Die OpenFit Pro bleiben dem bekannten Prinzip treu. Die Hörer sitzen nicht im Gehörgang. Stattdessen hängen sie per Bügel am Ohr. Das bringt zwei Vorteile. Du hörst weiter, was um dich herum passiert. Und der Sitz bleibt auch bei Bewegung stabil. Aber anders als bei anderen OpenFit-Kopfhörern sind der rechte und linke Kopfhörer nicht mit einem Nacken-Bügel miteinander verbunden, du musst sie einzeln an deine Ohren anlegen. Nutzt du sie nicht, sind sie in einem Lade- und Transportcase.
IP55-Schutz und ultraleicht
Der Tragekomfort fällt stark aus. Die Hörer drücken nicht, sind ultraleicht. Sie halten auch beim Sport sicher. Mit IP55 passen sie zudem für Regen, Schweiß und Staub. Das ist bei dieser Geräteklasse wichtig. Allerdings ist das Anlegen an das Ohr ungewohnt und will geübt sein. Die ersten Male tut man sich schwer und hat anfangs das Gefühl, die Kopfhörer fallen wieder vom Ohr.
Auch beim Design legt Shokz sichtbar nach. Das Case wirkt wertiger. Die Ohrhörer selbst sehen weniger nüchtern aus als frühere Modelle. Das ändert am Kern aber wenig. Wer bereits ein gutes Open–Ear-Modell von Shokz nutzt, bekommt hier kein völlig neues Produktgefühl.
Klang und Ausstattung überzeugen weitgehend
Beim Klang liefern die OpenFit Pro viel von dem, was man von einem teuren Modell erwartet. Für offene Kopfhörer ist der Sound kräftig. Stimmen und Musik wirken stimmig. Die Bühne profitiert von Dolby Atmos. Vor allem bei Videos kann das hörbar etwas bringen.
Ganz ohne Kritik geht es aber nicht. Der Bass wirkt nicht immer ganz satt. Bei hoher Lautstärke stößt das System eher an Grenzen. Zudem fehlen moderne Hi-Res-Codecs. Geboten werden nur SBC und AAC. In dieser Preisklasse ist das mager.
Die App bietet genug Spielraum für Anpassungen. Es gibt Presets, einen 10-Band-Equalizer und weitere Funktionen wie Multipoint oder einen Modus mit geringerer Verzögerung.
Das ANC bleibt die große Frage
Der entscheidende Punkt ist natürlich die Geräuschunterdrückung. Und hier liefern die OpenFit Pro genau das, was man bei dieser Bauweise realistischerweise erwarten darf. Tiefe und gleichmäßige Geräusche dämpfen sie hörbar. Lüfter, Zugrauschen oder ähnliche Störquellen treten etwas zurück. Betonung liegt auf „treten zurück“. Weg sind sie nicht. Das fällt auch im direkten Gespräch auf. Wenn du dich mit jemandem unterhältst, wirkt das Gegenüber deutlich dumpfer, ist aber trotzdem gut zu verstehen.
Bei Geschirr, dem Warnton einer S-Bahn oder anderen unruhigen Geräuschen sieht es anders aus. Hier bringt das ANC nur wenig. Es entsteht also keine ruhige Blase wie bei guten In-Ears oder Over-Ears. Dafür sind offene Hörer schlicht die falsche Bauform. Fairerweise muss man aber sagen: Eine komplette Abschottung schaffen die meisten Over-Ear-Kopfhörer mit ANC auch nicht. Deswegen ist die Funktion bei den OpenFit Pro auch nicht nutzlos und auch nicht nur ein PR-Gimmick. Sie verschafft dir etwas mehr Ruhe, ohne die Umgebung komplett auszublenden. Wem aber echtes Noise Cancelling wichtig ist, um konzentriert zu arbeiten, der wird nicht glücklich werden.
Lohnt sich der Aufpreis wirklich?
Schwierig wird es beim Preis von 249 Euro. Denn abseits des ANC wirken die OpenFit Pro in vielen Punkten nur wie eine kleine Weiterentwicklung. Klang, Komfort, Bedienung und Ausstattung liegen nah an günstigeren Alternativen aus dem eigenen Haus. Beispielsweise die OpenFit 2+ für 199 Euro oder für Sportler die OpenRun Pro 2 für ebenfalls 199 Euro.
Damit bleibt ein zwiespältiger Eindruck. Die OpenFit Pro sind sehr gute Open-Ear-Kopfhörer. Sie zeigen, dass ANC in dieser Klasse nicht völlig sinnlos ist. Wer aber gezielt starke Geräuschunterdrückung sucht, greift besser zu klassischen In-Ears oder Over-Ears. Und wer einfach nur gute offene Kopfhörer will, muss sich fragen, ob der Aufpreis hier wirklich gerechtfertigt ist. Es scheint, als wolle Shokz mit den OpenFit Pro die eierlegende Wollmilchsau anbieten: Open Ear, ANC, geeignet für Sport und klein und kompakt. Dafür mag es eine Zielgruppe geben. Andere Nutzer wiederum dürften sich gezielt für zwei verschiedene Kopfhörer entscheiden: einen für den Sport und einen für Büro und Alltag.
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