. Die Kombination aus 230 Grad heißem Dampf und ReverseScrub-Technologie löst Schmutz, den andere Nass-/Trockensauger einfach liegen lassen – und das sogar ganz ohne Reinigungsmittel. Dazu kommen eine ordentliche Saugleistung, die den Boden gut trocknet und eine App, die wirklich einen Mehrwert bietet. Kleine Abstriche gibt es bei der Akkulaufzeit und der Haaraufnahme.
Preislich liegt das Gerät mit einer UVP von 699 Euro auf einem mittelhohen Niveau, was jedoch mit den besonderen Funktionen und dem guten Reinigungsergebnis zu begründen ist. Übrigens: Die Premium-Version gibt es für 100 Euro mehr (samt doppelt so viel Zubehör und anderer Farbe). Aktuell ist sie bei Otto sogar für 649 Euro im Angebot.
Vorteile
- löst selbst hartnäckigen Schmutz
- braucht kein teures Reinigungsmittel
- Boden schnell wieder trocken
- gute Reinigung bis an Kanten und in Ecken
- gründliche Selbstreinigung
- geringe Lautstärke im Leise-Modus
Nachteile
- nur durchschnittliche Akkulauf- und Ladezeit sowie Saugkraft
- Haare hängen im Schlauch fest
- hinterlässt Wasserreste
- Schmutzfang hält nur wenig groben Dreck zurück

















