Debitkarte und Kreditkarte – wo ist der Unterschied?

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Eine Kreditkarte ist eine Kreditkarte? Mitnichten. Denn nicht überall, wo Visa oder Mastercard drauf steht, ist eine Kreditkarte drin. Oftmals ist es nur eine Debitkarte. Doch wo sind die Unterschiede zwischen den verschiedenen Kartenmodellen? Was ist besser, eine Kreditkarte oder eine Debitkarte?
Kreditkarten von Visa und Mastercard
Kreditkarten von Visa und MastercardBildquelle: Steve Buissinne / Pixabay

Im Fall der DKB dreht sich beispielsweise alles um Visa. Andere Banken setzen im gleichen Maße auf den Wettbewerber Mastercard. Auch Mastercard bietet wahlweise eine echte Kreditkarte oder eine Debitkarte an. Zum Einsatz kommt sie beispielsweise bei N26, einer der ersten reinen Smartphone-Banken.

Ob du eine echte Kreditkarte oder eine Debitkarte in den Händen hältst, ist beim klassischen Bezahlvorgang im Supermarkt erst einmal egal. Das Kassensystem wird beide Karten gleich behandeln. Du kannst also problemlos damit bezahlen. Die Unterschiede liegen im Detail. Apropos Detail: Durch ein Detail unterscheiden sich die beiden Karten-Typen auch optisch. Bei einer echten Kreditkarte findest du entweder auf der Rückseite oder auf der Vorderseite in der Nähe des Visa- beziehungsweise Mastercard-Logos das Wort „Credit“. Bei einer Debit-Karte steht dort entsprechend „Debit“.

Kreditkarte gibt’s nur mit Bonität

Was ist nun der Unterschied zwischen einer Debit-Karte und einer Kredit-Karte? Im Wesentlichen ist es die Abrechnung deiner Bezahlung. Denn bei einer Debit-Karte ziehen Visa und Mastercard den Betrag, den du ausgegeben hast, direkt von deinem Girokonto ein. Bist du hier schon knapp bei Kasse, schlägt eine größere Ausgabe direkt auf dem Konto durch. Anders bei einer Kreditkarte: Hier wird einen Monat lang gesammelt und vom Kartenanbieter vorfinanziert. Du bekommst einmal im Monat eine Rechnung. Außerdem gibt es noch sogenannte Revolving-Kreditkarten. Streng genommen sind sie die echten Kreditkarten – denn hier ist eine Ratenzahlung des Monatsbetrages möglich – aber gegen hohe Gebühren. Auf dem deutschen Markt spielen sie kaum eine Rolle.

Eine Kreditkarte geben Banken nur aus, wenn sie sicher sein können, dass sie das Geld, was sie dir leihen auch zurückbekommen. Du musst daher in der Regel wie bei einem Kredit Gehaltsnachweise liefern, bekommst nur ein bestimmtes Limit und bei einem negativen Schufa-Eintrag gibts meistens keine Kreditkarte. Bei einer Debitkarte sind die Banken freigiebiger, da sie dir keinen Kredit gewähren und du nur das Geld ausgeben kannst, das auf deinem Konto ist.

Nicht alles, was die Kreditkarte kann, kann auch die Debitkarte

Beide Methoden haben Vor- und Nachteile. Wer beispielsweise Schwierigkeiten hat, seine Ausgaben im Blick zu behalten und dazu neigt, mehr Geld auszugeben als er eigentlich hat, der ist in der Praxis mit einer Debitkarte besser bedient, um nicht in die Schuldenfalle zu geraten. Hast du indes den Überblick und weißt genau, dass du beispielsweise am 20. eines Monats dein Gehalt bekommst und am 25. die Kreditkarte abgebucht wird, dann kannst du damit auch planen. Außerdem ist eine Kreditkarte von Vorteil, wenn du viel im Versandhandel bestellst. Denn Artikel, die du zurückschickst, werden dir oftmals noch vor der Kreditkartenrechnung wieder gutgeschrieben. Bei einer Debitkarte fehlt dir das Geld zwischenzeitlich auf deinem Girokonto, bis die Gutschrift wieder da ist.

Bezahlen mit dem Handy, also beispielsweise mit Google Pay und Apple Pay, funktioniert grundlegend mit beiden Kartentypen. Entscheidend ist, dass die jeweilige Bank mit dem entsprechenden Kartentyp beim mobilen Bezahlen mitmacht. Auch das Bezahlen mit einer Debitkarte im Onlinehandel ist kein Problem.

Debitkarte kann in einigen Fällen problematisch sein

Unterschiede gibt es aber bei der Akzeptanz von Debit-Karten bei Hotels und Autovermietungen. Hier musst du oftmals eine Kreditkarte als Sicherheit hinterlegen. Solltest du einen Schaden an Auto oder Zimmer verursachen, können die Firmen sich so absichern. Das geht bei Debitkarten aber nur begrenzt. Zwar heißt es von der DKB, dass sich die Akzeptanz in den vergangenen Jahren „stark geändert“ habe und die Akzeptanz deutlich gestiegen sei. Als Beispiel nennt man den Autovermieter Sixt. Wer allerdings beispielsweise beim Vermittler Check24 nachschaut, der sieht, dass Debitkarten zum Hinterlegen einer Kaution nicht akzeptiert werden.

