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Sie sind überall: Was du über Leih-Scooter noch nicht wusstest

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E-Scooter sind kein offenes Buch. Hinter den Leih-Rollern steckt viel mehr, als zunächst scheint. Oder hast du schon mal was von einem verpflichtenden Alkoholtest gehört? Oder einem Scoring-System? Leih-Scooter sind nicht mehr so einfach gestrickt, wie sie mal waren.
Mann auf E-Scooter
Sie sind überall: Was du über Leih-Scooter noch nicht wusstestBildquelle: ShutterStock.com / Victor Velter

Das Jahr 2019 glich einem Dammbruch, der das Stadtbild für immer verändern sollte. Im Sommer fluteten Leih-Scooter einem Tsunami gleich die Straßen. Und dort blieben sie auch, bis heute. Viele Millionen Bürger nutzen das neue Angebot. Andere sind frustriert oder gar wütend, weil E-Scooter überall herumliegen und die Gehwege blockieren. Und niemand macht etwas dagegen. Doch stimmt das wirklich? Kurze Antwort: nein. Seit ihrer Einführung führten sowohl der Gesetzgeber als auch einzelne Kommunen zahlreiche neue Regularien ein. Und auch die Anbieter selbst erdachten ausgeklügelte Mechanismen, um eine missbräuchliche Nutzung der Zweiräder möglichst auszuschließen. Folgend die vier spannendsten von ihnen.

Verpflichtender Alkoholtest

Bei Bolt herrscht ein striktes Alkoholverbot am Steuer. Um dieses durchzusetzen, führte der Anbieter 2022 einen eigenentwickelten Reaktionstest ein. Zwischen Donnerstag und Sonntag von 22 bis 5 Uhr werden Nutzer im Rahmen des Buchungsprozesses dazu aufgefordert, nacheinander zügig auf bestimmte Objekte zu klicken. Liegt die Reaktionszeit unter einem vordefinierten Schwellenwert, wird der E-Scooter nicht freigegeben und der Nutzer muss seinen Weg zu Fuß fortsetzen. Übrigens, wer einen Roller unter Alkoholeinfluss fährt und erwischt wird, kann seinen Führerschein verlieren.

Scoring-System

Ebenfalls bei Bolt gibt es ein Scoring-System, das schlechte und gefährliche Fahrer automatisch ausmustern soll. Vergehen wie Kollisionen, Stürze, Wegrutschen, abruptes Bremsen und Tandem-Fahrten werden hier mit Punktabzug geahndet. Fährt man dagegen anständig, steigt der Wert wieder. Allerdings ist die Spanne ohne Konsequenzen großzügig bemessen.

Erst bei unter 20 Prozent besteht das Risiko, dass Bolt die Geschwindigkeit begrenzt. Zwischen 6 und 10 Prozent wird sie indes definitiv eingeschränkt und unter 6 Prozent gibt es eine zweiwöchige Sperre. Laut Bolt würden im Jahr 2023 allerdings nur 2 Prozent der Nutzer ein durchgängig schlechtes Fahr- und Parkverhalten an den Tag legen. Wer dagegen einen Score jenseits der 60 vorzuweisen hat, der kann E-Scooter kostenlos für bis zu 10 Minuten reservieren.

Vorgeschriebene Parkzonen

Auch global betrachtet hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan. Heute müssen E-Scooter-Fahrer ihre Roller fotografieren, bevor sie diese abstellen können. Außerdem wurden viele Parkverbotszonen geschaffen, in denen Leih-Scooter generell nicht abgestellt werden dürfen. Manche Gemeinden gingen zudem noch einen Schritt weiter und führten gesonderte Parkflächen ein. Sowohl das Ausleihen als auch das Abstellen funktioniert dann ausschließlich in solchen Zonen.

Ein Problem dabei ist, dass Parkzonen nur eine begrenzte Anzahl an E-Scootern und E-Bikes aufnehmen können. Und das pro Anbieter. Sind beispielsweise bereits drei Roller von Dott vor Ort, spielt es keine Rolle mehr, ob noch genug Parkfläche verfügbar ist, um einen Lkw zu parken. Die Parkzone wird als voll markiert und Abstellen ist hier nicht mehr möglich. Was zu einem weiteren großen Problem führen kann.

Sensorik gegen Tandem-Fahrten

Tandem-Fahrten sind grundsätzlich verboten. Wer zu zweit einen E-Scooter benutzt, muss mit 10 Euro Bußgeld rechnen. Ferner nutzen manche Anbieter die verbaute Sensorik, um zu erkennen, ob sich nur eine oder zwei Personen auf dem E-Scooter befinden. Aus einer weiteren gegen Tandem-Fahrten gerichteten Maßnahme ergab sich ferner die Möglichkeit, mehr als einen E-Scooter über einen Account freizuschalten. Ein denkbarer Nachteil von Gruppenfahrten ist jedoch, dass der Kontoinhaber für die Vergehen Dritter zur Kasse gebeten werden kann.

Unterm Strich sind Leih-Scooter mittlerweile deutlich sicherer und weniger störend als es noch 2019 der Fall war. Zudem arbeitet der Gesetzgeber fortlaufend am Feintuning der Regularien. Ab 2027 gilt eine ganze Reihe an neuen Verkehrsregeln und Bußgeldern für Elektroroller. Welche es sind, erfährst du in dem folgenden Artikel:

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