Keine halben Sachen: Mit dem T16 Pro Heat präsentiert Dreame einen Nass-Trockensauger, der nicht nur stark gegen Krümel, sondern auch hartnäckige Flecken vorgehen soll. Das funktioniert mit Heißwasser, viel Saugleistung und einigen interessanten Features. Besonders letztere erweisen sich im Test allerdings schnell als Schwächen.
Dreame präsentiert Nass-Trockensauger mit Heißwasser
Dreame hat im Sommer 2026 einen neuen Nass-Trockensauger herausgebracht: den T16 Pro Heat. Das Flagschiff reinigt deine Hartböden mit 90‑Grad-Heißwasserreinigung und einer Saugleistung von 30.000 Pa. Damit sollen fettige, klebrige oder eingetrocknete Flecken verschwinden und auch Tierhaare und verschüttete Flüssigkeiten ohne Rückstände entfernt werden.
Neu ist auch die intelligente Randreinigung auf 0 Millimeter durch den selbst ausfahrenden WhaleSweep-Roboterarm, eine verlängerte Akkulaufzeit von 70 Minuten im Eco-Modus und das ultraflache Design mit nicht mal zehn Zentimetern Höhe. Der T16 Pro Heat hebt sich sogar selbst an, um auch groben Schmutz aufsaugen zu können. Im Test hat sich das allerdings eher als störend erwiesen.
Saug- und Wischleistung hervorragend, aber mit Feuchtigkeitsproblem
Worauf es bei einem Nass-Trockensauger wirklich ankommt, sind vor allem zwei Dinge: die Saug- und die Wischleistung. Und die sind beim T16 Pro Heat von Dreame beide hervorragend. Lose Krümel und Haare sind kein Problem für das Gerät, auch Flüssigkeiten, Ölflecken und andere Schmierereien werden nahezu restlos entfernt. Je nach Modus kann das allerdings auch mehrere Durchläufe brauchen. Auch die Kantenreinigung auf 0 Millimeter kann ich bestätigen. Allerdings klappt das nur an den Seiten links und rechts, nach vorn könnte noch ein wenig mehr Saugleistung herrschen.
Grundsätzlich saugt das Gerät nur nach vorn, nicht rückwärts. Es lässt sich – wie die meisten aktuellen Modelle – um 180 Grad neigen und so kann ich dank der niedrigen Bauhöhe auch gut unter meinem Sofa, Schränken, der Küchentheke oder der Toilette saugen. Es ist jedoch zwischendurch vorgekommen, dass bereits abgesaugter Dreck von der Bürstenrolle nach Reaktivierung des Geräts aus dem Stand-by-Modus wieder auf dem Boden verteilt wurde.
In den Modi mit niedrigem bis mittlerem Wasserdurchlauf bleibt kaum Feuchtigkeit auf dem Boden zurück. Die Trocknungsdauer ist dann auch relativ kurz. Nach spätestens einer Minute sind keine Überreste mehr zu sehen. Bei dem Turbo-Modus etwa bleibt jedoch mehr Wasser zurück und auch im Stand-by oder nach der Abschaltung hinterlässt die Bürstenrolle eine schmale Wasserpfütze auf dem Boden. Auch ist mir einmal im Stand-by Schmutzwasser ausgelaufen. Das Ergebnis ist jedoch nahezu streifenfrei, besonders bei Modi, die weniger Wasser nutzen.
Alle Modi im Test
Es gibt zunächst vier Standard-Modi: Smart, Heißwasser, Turbo und den Saug-Modus. Im Test haben sich alle Modi bewährt, ganz besonders jedoch der Smart-Modus. Dieser erkennt den Verschmutzungsgrad automatisch und passt Saugleistung sowie Wasserdurchfluss daran an. Das kann ich im Test hören und sehen. Der meiste Schmutz wird bereits beim ersten Durchgang entfernt. Öl, Essig, Saft, eingetrocknete Flecken und festgeklebte Zwiebelschalen – alles verschwindet im Sauger. So kann ich meine komplette Wohnung (knapp 80 Quadratmeter) zufriedenstellend reinigen.
Nur für hartnäckige Flecken brauche ich länger oder nutze stattdessen einen stärkeren Modus. Hier kommt eigentlich der Heißwassermodus ins Spiel, bei dem die Wassertemperatur langsam (im Test dauert das eine knappe Minute) auf 90 Grad erhöht wird. Allerdings verbraucht das viel Akku. Beim Turbo-Modus mit maximaler Saugleistung und höchstem Wasserdurchfluss hält der Akku deutlich länger durch. Hartnäckige Flecken werden schneller beseitigt – nur bleibt hier auch mehr Wasser auf dem Boden zurück.