Hotels hingegeben sind nach Erfahrungen von inside digital oftmals kein Problem mehr. So war in der Vergangenheit der Einsatz einer Debit-Karte als Sicherheit auch im außereuropäischen Ausland kein Problem. Dass es aber durchaus zu Problemen kommen kann, weiß beispielsweise der Verbund der Volksbanken Raiffeisenbanken. Auf einer FAQ-Seite zum Thema Debitkarte heißt es: „Das bargeldlose Bezahlen per Debitkarte kann auch im außereuropäischen Ausland funktionieren. Vorausgesetzt, die elektronischen Kassen von Hotels, Tankstellen, Geschäften oder Restaurants sind mit dem Maestro- oder V-PAY-Logo gekennzeichnet. Weltweit akzeptieren Mietwagenverleiher oder Hotels allerdings häufig nur Kreditkarten. Das höhere Limit dient ihnen als Sicherheit und wird oft auch als Kaution akzeptiert.“

Unauffällig aber wichtig: Die Girocard

Ein viel größeres Problem bei der Umstellung von Kreditkarte auf Debitkarte, wie sie bei der DKB seit Monaten im Gespräch ist, dürfte sein, dass die DKB gleichzeitig auch die V-Pay-Karte abschafft. Diese ermöglicht die Nutzung der Girocard-Funktion. Im Volksmund wird diese als EC-Karte bezeichnet. Die neue Debitkarte wird keine Girocard-Funktion mehr haben. Das Zahlen bei Händlern, die oftmals Schilder wie „Nur EC-Karte“ im Fenster kleben haben, ist dann nicht mehr per Karte möglich.

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12 KOMMENTARE

  1. Conner Mixardis

    Nicht die Debitkarte ist das Problem (das verschobene Denken der Banken ist es), sondern die Tatsache das es sich um einen beschnittene doppel Karte handelt und damit die Akzeptanz bei immer noch vielen Geschäfte (Autovermieter, Hotels uva.) und schon gar nicht bei Behörden besteht. (Autovermieter, Hotels uva.)
    Also wieder von zwei Anbietern die besten Karten zusammen schustern.
    Warum nicht, weil es keine richtige Giro-Karte ist und auch keine richtige Kreditkarte und eher ein ungewollter Karten-Zwitter.
    Also wieder von zwei Anbietern die besten Karten zusammen schustern.
    Die Debitkarte wird nur deswegen vom Verbraucher akzeptiert weil man kaum noch etwas anderes bekommt und man den Willen der Banken aufgedrückt bekommt.
    Bei der DKB ist es immer von Vorteil gewesen, das man eine extra Giro-Karte und eine extra Kreditkarte bekommen hat.
    So konnte man bei einem einzigen Anbieter bleiben und hatte alles Notwendige aus einer Hand, was ich als sehr angenehm empfinde.
    Der Trend geht leider immer mehr in Richtung Debitkarten, da es den Banken so angenehmer ist (Kosten, nicht viel Nachdenken usw.) und das was der Verbraucher möchte interessiert auch hier einmal mehr nicht.

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  2. Conner Mixardis

    Noch vergessen … gut geschriebener Bericht, der es genau auf den Punkt bringt !!!

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  3. Paul

    Man braucht eigentlich immer nur eine einzige Karte dabei haben: Girocard für Deutschland, und für’s Ausland eine Kreditkarte – so einfach. In selbst in der Eurozone und somit unseren Nachbarländern kommt man mit den Girocard problemlos weiter. Warum dann noch mit Debitkarte und seltsamen Zwischenlösungen experimentieren, obwohl es etablierte Lösungen gibt?

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  4. Peter

    @Paul: Wenn Sie im europäischen Ausland Ihre Girocard zum zahlen nutzt, läuft die Zahlungsabwicklung über ein Co-Branding auf dieser Karte (VPay oder Maestro). Diese beiden Systeme werden von den Betreibern abgeschafft. Als Ersatz dienen dann die Debitkarten Visa oder MasterCard. Heißt die Girocard kann man dann nur noch in DE nutzen.

    @Conner Mixardis: Fast alle Banken bieten als kostenpflichtige Option immer noch richtige charge Kreditkarten an. Wenn man sich von verschiedenen Anbietern was zusammen schustern muss, liegt das daran, dass man nicht bereit ist ne Gebühr zu zahlen.

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  5. Klaus Hoffmann

    Die Kreditkarte ist ein Muss bei Reisen außerhalb Europas, du musst dein Hotel bezahlen und Geld aus dem Automaten brauchst du schließlich auch noch – natürlich ohne Gebühren.
    In dem Artikel hier ist die Rede von „Ratenzahlung gegen hohe Gebühren beim Einsatz der Kreditkarte“ … na so ein Blödsinn! Beispiel: du bezahlst 1000,-€ mit der Karte, dafür werden dir 10,-€ Zinsen für eine Zeitraum von vier Wochen berechnet, es gibt auch die Möglichkeit, gar keine Gebühren zu bezahlen, du bekommst das Geld für lau …0,00.
    Ohne Werbung zu machen: Ich habe mich für die Barclaycard
    Platinum Double entschieden und bin voll begeistert (praxiserprobt), du hast zwei Kreditkarten, Master und VISA, musst du eine sperren lassen, weil verloren oder Diebstahl, hast du noch eine Ersatzkasse.
    Du bezahlst keine Auslandseinsatz-Gebühren am Geldautomaten, der Versicherungsschutz ist enorm, nämlich insgesamt 6 Personen sind krankenversichert, Mietwagen-, Reiserücktritt- und -abbruchversicherung …
    Rückzahlung der Kreditsumme nach Kassenlage, also frei wählbar.

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    • Beirith

      Mann findet das nicht gut. Barclay card auch schon gehabt.. Vorsicht angesagt.. Wird gesammelt wachsen Zinsen. Visa genau gleiche Spiel :gesammelt Zinsen und nicht wenig. Alles schon gehabt.. Also Begeisterung ist was anderes.. Was könnte man daraus ziehen:Grundeinkommen, hast du Geld auf dem Konto kannst leben.. Beim Grundeinkommen von 1200€ wenn mann zu Ende des monat nicht verbraucht geht das geld verloren.. Ab 01.des Monats geht das spiel von vorne. Sparen geht garnicht mehr. Sind 2 unabhängige Karten.. Dann kommen noch Punkte hinzu,für Rückzahlung bestrafen mit Negativzinsen.. Vorsicht Fälle..
      Es wird in den Raum gestellt und sie warten ab. Kommt kein Geschrei, wirds bei den Banken durchgehen.. Hier jedoch keine Wahl: Du bekommst und Du hast.. Das ist wie die Politik :wie bestellt so bekommen…

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  6. Wechsler

    Die DKB war mal meine Bank, wenn das so kommt, dann wechsele ich.
    Die Banken machen auch in der Krise Gewinne.

    Im Jahr 2020 konnte die DKB einen Gewinn in Höhe von rund 249,2 Millionen Euro verzeichnen.

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  7. Andreas

    Eine wichtige Information fehlt für mich in dem Text: wird die DKB denn weiter eine „echte“ Kreditkarte gegen Gebühr anbieten? Denn ganz ehrlich, wenn ich ins Ausland fahre oder ein Auto miete, dann will ich nicht hoffen, dass mein Gegenüber zu den „immer mehr Akzeptanzstellen“ gehört, dann will ich sicher sein, zahlen zu können. Dabei erwarte ich nicht, dass meine Bank mir alles kostenlos anbietet, aber anbieten soll sie es.

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  8. Jay

    @peter
    Also wenn vpay und Maestro angeschafft werden, dann muss man fürs Ausland eine Kredit oder debit Karte haben? Und dann Glück haben, dass diese akzeptiert wird?

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  9. Werner

    Ich finde man sollte sowieso ein Backup , eine Zweitbank haben, wenn es Probleme mit der Erstbank geben, zum Beispiel es wird am System gearbeitet usw. DKB als Erstkonto, für Auslandsüberweisungen und Echtzeit Überweisungen Wise mit belgischer IBAN. 28 Cent die Echtzeit Überweisung in Euro. Konten in verschiedenen Währungen möglich, ohne Schufa, E Geld Konto. Wer weiter eine Girocard nutzen möchte kann ja bei 1822mobil ein Girokonto eröffnen. Mit Schufa Prüfung, ab 50 000 Euro 0.5 Prozent Strafzahlung. Kostenfreie Kreditkarten bis einige, u.a. Barclay Card Genial Card der Hanseatic Bank Payback AMEX Amazon Prime Visa Kreditkarte, um nur einige zu nennen. Wer alles bei seiner örtlichen Bank Sparkasse Genossenschaftsbanken nutzen möchte muss für Kreditkarten Gebühren zahlen. Das immer auch Kontoführungsgebühren, Girocard Einsatz Gebühren Girocard Gebühren Online Buchungsgebühr usw. Wer Sparen muss oder will, nutzt dazu verschiedene Lösungen. Für Kredite Smava usw. Wer bequem alles bei einer Bank haben möchte, muss mit Kosten rechnen.

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  10. Der Dude

    Wir ist es mit der Charge Back-Möglichkeit bei Debitkarten? Geht das ähnlich unproblematisch wie bei echten Kreditkarten?
    Das Thema ist ja wegen Corona-bedingter Streichungen von Flügen etc. und den Unwillen der Airlines und Reiseveranstalter zur Erstattung sehr relevant.

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  11. Segler

    Ich brauche eine Visacard zum hinterlegen einer Kaution beim Segeln im Ausland auch außerhalb Europas.Ich kann werde mich bestimmt nicht darauf verlassen, dass der Vercharterer evtl. eine Debitcard akzeptiert… der grinst dich nur an und der Urlaub und die Yacht ist weg…ich wechsle…

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