Der Saug-Modus eignet sich zum Aufsaugen größerer Flüssigkeitsmengen. Ob eine große Pfütze im Bad nach einer ausgiebigen Dusche oder ein verschütteter Smoothie in der Küche: Der T16 Pro Heat saugt alles weg. Allerdings dauert es im Fall der Wasserpfütze ganze drei Minuten, bis die Fliesen wieder ganz trocken sind.
Über die App gibt es noch drei spezielle Modi zur Auswahl: Eco, Holzpflege und personalisierter Modus. Der Eco-Modus stellt die Saugleistung und den Wasserfluss auf mittel ein für eine maximale Laufzeit. So kann ich deutlich länger saugen, spare Akku und Strom. Allerdings lässt die Leistung dadurch nach. So wird etwa verschüttete Soße auf dem Boden erst einmal kurz verteilt, bevor der T16 Pro Heat sie absaugt. Den Holzpflegemodus habe ich mit dem Linoleum und den Fliesen in meiner Wohnung nicht getestet. Im personalisierten Modus kann ich dann noch mal Saugleistung und Wasserdurchfluss für meine Ansprüche passend einstellen. Im Alltag setze ich allerdings mehr auf die Standard-Modi.
Bedienung: So arbeitet es sich mit dem T16 Pro Heat
Wie bei den meisten neuen Nass-Trockensaugern ist auch der T16 Pro Heat motorisiert und unterstützt einen so beim Schieben durch die Wohnung. Denn mit 6,2 Kilogramm ist das Gerät kein Leichtgewicht. Was die Arbeit damit jedoch wieder erschwert, ist der WhaleSweep-Roboterarm. Denn der Arm fährt teils ruckartig von selbst aus, sodass ich ihn fest im Griff haben muss, um ihn zu kontrollieren.
Neben dem erschwerten Manövrieren, lässt sich der Sauger jedoch leicht bedienen. Über das kleine Display im Handgriff sehe ich die Modi-Symbole, etwaige Warnmeldungen und den Akkustand. Über zwei Tasten kann ich den Modus wechseln oder das Gerät ausschalten (wie beim Tineco FLOOR ONE S9 Artist Boost Steam). Eine weitere Taste weiter oben aktiviert die Selbstreinigung und eine hinten am Gerät die Sprachansage und das WLAN. Übrigens ist die deutsche Übersetzung bei der Sprachansage nicht ganz fehlerfrei, was vor allem bei der Aussprache zwar lustig, aber auch etwas verwirrend sein kann.
Als negativ empfinde ich allerdings die Ladeanzeige. In der Station wird sie zumindest noch durch drei Balken symbolisiert. Der Akkustand beim Saugen wird jedoch durch einen immer vollen Ladebalken repräsentiert, der seine Farbe wechselt. Erst ab 50 Prozent schwenkt er von Grün auf Gelb um. Daran lässt sich der genaue Akkustand nicht erkennen, das geht dann nur über die App.
Im Ausgleich möchte ich die Lautstärke des Geräts loben. Mit maximal 73 dB, sowohl beim Saugen und Wischen als auch bei der Selbstreinigung, ist das Gerät leiser als so manches Konkurrenzprodukt (z.B. im Vergleich mit dem F25 Steam von Roborock). Belastend ist jedoch das Geräusch, welches der Roboter-Hubarm macht. Bei jedem Zurückziehen des Geräts senkt er sich ab und klackt und quietscht dabei. Zum Glück kann man den Hubarm ausschalten. Aber auch die Räder quietschen leider.
App: Viele Einstellungen, keine Aktualisierung
Von der App war ich zunächst überzeugt – allein schon, weil ich hier viele Einstellungen personalisieren kann. Ob es Automatismen bei der Selbstreinigung sind, die Dosierung der Reinigungslösung oder die Lautstärke der Sprachausgabe. Die App erinnert mich auch an den Wechsel der Bürstenwalze oder des Filters und die Verbindung wird zur Abwechslung mal nicht per Bluetooth, sondern per WLAN eingestellt. Allerdings klappt es mit der Aktualisierung nicht, wenn sich der Handybildschirm sperrt. Dann zeigt die App etwa einen veralteten Akkustand, für den aktuellen muss ich neu starten. Meldungen (etwa über niedrigen Akkustand) werden aber trotz Sperrung verschickt.
Selbstreinigung und Wartung: Das Haar-Problem
Die Selbstreinigung funktioniert ausgesprochen gut und dauert etwa zehn Minuten. Die Station hebt den Sauger sogar zwischendurch richtig an, um ihn zu reinigen. Sowohl beim langsamen Trocknen in 30 Minuten als auch beim schnellen in fünf Minuten wird die Bürstenrolle komplett sauber und trocken. Die Station selbst ist jedoch etwas dreckig danach und muss von Hand gereinigt werden.
Auch die üblichen Aufgaben bleiben an mir hängen: Wassertank und Reinigungsmittel auffüllen, Schmutzwassertank entleeren und reinigen. Filter, Schlauch und Schmutzsensor wollen auch von Hand gesäubert werden. Beim Reinigungsmittel stellt sich nur die zusätzliche Schwierigkeit, dass der Tank unterhalb des Frischwassertanks sitzt und so nicht herausgenommen werden kann. Das gestaltet die Befüllung etwas schwieriger.
Was mir allerdings aufgefallen ist: Der Schmutzwasser- und der Frischwassertank sind bei Dreame perfekt aufeinander abgestimmt. Der eine muss fast immer zeitgleich mit dem anderen entleert beziehungsweise aufgefüllt werden. Dadurch spart man sich mehrere Gänge während der Reinigung und kann nach einer kurzen Pause sofort wieder durchstarten. Dreame reizt das Volumen der Tanks mit 900 und 500 Millilitern nicht gerade aus, weswegen ich hier öfter tätig werden muss. Aber ein größerer Frischwassertank würde dann auch die Bauhöhe anheben.
Was mich jedoch wenig beeindruckt hat, ist, wie das Gerät mit Haaren umgeht. Ja, es gibt keine Verhedderungen um die Bürstenrolle – aber sonst überall. Sie hängen gleich dahinter im Absaugrohr. Auch weiter oben, wenn man den Schmutzwassertank entfernt, kann ich regelmäßig lange Knäuel herausziehen. In den Kämmen hinter der Bürstenrolle hängen Haare, sogar in der Aufhängung der Bürstenrolle. Das alles per Hand entfernen zu müssen, ist wirklich lästig.
Akkuleistung überzeugt, auch dank Wechselakku
Der Akku überzeugt im Alltag. Das Maximum von 70 Minuten wird zwar nur im Eco-Modus erreicht, jedoch schafft auch der Smart-Modus 45 Minuten. Das reicht völlig für mittlere bis größere Wohnungen aus. Die vom Hersteller angegebenen 500 Quadratmeter würde ich allerdings nicht als realistisch ansehen. Im Heißwassermodus hält der T16 Pro Heat nur 22 Minuten durch, im Turbo-Modus ganze 40 Minuten. Die Ladezeit beträgt vier Stunden, wie auch bei vielen anderen Nass-Trockensaugern. Dafür kann man hier den Akku wechseln und bei Bedarf einen Ersatzakku hinzubestellen.
Zubehör und optionale Extras
Im Lieferumfang sind die Ladestation inklusive Steckplatz für die Reinigungsbürste, ein Ersatzfilter, eine Ersatzbürstenrolle und zwei Flaschen Reinigungslösung à 500 Milliliter enthalten. Das ist schon deutlich mehr, als andere Hersteller beigeben. Allerdings kostet der Liter im Onlineshop auch 50 Euro. Optional zum Ersatzakku ist auch noch ein antibakterieller Geruchshemmer. Beides ist im deutschen Shop allerdings bisher nicht erhältlich.
Fazit
Der Dreame T16 Pro Heat überzeugt vor allem bei der Saug- und Wischleistung als auch bei der Selbstreinigung. Die Akkuleistung reicht auch für größere Wohnungen, vor allem mit der Option auf einen Wechselakku. Allerdings überzeugt der Heißwassermodus mit seinem hohen Akkuverbrauch nicht, da der Turbo-Modus noch viel effektiver arbeitet. Auch der beworbene Roboter-Hubarm stellt sich im Alltag eher als hinderlich denn als nützlich heraus. Zudem erschweren Haarverstopfungen die Reinigung und eine ungenaue Anzeige verschleiert den Akkustand.
Der T16 Pro Heat wird bei Dreame für 629 Euro (UVP) verkauft. Für den Preis gibt es schon ausgereiftere Konkurrenzprodukte. Für den aktuellen Aktionspreis bei Amazon Prime von 487,90 Euro (Stand 7. Oktober 2026) wäre er jedoch eine gute Wahl, wenn dir vor allem eine starke Reinigungsleistung wichtig ist.
Vorteile
- Sehr gute Saug- und Wischleistung
- praktischer Smart-Modus
- Kantenreinigung bis 0 mm
- flaches Design
- geringere Lautstärke
- gute Akkulaufzeit und tauschbarer Akku
- 1 Liter Reinigungslösung im Lieferumfang
Nachteile
- Roboterarme und Heißwassermodus bringen kaum Vorteile
- unangenehme Geräusche
- Haarverstopfungen
- hinterlässt Pfützen
- ungenaue Akkuanzeige
- App aktualisiert unzureichend
- teuer

